Entspannt vegan: Warum ich als Veganerin Milchschokolade esse

Entspannt vegan: Warum ich als Veganerin Milchschokolade esse

Ich bin aus ethischen Gründen Veganerin: Ich möchte nicht, dass Tiere für mein Essen und andere Dinge, die ich kaufe, leiden.
Wie kann es sein, dass ich dennoch „entspannt vegan“ lebe, Honig esse, bei Bier und Wein nicht aufs Etikett achte, Lederschuhe trage und mir von Milchschokolade nicht übel wird?

Wie nennt man jemanden, der sich überwiegend vegan ernährt, aber hin und wieder zu vegetarischen Lebensmitteln greift? Vegetarier!

Dieser Reaktion aus der Diskussion in einer veganen Facebook-Gruppe stimme ich nicht zu. Veganer*in ist, wer hauptsächlich pflanzliche Lebensmittel isst und sich als Veganer*in bezeichnen möchte.

Entspannter Veganismus bedeutet für mich: 95 Prozent meiner Ernährung sind vegan, 5 Prozent sind nicht-vegan.

Die Energie, die ich aufbringen müsste, um mich von 95 auf 100 Prozent zu steigern, stünde in keinem Verhältnis zu der kleinen Verbesserung, die ich erreichen würde.

Das ist ein pragmatischer Ansatz, der für mich funktioniert.

Die fünf Prozent Ausnahmen machen es mir leichter, mich zu 95 Prozent rein pflanzlich zu ernähren.

Das ist wie beim Sport: Samstag ist mein Rumhäng-Tag. Ich mache kein Yoga, gehe nicht laufen, rühre den Computer nicht an und tue nur das, worauf ich Lust habe. Dieser Tag sorgt dafür, dass ich an all den anderen Tagen hochmotiviert bin, Sport zu machen.

1. Die Grundlage: 95 % vegan

Für mich selber kaufe ich ausschließlich pflanzliche Lebensmittel. Die einzige Ausnahme sind Honig und alle paar Monate eine Handvoll Bio-Eier für meine Tochter.
Da ich überwiegend unverarbeitete Produkte im Unverpacktladen einkaufe, kommt es nie vor, dass ich aus Versehen etwas Nicht-Veganes mitnehme. Bohnen sind vegan – Chips und Salatsoßen sind es vielleicht nicht.

Diese Art der Ernährung ist für mich mühelos und einfach. Ich denke nicht darüber nach, ob nicht doch mal gerne Käse oder Magerquark essen möchte – ich esse sie schlichtweg nicht.

Ich koche nach der Grain-Green-Bean-Formel mit viel Gemüse, Vollkorngetreide und Hülsenfrüchten. Soßen bereite ich mit Nüssen oder Nussmus zu. Wenn ich mal backe, nehme ich Öl statt Butter und Speisestärke anstelle von Eiern. Auf mein Brot kommen vegane Pflanzenmargarine und Tofu.
Ich verwende ausschließlich pflanzliche Milch und pflanzlichen Joghurt. Und Schokolade mit 85 % Kakaoanteil ist sowieso vegan. 😀

2. Die Ausnahmen: 5 % nicht-vegan

2.1. Honig auf dem Brot

Ich liebe Honig und habe alle Alternativen ausprobiert, nichts kommt an den Geschmack von Lindenblütenhonig heran. Wie sehr leiden die Bienen? Wie verwerflich ist es, Bienen zu züchten und ihnen den Honig wegzunehmen?

Sind das nicht relevantere Fragen als die Tatsache, dass mir Honig gut schmeckt?
Bestimmt.

Vor zweieinhalb Jahren, als ich begann, mich vegan zu ernähren, habe ich kategorisch auf alle tierischen Lebensmittel verzichtet, auch auf Honig. Während mir Käse, Milchschokolade und Rühreier egal waren, vermisste ich Honig. Keinen Honig zu essen fühlte sich wie eine Entbehrung an.
Aufgrund meiner schlechten Erfahrungen mit Entbehrungen in fünfzehn Jahren Essstörung beschloss ich, dem Druck nachzugeben und befüllte im Unverpacktladen ein Glas mit heimischem Honig. Dass ich mich dabei wie eine Verbrecherin fühlte, deutete darauf hin, dass ich richtig entschieden hatte. Seitdem kaufe ich regelmäßig regional produzierten Bio-Honig.

Entspannte Ernährung ist mir wichtiger als 100 % vegan zu sein.

Wäre meine Wohnsituation anders, würden die 95 % automatisch auf 99 % klettern. Übrig blieben nur der Honig für mich und eventuell zwei Eier im Monat für meine Tochter.

2.2. Essensreste vom Kind

Ich ernähre meine Tochter vegan.
Da wir zu viert wohnen, bekommt sie nicht nur von mir, sondern auch von ihrem Papa und ihrer Oma zu essen. Oft sind Dinge dabei, die ich nicht esse und ihr auch nicht geben würde: Schmierkäse-Ecken, Hähnchenbrustfilet, Fetakäse, Schinken, Lachs, Vollmilchjoghurt und Kräcker, die Molkepulver enthalten. 😱 

Hat meine Tochter ein Brot mit Frischkäse nicht aufgegessen, esse ich es – mit VIELEN Gurkenscheiben und Salz. Bleibt ein Stück Forelle auf ihrem Teller liegen, das nicht mehr aufbewahrt werden kann, esse ich es. Mit wenig Appetit, aber ich esse es. Denn tierische Lebensmittel wegzuwerfen finde ich noch schlimmer, als sie zu verzehren.

Das kommt ungefähr ein-, zweimal im Monat vor. Ohne Not würde ich weder Käse noch Fisch essen – ich mag sie nicht (mehr) besonders. Fleisch würde ich nicht mehr herunterbekommen.

2.3. WG & Lebensmittelverschwendung

Wie gesagt wohne ich mit zwei Menschen zusammen, die sich nicht vegan ernähren.
Bei uns zuhause gibt es daher ständig Milchprodukte, Eier, Käse, nicht-vegane Süßigkeiten und Chips.

Da es tendenziell von allem zu viel gibt, kommt es oft vor, dass tierische Lebensmittel „gerettet“ werden müssen. Wie gehe ich damit um?

  • Milchprodukte: Mag ich nicht und kann ich nicht mehr essen.
  • Eier: Meine Schwiegermutter kauft Eier aus Bodenhaltung, die würde ich nie essen.
  • Käse: Wenn sich im Kühlschrank zehn Packungen Käse tummeln, von denen ein Drittel verderben würden, streue ich etwas Käse auf meine Nudelpfanne.

Ich fände es gewiss schöner, einen Kühlschrank zu haben, der frei von tierischen Produkten ist. Aber es ist eben nicht so. Auch das bedeutet für mich entspannt vegan sein.

Als ich vegan wurde, strich ich rigoros alle tierischen Lebensmittel von meinem Speiseplan. Dazu gehörten auch Süßigkeiten, Kuchen, Kekse und Molkepulver enthaltende Knabbereien.

Bis eine Schachtel Toffifee in der Süßigkeitenschublade auftauchte. Ich steckte eins in den Mund – und konnte den milchig-karamelligen Geschmack nicht ertragen. Es war dieses Eitrige, das viele Veganer*innen plötzlich in Milchprodukten herausschmecken, nachdem sie eine Weile keine zu sich genommen haben.

Danach aß ich immer mal wieder nicht-vegane Süßigkeiten, die bei uns auftauchten und stumpfte ab. Mittlerweile schmeckt mir Milchschokolade wieder, den Eiter-Geschmack bemerke ich nicht mehr.

Einerseits finde ich das schade. Ich wäre gern konsequenter im Hinblick auf Spaßessen. Andererseits ist meine Ernährung zur Zeit so entspannt wie nie. Und das ist mir im Zweifelsfall wichtiger als zwei Stückchen Milchschokolade, die ich mir in der Woche einverleibe.

2.4. Eier fürs Töchterchen

Alle paar Wochen mache ich meiner Tochter eine Nudelpfanne mit Eiern und Käse, wenn sie tagelang nur Kräcker gegessen hat.
Als Kind war das mein Lieblingsessen, aber meine Tochter hat offenbar einen anderen Geschmack, sodass ich regelmäßig auf meiner Nudelpfanne sitzen bleibe.

3. Meine vegane Grenze: Nichts Tierisches kaufen

Auch wenn ich ab und zu nicht-vegane Lebensmittel esse, die bei uns in der Küche auftauchen, ist es mir wichtig, selber nichts Tierisches zu kaufen (außer Honig).

Das gilt für Nahrungsmittel ebenso wie für Kleidung und Schuhe.

Da ich fast nur unverarbeitete und unverpackte Lebensmittel einkaufe, bin ich mir sicher, dass nie etwas mit tierischen Bestandteilen dabei ist.
Kleidung und Schuhe kaufe ich ausschließlich Secondhand. Wenn da mal ein Leder-Badge auf einer Jeans dabei ist oder der Pullover einen Wollanteil hat, finde ich das nicht verwerflich, ganz im Gegenteil: Je länger die Sachen noch getragen werden, umso besser.

4. Entspannt vegan aus der Sicht anderer Veganer*innen

Das Thema vegane Grenze beschäftigt auch andere Veganer*innen.

Hier eine kleine und unvollständige Liste von anderen oder ähnlichen Meinungen zum Thema vegane Grenze und entspannter Veganismus:

  • Minimal Mimi berichtet in ihrem Video 6 Jahre vegan (mit Kompromissen) über nicht-vegane Ausnahmen, die sie macht.

Bildquelle: © Unsplash: Dose Juice

Wo ist deine vegane Grenze? Machst du Ausnahmen und isst hin und wieder tierische Lebensmittel? Darf ich mich überhaupt als Veganerin bezeichnen? Ich bin gespannt auf deinen Kommentar!

48 Kommentare

  1. Stephanie says:

    Hallo Marion,nach deinem neusten Bericht muss ich wohl sagen,dass ich doch kein Vegetarier bin.
    Aber auch gut! Ich esse nur kein Fleisch und Produkte aus Fleisch.Keine Bratwurst,kein Aufschnitt.
    Ich esse gerne Eier,vom Hofladen um die Ecke.Von Hühnern,die draussen herum scharren.
    Ich esse Käse, Quark, Joghurt und auch Honig.
    Mir geht es in erster Linie darum,nichts auf dem Teller zu haben ,dass Mal Augen hatte.
    Dann bin ich eben ein halber Vegetarier….macht nichts.Hauptsache meinetwegen muss kein Tier sterben .
    Liebe Grüße, Stephanie

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    1. Sandra says:

      Die Kühe, aus deren Milch Dein Käse, Quark und Joghurt ist, haben Augen. Und sie sterben im Alter von 3-5 Jahren, weil dann die Milchleistung sinkt, während ihre natürlich Lebenserwartung eigentlich bis zu 20 Jahre betragen würde. Und bis zu diesem frühzeitigen Tod haben sie 5 Jahre lang gelitten – insofern ist es möglicherweise sogar gnädiger, Fleisch zu essen, weil die Tiere da von ihrem elenden Leben zumindest noch früher erlöst werden. Und auch die Kälber, die die Milchkuh jedes Jahr bekommen muss, um weiter Milch zu geben, und die ihr bald nach der Geburt weggenommen werden, sterben: sofern aus ihnen nicht die nächste Milchkuh wird, wird aus ihnen Kalbfleisch.

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    2. Marion says:

      Hallo Stephanie,

      vielen Dank für deinen Kommentar.
      Kann es sein, dass du „Veganer“ meinst, und nicht „Vegetarier“?

      Herzliche Grüße
      Marion

      Antworten
  2. Sandra says:

    Tut mir leid, aber ich finde das, was Du in diesem Artikel beschreibst nicht „entspannt“ und auch nicht „pragmatisch“ sondern inkonsequent und einigermaßen befremdlich für jemanden, der sagt, dass er aus ethischen Gründen vegan sei.

    Bei Fokus auf Gesundheit oder Nachhaltigkeit könnte ich es noch nachvollziehen … da machen die 5% Nicht-Pflanzliches wahrscheinlich keinen großen Unterschied. Aber auch das ist dann nicht vegan. Vegan ist nun mal per definitionem „vollständiger Verzicht auf sämtliche Produkte tierischen Ursprungs“ – und Du kannst da nicht einfach Deine eigene Definition erfinden, nur weil Du es anders betrachtest. Wenn jemand Produkte als „VEGAN“ gelabelt verkaufen würde, die „nur“ 5% Ei, Käse oder Milch enhalten – fändest Du das korrekt und akzeptabel?

    Aber wenn für Dich sogar die ethischen Gründe überwiegen: warum findest Du es annehmbar, dass dann eben nur ein paar Kühe oder Hühner wegen Deines Konsums leiden und sterben? Ist es dann auch annehmbar, wenn jemand wirklich nur ganz selten mal einen Hund tritt? Oder nur ganz selten mal seinem Kind ordentlich den Hintern versohlt?

    Und, ganz ehrlich, wenn Du Deiner Tochter Nudeln mit Eiern und Käse machst, was sie Deiner Aussage nach nicht mal mag, was aber „ganz zufällig“ Dein ehemaliges Lieblingsessen war, und Du das Deiner Ansicht nach dann aufessen „musst“, um es nicht wegwerfen zu müssen – dann steh doch einfach dazu, dass Du selbst auf dieses Lieblingsessen nicht verzichten möchtest und nenn Dich halt Vegetarierin … DAS fände ich entspannter.

    Antworten
    1. Marion says:

      Hallo Sandra,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Ich verstehe, dass für viele das Wort „entspannt“ nicht zu einer Ernährungsweise passt, die nicht zu 100 % vegan ist.

      Wahrscheinlich wäre es konsequenter, meine Ernährung als „überwiegend pflanzlich“ zu bezeichnen. Warum verwende ich trotzdem das Wort vegan? Weil ich finde, dass man auch Veganer*in sein kann, wenn man ab und zu Honig isst oder ein Stück Käse, das sonst im Müll landet. Das ist ja gerade das Thema der veganen Grenze. Wirklich hundertprozentig vegan leben kann wohl niemand, durch den Menschen kommen immer Lebewesen zu Schaden.

      Und zum Lieblingsessen: Ich mag heute weder Eier noch Käse. Wenn ich meiner Tochter alle paar Wochen besagte Nudelpfanne zubereite, dann geschieht das aus dem Wunsch heraus, ihr etwas zu kochen, das sie mag. Leider isst sie nämlich meine veganen Löffelgerichte wesentlich weniger gern als besagte Schmelzkäseecken, gebratenes Lachsfilet und Kräcker mit Molkepulver. Ich persönlich habe kein Interesse mehr an dem Gericht, das mein Lieblingsessen als Zweitklässlerin war.

      Herzliche Grüße
      Marion

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      1. Sandra says:

        Hallo Marion,

        nochmals: vegan ist einfach eine klar definierte Begrifflichkeit, die aussagt, dass keinerlei Produkte tierischen Ursprungs inbegriffen sind. Wenn ein Kuchen „5% Ei“ enthält, dann ist er de facto nicht vegan. Wenn eine Ernährung „5% Nicht-Pflanzliches“ enthält, dann ist sie de facto nicht vegan. Da ist einfach kein Spielraum für „ich finde aber …“. Wenn nicht 100% Pflanze drin ist, ist „vegan“ Etikettenschwindel. Aber, wie andere ja ebenfalls schon festgestellt haben: wozu braucht es denn partout Etiketten, zumindest auf Menschen bzw. deren Ernährungsweisen?

        Das mit den Eier-Käse-Nudeln verstehe ich nach wie vor nicht. In Deinem Kommentar schreibst Du, Du würdest das für Deine Tochter in dem Wunsch zubereiten, ihr etwas zu machen, was sie mag. Im Artikel schreibst Du, Deine Tochter würde die Eier-Käse-Nudeln gar nicht so gern mögen, so dass regelmäßig Du selbst sie dann essen musst … Das klingt für mich persönlich dann eben eher danach, dass Du Gelegenheiten erschaffst, um so etwas essen zu „müssen“ / dürfen, und das fände ich alles andere als entspannt.

        Viele Grüße
        Sandra

        Antworten
        1. Marion says:

          Hallo Sandra,

          du hast Recht, Produkte sind entweder vegan oder nicht vegan, da gibt es keine Graustufen. Bei der Ernährungsweise hingegen sehe ich schon die Möglichkeit, dass sich Person A, die ihre vegane Grenze anders zieht als Person B, als Veganer*in bezeichnen kann. Die Frage ist dann, ob es eine allgemeingültige Grenze überhaupt geben kann.

          Meine Tochter ist zwei Jahre alt und kann mir leider nicht sagen, ob sie Lust auf Nudeln oder Tofu hat. Das Kochen für sie war bisher immer eher Trial and Error – daher meine Versuche mit der Nudelpfanne.

          Herzliche Grüße
          Marion

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          1. Sandra says:

            Vollkommen klar gibt es diese allgemeingültige Grenze beim Anwenden einer Begrifflichkeit mit einer klar umgrenzten Definition.

            Du konsumierst recht regelmäßig tierische Produkte von Honig bis hin zu Fisch (also nicht „einmal im Jahr ein Glas nicht veganen Wein“, wie Du es in einem anderen Kommentar überspitzt hast), bei einer ansonsten pflanzenbasierten Ernährung. Und das ist doch völlig in Ordnung.

            Das als vegane Ernährung zu bezeichnen hingegen finde ich nicht in Ordnung, weil es faktisch unwahr ist.

            In einem anderen Kommentar hast Du geschrieben „Schließlich möchte ich auch mit diesem Blog zeigen, wie einfach und toll es ist, sich vegan zu ernähren.“ – aber mit Deinem Artikel hier zeigst Du doch das genaue Gegenteil auf. Du demonstrierst, dass es anstrengend und schwierig wäre, tatsächlich vegan (d.h. ausnahmslos pflanzlich) zu leben – so dass selbst jene, die sich selbst als Veganer bezeichnen, geradezu Ausnahmen machen „müssen“, damit es sie nicht all ihre Kraft kostet. Ich persönlich finde das sehr schade und für die vegane Bewegung kontraproduktiv.

          2. Marion says:

            Gerade bei der veganen Ernährung gibt es doch Grauzonen. Darf sich die weintrinkende Person Veganer nennen? Ist jemand Veganer, der Honig isst? Kann ich Veganerin sein, obwohl ich hin und wieder tierische Lebensmittel konsumiere, die sonst im Müll gelandet wären?

            Ich möchte keineswegs sagen, dass es generell schwierig und anstrengend ist, sich „hundertprozentig“ (soweit das überhaupt möglich ist) vegan zu ernähren. Sondern dass es für mich, in meiner individuellen Situation, aufwändig wäre. Würde ich alleine wohnen und mir nicht 15 Jahre lang alle möglichen Lebensmittel verboten haben, wäre es auch für mich wesentlich leichter. Wobei die Wohnsituation schwerer wiegt als die Sache mit der Essstörung.

            Wären für die vegane Bewegung nicht Inklusion und Großzügigkeit viel produktiver?

    2. Pat Schibly says:

      Sehe ich genau so wie du. Vegan ist vegan ohne tierische Produkte, ansonsten kann man sich ja als Flexitarier bezeichnen oder als 95%-Veganerin, das wäre mindestens ehrlicherit . Mit der beschriebenen Lebensweise sich als Veganerin zu bezeichnen, ist sich selber etwas vorzumachen und wie du sagst ethisch geht es für mich auch nicht auf. Auch nur jeden neunten Monat jemanden zu vergewaltigen bleibt trotzdem eine Vergewaltigung, auch wenn sie seltener vorkommt, es bleibt ein tragischer Akt.

      Antworten
      1. Marion says:

        Hallo Pat,

        wäre eine Selbstbezeichnung wie „95%-Veganerin“ dann nicht ein Widerspruch in sich?
        Ich plädiere für einen großzügigen Begriff des Veganismus. Was wird verloren, wenn auch Menschen, die hin und wieder Ausnahmen machen, sich als Veganer*innen bezeichnen?
        Ist es nicht wichtiger, sich auf die 95 % zu fokussieren als auf die 5 %?
        Den Vergleich mit Vergewaltigung finde ich problematisch.

        Herzliche Grüße
        Marion

        Antworten
  3. Britta Salvermoser says:

    Hallo Marion, ich finde du hast es toll geschrieben und deine Beweggründe super dargestellt. Deine Ansicht kann ich teilen. Das Problem ist dass Menschen(aus meinem Blickwinkel )alles gerne in Schubladen stecken. Das Leben ist aber nicht schwarz weiß sondern bunt. Und ja überwiegend pflanzliche Ernährung ist doch super.
    Es gibt auch Menschen auf der Erde die in ihrer Region Fleisch essen müssen da die pflanzliche Quelle zu wenig ist. Doch schaut man wie die damit dann umgehen ist das Welten davon entfernt wie es hier bei uns abläuft. Das Tier wir schnell getötet und es wird alles verwertet etc. Der Respekt und die Achtung vor der Natur und ein gutes miteinander ist für mich erstrebenswert. Den oftmals sind es auch radikale Veganer die andere Menschen verurteilen ohne auch nur einen Funken von dessen Leben zu wissen. In dem Sinne wünsche ich mir das jeder sein bestes gibt um Leid in jeglicher Form zu vermeiden

    Antworten
    1. Marion says:

      Hallo Britta,

      vielen Dank für deinen Zuspruch.
      Ich sehe es genauso wie du. Respekt, Achtsamkeit und ein Denken außerhalb von Schubladen bringen uns viel weiter als vorschnelle Verurteilungen und Schwarz-Weiß-Denken.

      Herzliche Grüße
      Marion

      Antworten
  4. Ulrike says:

    Brauchst Du denn die Schublade „Vegan“ unbedingt? Musst Du Dich dafür rechtfertigen, wenn Du Ausnahmen machst? Iss doch einfach, was Du willst und richtig findest! Übrigens gäbe es eine Menge Obst und anderes nicht, wenn es Imker und ihre Bienenvölker nicht gäbe.
    Ich finde es gut, dass Du es tolerierst, dass Deine Familie sich nicht Deinen Essensvorstellungen anpassen.
    Liebe Grüße
    Ulrike

    Antworten
    1. Marion says:

      Hallo Ulrike,

      hm, das ist eine gute Frage. Mir ist das Etikett vegan schon wichtig, weil ich mich als Veganerin verstehe und mir auch viel daran liegt, mich für diesen Lebensstil einzusetzen. Nicht nur aus Gründen der Ethik und Nachhaltigkeit, sondern auch, weil sich pflanzliche Ernährung und Minimalismus wunderbar ergänzen.

      Herzliche Grüße
      Marion

      Antworten
  5. Alex says:

    Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass jede Mahlzeit ohne Tierleid besser ist als eine Mahlzeit mit einem Tier. Keiner muss perfekt sein und 100% geben – es ist schon ein guter Anfang, wenn jeder nur 10% gibt. Damit würde man so viele Tiere retten.

    Jetzt kommen wir zum aber: Die Definition für vegan ist klar definiert. Du erfüllst sie nicht. Ergo, du bist keine Veganerin – was auch nicht schlimm ist, dieses Label zu haben. Du weißt ja, was du für das Tierwohl machst. Ich verstehe nur nicht wieso du krampfhaft dich in die Kategorie, für die du definitiv die Bedingungen nicht erfüllst, reinquetschen willst? Es ist doch okay, keine Veganerin zu sein – Hauptsache, man lebt nach seinen Werten und fühlt sich gut.

    Ein Beispiel: Es gibt eine feste Definition für Rationale Zahlen. Entweder eine Zahl ist eine rationale Zahl oder nicht. Man ist nicht nur „ein bisschen“ eine rationale Zahl. So ist es eben bei Definition, die keinen Spielraum lässt. Wie eben bei „vegan“.

    Aber wozu brauchst du das Label überhaupt, in das du unbedingt reinpassen willst?

    Antworten
    1. Marion says:

      Hallo Alex,

      vielen Dank für deine Anregungen.

      Leider ist nicht alles so eindeutig wie Mathematik. Ist jemand, der sich 364 Tage im Jahr ausschließlich pflanzlich ernährt, dann aber am 365. Tag ein Glas nicht-veganen Wein trinkt, kein Veganer?

      Mir ist diese Bezeichnung wichtig, weil sie meine Werte wiederspiegelt und ich mich der veganen Bewegung zugehörig fühle. Schließlich möchte ich auch mit diesem Blog zeigen, wie einfach und toll es ist, sich vegan zu ernähren.

      Das ist ja gerade die Frage der veganen Grenze: Wann „darf“ sich jemand als Veganer*in bezeichnen und wann nicht? Kann das wirklich streng mathematisch und objektiv festgelegt werden?

      Herzliche Grüße
      Marion

      Antworten
  6. Petra says:

    Ich finde deine Einstellung vom „entspannt veganen“ Leben super.
    Ich weiss gar nicht so recht, wie man das nennt, wie ich mich ernähre, seit ca 20 Jahren großteils vegetarisch, seit kurzem großteils vegan (ca 80%), allerdings esse ich die Eier von meinen eigenen Hühnern und außerdem hin und wieder Fisch und Milchprodukte. Ist wohl eher Flexitarier oder Pescetarier, aber ich denke, man muss das gar nicht unbedingt genau benennen können und schon gar nicht vor anderen rechtfertigen, für einen selber muss es sich stimmig anfühlen. Mein Mann ist übrigens „Fleischesser“, allerdings auch sehr wenig Fleisch. Man kann niemandem etwas aufzwingen oder gar verurteilen, muss jeder selber aus sich und seinem Gewissen heraus entscheiden. lg aus Österreich, Petra

    Antworten
    1. Marion says:

      Hallo Petra,

      vielen Dank, das freut mich!

      Klingt sehr entspannt, wie du dich ernährst. 🙂
      Ich glaube auch, dass man viel mehr erreicht, wenn man entspannt und gelassen etwas vorlebt, als wenn man es mit Druck und Zwang versucht.

      Herzliche Grüße aus Belgien
      Marion

      Antworten
    2. Pat Schibly says:

      „Man kann niemandem etwas aufzwingen oder gar verurteilen, muss jeder selber aus sich und seinem Gewissen heraus entscheiden.“ OK. Aber wenn ein Nachbar einmal im Jahr sein Kind vergewaltigt, kann ich ja auch nicht sagen, er muss es selber aus seinem Gewissen heraus entscheiden! Mir kommt es vor, als ob die nicht ganz Veganer*innen von den Veganer*innen die Bestätigung haben möchten, jawohl, was ihr macht ist vertretbar, also ein OK für ihr Verhalten bekommen möchten. Dies wird Ihnen kaum ein*e Veganer*in vorbhaltslos geben. Du musst es wirklich alleine auf deinen eigenen Schultern tragen, was du machst. Und ich finde der Begriff Vegan ist klar. Entweder man ist es oder man ist es nicht, entweder wird das Tiere quälen und töten unterstützt oder nicht, entweder das Tier ist tot oder nicht, es gibt kein Tier das nur zu 5 % tot ist

      Antworten
      1. Marion says:

        Mir scheint, dass der Fokus auf das Leiden der Tiere manchmal nicht dazu beiträgt, Empathie gegenüber seinen Mitmenschen zu zeigen. Es ist eben nicht für jeden leicht und machbar, sich zu 100 % vegan zu ernähren oder zu leben (was sowieso nicht möglich ist).
        Ich finde es besser, kleine Schritte anzuerkennen und über jedes Ei und jedes Stück Milchschokolade froh zu sein, das nicht gegessen wird.
        Schwarz-Weiß-Denken führt bei einem sensiblen Thema wie Ernährung leider nicht weit.

        Antworten
  7. Natascha says:

    Liebe Marion,
    danke dir für deinen tollen Beitrag! Tatsächlich sprichst du das an, was die ganze Zeit in mir schlummert…darf ich mich überhaupt als vegan bezeichnen? Mittlerweile sage ich, dass ich die pflanzliche Ernährung präferiere und einen Hang dazu habe… ich habe keine Lust mehr mich rechtfertigen zu müssen, dass ich doch auch Auto fahre und ich dabei doch auch Ameisen, Fliegen usw. ermorde… ich bin solche Diskussionen einfach Leid. So vegan wie möglich ist meine Devise und dabei ganz wichtig zudem- andere Menschen nicht zu verletzen. Meine Schwiegermama kocht und backt oft mal für uns. Soll ich sie jetzt anmachen, warum sie da jetzt ein Ei drin hat? Ich meine, meine Liebsten um mich herum sind das Wichtigste für mich und es tut mir Leid- da ist das Ei für mich zweitrangig. Es nicht so, dass sie bspw. ignoriert, sondern einfach, dass sie manchmal verpeilt ist, was vegan/ vegetarisch bedeutet. Des Weiteren haben wir einen 7 Monate alte Sohn, der gerade das Essen für sich entdeckt. Da wir hauptsächlich vegan essen, probiert er natürlich von unserem Essen (Bauchmama stillt noch voll) und da würde ich jetzt auch einen Herzinfarkt bekommen, wenn er demnächst mal was Tierisches probieren will. Ich sehe es einfach wie du- es musst entspannt für die Familie und das Umfeld sein. Und umso gechillter man im Umgang mit Veganismus ist, desto eher bekommt man andere dazu auch mal ein veganes Gericht zu probieren bzw. diese öfters einzubauen…. 95% ist soviel mehr wert, als zu sagen: Ach, ich kann das eh nicht mit dem Veganismus- ich lass alles wie es is(st). Am Ende des Tages gibt es kein schwarz, weiß…sondern einfach eine Grauzone in der jeder Einzelne sich bewegt. Liebe Grüße an dich, Natascha
    P.S.: Vor allem mache ich mir auch Gedanken darüber, weil ich gerade in einer Ausbildung zur Veganen Ernährungsberaterin bin- darf ich dann wirklich noch Kinderschokolade essen? :O ;;

    Antworten
    1. Marion says:

      Hallo Natascha,

      vielen Dank für deinen Kommentar, du sprichst mir aus der Seele.

      Es tut gut zu hören, dass es auch anderen so geht wie mir. Das mit dem Kuchen kann ich sehr gut nachvollziehen, das kenne ich auch.
      Und wenn ich sehe, wie gierig meine Tochter manchmal über das Lachsfilet herfällt, bekomme ich zwar auch einen kleinen Herzinfarkt, frage mich aber auch: Was würde sie in diesem Moment essen, wenn sie ausschließlich pflanzliche Lebensmittel zur Auswahl hätte?

      Herzliche Grüße
      Marion

      P.S. Ich warte schon lange darauf, dass Kinderschokolade endlich vegan wird! 😉

      Antworten
  8. Amelie Bachmann says:

    Hallo Marion!
    Gratulation zu deinem Beitrag, deiner Ehrlichkeit und Offenheit!
    Dass manche jetzt so angepisst und vorwurfsvoll kommentieren, war zu erwarten… Schade!
    Mir geht es fast genauso wie dir! Für mich fühlt es sich tatsächlich besser an in seltenen Ausnahmen mal Fleisch zu essen als Milchprodukte zu konsumieren. Und ich habe gleich 2 Kinder die tatsächlich auch immer(!) Reste übrig lassen und ungern neues probieren.
    Darüber hinaus wohne ich auch mit zwei Erwachsenen nicht Veganern zusammen😅.
    Trotzdem komme ich auch bestimmt auf 95 % vegan und fühle mich absolut gut damit! Und du hast recht die letzten 5 % würden mich 80 % meiner Energie kosten und ich würde mich nicht gut damit fühlen, mir selbst etwas zu verbieten was ich mir gerne gönnen möchte. Diese Ausnahmen geben mir nämlich das Gefühl auf nichts verzichten zu müssen.
    Und ich lebe wirklich sehr viel lieber mit nicht veganern zusammen als mit “alles-oder-nichts-Veganern” die mich für meine Ausnahmen verurteilen würden oder anderweitig unangenehme Gefühle verursachen.
    Ich muss mich vor niemandem rechtfertigen und jeder, der zu egal welchem Prozentteil sich uns anschließt bringt den Planeten und unsere Zukunft ein Stückchen weiter, Hass Kommentare und Vorwürfe dagegen überhaupt nicht!
    Wer etwas will, findet Lösungen…wer etwas nicht will, findet Gründe.

    Antworten
    1. Marion says:

      Hallo Amelie,

      vielen Dank für deinen Kommentar und das tolle Lob.
      Mir geht es genauso wie dir, spannend, dass du auch mit zwei Nicht-Veganern zusammenwohnst!
      Bezeichnest du dich selber denn als Veganerin oder ist dir das Etikett egal?

      Herzliche Grüße
      Marion

      Antworten
      1. Amelie Bachmann says:

        Also ich bezeichne mich als “überwiegend vegan” und ich muss ja auch für niemanden 100% vegan sein, da mich bzw. uns das als Familie auch viel zu sehr unter Druck setzen würde. Und das wäre das Gegenteil von entspannt 😅❤️

        Antworten
  9. Eine entspannte konsequente Veganerin says:

    Moin.

    Vorweg: Ich finde an dieser Lebensweise wenig Kritikwürdiges und finde es auch gut, dass du dich in den Werten des Veganismus wiederfindest.

    Und nun kommt das Aber: Deine Inkonsequenz beschert anderen Veganer:innen Probleme, weil andere Nichtveganer:innen dieses Verhalten beobachten und daraus Schlüsse auf die Allgemeinheit ziehen. Sie schließen daraus, dass Veganer:innen eben doch Tierprodukte konsumieren. Dass ein wenig Butter, Milch, Ei, Speck,… nicht der Rede wert sei. Sie respektieren konsequente Veganer:innen weniger und versuchen zu überreden („Das bisschen Ei.“ „Ein Stückchen wird dich nicht umbringen.“ „Ich habe das Fleisch ja rausgefischt.“).
    Das kann mitunter sogar gefährlich sein, weil eine Person die auf etwas Tierisches allergisch reagiert evtl. einfach vegan bestellt und dann Essen „mit nur ein bisschen Tier“ bekommt. Primär trägst du so aber zur Verwässerung des Begriffs bei und sorgst dafür dass andere mit übergriffigem Verhalten und ätzenden Diskussionen konfrontiert sind.

    Wie dir andere schon mitgeteilt haben, ist es nichts Schlimmes, selbst nicht vegan zu sein. Ich kenne sogar Omnis, die sich sehr für eine vegetarische oder vegane Lebensweise einsetzen und dennoch selbst nicht ganz von Tierischem lassen können. Die allermeisten Lebensmittelretter:innen, die ich kenne, nennen sich Flexitarier:innen, weil sie eben ab und an doch gerettete tierische Lebensmittel konsumieren. Meistens wenn sie niemanden zum Weitergeben finden.

    Von mir aus kann man auch sagen, man lebe „überwiegend vegan, aber nicht vollständig“. Das ist aus meiner Sicht zwar noch immer fragwürdig, macht aber deutlich, dass man eben doch nicht vegan lebt. „Entspannt vegan“ klingt, als seien andere unentspannt und kleinkariert, nur weil sie keine Ausnahmen machen.

    Noch ein Funfact: „Vegetarisch“ hießt ursprünglich pflanzlich. Da Menschen aber zu faul waren, sich als Ovo-Lacto-Vegetarisch zu bezeichnen, wurde es zunehmend als selbstverständlich angenommen, dass Vegetarier Milch und Eier konsumieren. Dieses Problem haben die (Ovo-Lacto-)Vegetarier:innen nun auch mit den Pescetarier:innen, die – obgleich sie sogar ein eigenes Wort hätten – sich selbst oft als vegetarisch bezeichnen und so die immer wiederkehrende Annahme befeuern, dass Vegetarier:innen äßen Fisch.
    Das Kunstwort „vegan“ wurde erfunden, weil die bedeutung von „vegetarisch“ so ausgewaschen war, dass es für Veganer:innen nicht mehr taugte. Mehr zur Geschichte des Begriffs und der Bewegung findet sich auf der Seite der Vegan Society.

    Also bitte nimm Abstand von der Selbstbezeichnung „vegan“ solange du noch Ausnahmen machst.

    Ich wünsche dir ein gesundes und Jahr 2021 und alles Gute auf deinen weiteren Wegen.

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    1. Marion says:

      Moin moin,

      vielen Dank für deinen Kommentar.

      Ich stimme dir zu, dass die Kombination der Wörter entspannt und vegan so klingen könnte, als sei eine hundertprozentig vegane Ernährungsweise nicht entspannt. Das ist natürlich Quatsch, entspannt ist immer, was man selbst daraus macht.

      Dein Einwand mit der Verwässerung des Begriffs vegan ist interessant.
      Hier geht es wieder um die Frage: Was ist vegan? Wo setzt man die Grenze?
      Jemand, der einmal in der Woche Käse isst, ist kein Veganer. Aber wie sieht es mit jemandem aus, der nur alle paar Monate etwas Tierisches zu sich nimmt?
      Kann man sich Veganer*in nennen, wenn man sich ausschließlich pflanzlich ernährt, aber bei Bier und Wein nicht aufs Etikett achtet?

      Ich denke, die relevante Unterscheidung ist die zwischen einem veganen Gericht und einer veganen Ernährungsweise. Ein veganes Gericht ist vegan oder nicht-vegan. Eine Ernährungsweise lässt mehr Graustufen zu.

      Herzliche Grüße und auch Dir alles Gute
      Marion

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      1. Petra says:

        Spannend in diesem Zusammenhang des Begriffs Vegan finde ich auch – nachdem dieser ja nicht nur für die Ernährung gilt, sondern für das gesamte Leben – dass man oft gar nicht ahnt, wobei überall Tiere zu Schaden kommen (zB Regenwaldabholzung für den Anbau von pflanzlichen Lebensmitteln und dadurch Artensterben etc. – die Liste an Beispielen könnte man wohl beliebig lange fortsetzen). Oder so wie ich jetzt im Nachhinein draufgekommen bin, dass mein neu gekauftes Auto ein Lenkrad aus Leder hat. Dürfte man sich streng genommen auch nicht VeganerIn nennen, wenn man ein Auto mit Lederlenkrad fährt, auch wenn man sich sonst zu 100% vegan ernähren würde? Oder gilt der Begriff nur für Dinge, die einem bewusst sind und man beeinflussen kann, wie zB Lederschuhe kaufen, Kosmetik ohne Tierversuche etc – denn sonst gäbe es wohl gar keine VeganerInnen.. ?

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      2. Petra says:

        Ok… habe jetzt eine Begriffs-Definition auf der Internetseite vegan.at gefunden und da steht „..soweit wie praktisch durchführbar..“, damit ist meine vorherige Frage wohl hinfällig.. 😉

        „Veganismus ist eine Lebensweise, die versucht – soweit wie praktisch durchführbar – alle Formen der Ausbeutung und Grausamkeiten an leidensfähigen Tieren für Essen, Kleidung und andere Zwecke zu vermeiden; und in weiterer Folge die Entwicklung und Verwendung von tierfreien Alternativen zu Gunsten von Mensch, Tier und Umwelt fördert. In Bezug auf die Ernährung bedeutet dies den Verzicht auf alle Produkte, die zur Gänze oder teilweise von Tieren gewonnen werden.“

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        1. Marion says:

          Hallo Petra,

          die Definition ist interessant, weil hier die Rede von „versucht“ und „soweit durchführbar“ ist.
          Ich bin dafür, diese Wörter großzügig auszulegen. Denn wer möchte anderen vorwerfen, dass sie es nicht ausreichend „versuchen“, Leid und Ausbeutung zu vermeiden?

          Herzliche Grüße
          Marion

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      3. Eine entspannte konsequente Veganerin says:

        „Aber wie sieht es mit jemandem aus, der nur alle paar Monate etwas Tierisches zu sich nimmt?“
        Wenn du bewusst Tierisches konsumierst, bist du kein:e Veganer:in. So einfach ist das. Wenn du bewusste Ausnahmen von einer veganen Ernährung machst, ernährst du dich nicht vegan. Und sei es einmal im Jahr Lachs zu Weihnachten (Mein Lebensgefährte war lange nichtmal vegetarisch, wegen genau dieser einen Ausnahme und ich war lange nicht vegan deswegen). Ist es bewusst und vermeidbar, passt die Selbstbezeichnung nicht.
        Wenn du bewusste Ausnahmen bzgl. der Anschaffung sonstiger tierischer Produkte machst (bspw. Wollpullis), obwohl es Alternativen gibt, lebst du nicht vegan.

        Tatsächlich ist die Bezeichnung Veganer:in ohne weitere Angaben uneindeutig in Bezug darauf, ob „nur“ die Ernährung oder der gesamte Lebensstil gemeint ist. Da kommt es in der Regel auf den Kontext an, aber schon hier scheiden sich die Geister, ob sich Personen, die sich nur (konsequent) pflanzlich ernähren bereits Veganer:innen nennen sollten, weil es sich beim Veganismus eigentlich um den gesamten Lebensstil handelt. Insbesondere legen hier viele Wert auf die Formulierung. („Ich ernähre mich vegan.“ wird in der Regel weniger kritisch gesehen als „Ich lebe vegan.“)

        Das Auftragen/Aufbrauchen von Vorräten aus der vorveganen Zeit sei hier explizit ausgenommen, weil ein Nichtauftragen oder -brauchen teilweise dem häufig mit dem Veganismus einhergehenden Nachhaltigkeitsgedanken im Widerspruch steht. Viele geben aber noch Gutes oder Geschlossenes weiter und behalten nur Angebrochenes und Teile mit starken Gebrauchsspuren.

        Letztendlich sollte aus meiner Perspektive die Selbstbezeichnung vegan nur verwendet werden, wenn keine bewussten Ausnahmen gemacht werden, wo es bekannte Alternativen gibt und ein Verzicht nicht folgenlos möglich ist. (Bspw. Medikamente)

        Eine Person kann vegan sein sein, auch wenn sie unveganen Weichspüler kauft, weil sie es nicht besser weiß. Kauft sie ihn weiterhin, nachdem sie aufgeklärt wurde, ist sie nicht vegan. Ob jemand vegan is(s)t oder nicht, hängt also stark mit dem Aufklärungsstand der individuellen Person zusammen und kann, nur anhand ihres Konsumverhaltens allein, nicht beurteilt werden.

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        1. Marion says:

          Inwiefern unterscheidet sich denn das Aufbrauchen nicht-veganer Vorräte von dem Verzehr tierischer Lebensmittel, die
          ich nicht selber gekauft habe und die ansonsten im Müll landen würden?

          Für mich ist in der Tat entscheidend, dass ich tierische Lebensmittel, die ich hin und wieder verzehre, nicht selber kaufe, Honig ausgenommen.
          Würde ich regelmäßig Käse, Milch und Eier kaufen, würde ich mich gar nicht als Veganern bezeichnen (wollen).

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  10. Arno Grabher says:

    Außerdem führst du dir durch deine Form des Vegetarismus das, dem Veganer fehlende vitb12 zu.
    Ich lebe dieses „entspannte Veganerleben“ bereits seit über 20 Jahren und fühle mich gut dabei. Ich brauche kein Tier zu töten, un ein bisschen schmackhaften Gorgonzola zu bekommen. Alles im Maße!!

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    1. Sarah says:

      Du tötest Milchkühe und Milchkälber. Ich bin immer wieder überrascht und schockiert wie wenig viele vegetarisch lebende Menschen wirklich über ihre Ernährungsform wissen. Die Milchindustrie ist mindestens so grausam, wie die Fleischindustrie. Milchkühe befinden sich im ständigen Zyklus der gewaltsam aufgezwungen Schwangerschaft und Geburt, nachdem wird das Kind weniger als 24h nach der Geburt von ihr genommen, isoliert und nach 2-3 Wochen geschlachtet (wenn männlich) oder aufgezogen zur Milchkuh. Dann ist sie nicht mehr als ein laufender Euter, gezüchtet dafür das Gewicht der Milcheuter kaum noch tragen zu können, oft mit völlig blutigen und entzündeten Eutern. Nicht umsonst gibt es Richtlinien wie viel Eiter und Blut gerade noch in Milch sein darf. Nach ca. 5 Jahren bricht die Kuh psychisch wie physisch in diesem Kreislauf zusammen. Und wird …. geschlachtet, weil sie nicht mehr genug Profit abwirft. Dabei könnte sie je nach Rasse 18-22 Jahre alt werden.

      Ich würde Ihnen also entweder empfehlen sich mit dem Thema mal zu beschäftigen und fundiertere Aussagen zu treffen, oder davon abzusehen solche Behauptungen aufzustellen (ich brauche kein Tier töten…). Wobei die Aussage streng genommen stimmt, denn selbst aktiv töten tust du sie nicht, du bezahlst dafür, dass sie getötet werden und dafür, dass man dir vorgaukelt deine Lebensform würde keine Tiertode mit sich bringen

      Antworten
  11. Britta says:

    Ich verstehe nicht warum du dich nicht einfach als Vegetarier bezeichnest?! Oder sogar als Omnivore oder Pesce. Du isst ja Fisch, wie du geschrieben hast. Vegan essen bedeutet doch rein pflanzlich zu essen. Das mit den Prozent finde ich okay,Ich sage ja auch, ich bin Vegetarier, sogar zu 95% vegan. Wenn ich Fisch essen würde, dann würde ich aber sagen ich bin Pescetarier, aber esse zu 90% vegetarisch.

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    1. Marion says:

      Hallo Britta,

      ich sehe mich selber als Veganerin, weil ich für mich ausschließlich vegan koche und außer dem Honig auch nur pflanzliche Lebensmittel einkaufe.
      Reste tierischer Lebensmittel zu essen, die ansonsten im Abfalleimer landen würden, finde ich nicht relevant bei der Unterscheidung vegan-vegetarisch.

      Herzliche Grüße
      Marion

      Antworten
  12. Jens says:

    Entspannt vegan… Hab ich auch noch nie gehört. Und ich lebe jetzt 4 Jahre vegan.

    Eine vegane Lebensweise ist per Definition ethisch motiviert. Der Antrieb gewisse Produkte nicht zu konsumieren rührt von der ethischen Ablehnung und dem Gedanken keine Tiere für den eigenen Konsum leiden zu lassen. Ich lese bei dir aber immer eine sehr egozentrische Sicht heraus. Dass es für dich „entspannt“ ist, Honig, Eier oder andere Tierprodukte zu essen. Das unterscheidet sich fundamental von einer veganen Lebensweise und würde ich jetzt als vegetarisch oder flexitarisch bezeichnen. Viele nicht-vegane Menschen suchen dann ja auch bei anderen nach Absolution ihre mangelnde Konsequenz gutzuheißen. Mal eine Frage: Wie stehst du zum Kauf tierischer Materialien bei Kleidung und Kosmetik und zu Zoobesuchen?

    Und: würdest du bei einer anderen ethischen Fragestellung ähnlich „entspannt“ handeln?

    Antworten
    1. Marion says:

      Hallo Jens,

      für mich ist ethisch relevant, dass ich keine tierischen Produkte kaufe. Der Verzehr von Lebensmitteln, die ansonsten in den Müll wandern würden, ist anders zu bewerten – zumal das nicht täglich vorkommt und ich es versuche, zu vermeiden.

      Ich glaube nicht, dass mangelnde Konsequenz ein großes Problem ist. Vielen ist einfach nicht bewusst, was hinter scheinbar harmlosen Produkten wie Milch, Eiern etc. steckt. Aber wenn sich jemand Gedanken darüber macht, sich informiert und Schritte in die richtige Richtung geht, dann soll er sich doch nennen, wie er möchte.

      Das einzige Kosmetikprodukt, das ich kaufe, ist (vegane) Maskara. Kleidung kaufe ich ausschließlich gebraucht und Zoobesuche heiße ich nicht gut.

      Herzliche Grüße
      Marion

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  13. Sarah says:

    Ich finde deinen Artikel grandios, auch wenn es da Leute gibt die da nicht meiner Meinung sind.

    Klar, zu 100% vegan zu leben ist das Endziel und ich freue mich mir und für jeden der da schon angekommen ist. Trotzdem sind wir uns doch alle einig, dass jeder Schritt in die vegane Richtung und weiter weg von Tieren und ihren Bestandteilen ein echter Erfolg ist. Perfektion ist bei den wenigsten gewesen und ich finde es schöner sich zu unterstützen anstatt sich gegenseitig in die Pfanne zu hauen, was man noch besser machen könnte. Findet man selbst ja auch nicht schön. Wer es schafft neben vegan auch noch zero waste, regional, bio und Strom- oder genrell Resourcensparend auf die Kette zu bekommen ist sowieso mein persönlicher Held! Dennoch weis ich gut, dass alles nicht immer zu 100% umsetzbar ist.

    Ergo: 95% sind verdammt gut! Punkt! Und näher an den veganen 100% als so mancher Omni. Und gerade in diesen crazy Zeiten ist ein wenig Zugestädnis zu sich, in welcher Form auch immer, meiner Meinung nach völlig ok. Weiß ich, sieht auch sicher nicht jeder so, ist aber mein Leben. Ätsch!

    Antworten
    1. Marion says:

      Hallo Sarah,

      vielen Dank für deinen Kommentar und das tolle Kompliment.

      Ich stimme dir vollkommen zu, jeder ist auf einem Weg und jeder Schritt zählt. Entscheidend ist, dass man überhaupt über seinen Konsum nachdenkt und versucht, etwas zu ändern.

      Herzliche Grüße
      Marion

      Antworten
  14. Amelie Bachmann says:

    Also ich sträube mich gegen die Bezeichnungen Flexitarisch und vor allem Vegetarisch.
    Weil es bedeuten würde, dass ich Fleisch ablehnen bzw. gelegentlich essen würde aber Eier und Milchprodukte konsumieren würde.
    Dabei verhält es sich ganz anders…seit ich selbst Mutter bin und gestillt habe finde ich es grauenerregend Milch und deren Produkte wie selbstverständlich zu konsumieren. Daher passen diese Bezeichnungen für mich nicht.
    Ich finde es aber auch Quatsch hier zu sagen man dürfte sich jetzt nicht vegan nennen oder soll sich Vegetarier nennen!
    Vor allem finde ich, dass Marion doch mehr veganen Einfluss auf ihre Mitbewohner hat als umgekehrt, wenn sie die Reste ihrer Tochter wegwirft und somit auf 99% vegan kommt ist sie 1. sehr viel näher an vegan als an vegetarisch/flexitarisch. Die Lebensmittelverschwendung würde aber zunehmen und das möchte Sie nicht! Noch einen Punkt für einen veganen lebensstil!
    Und(ganz ernst gemeinte) Frage am Rande, habt ihr 100% Veganer alle eure Gürtel, Schuhe und Taschen aus Leder verkauft/verschenkt, bevor ihr euch vegan genannt habt?

    Antworten
    1. Marion says:

      Hallo Amelie,

      vielen Dank für deinen Kommentar und Zuspruch, ich stimme dir vollkommen zu, mir geht es genauso mit der Selbstbezeichnung.

      Ich verstehe nicht, warum es einigen so schwer fällt, zuzugestehen, dass sich auch 80%- oder 95%-Veganer*innen Veganer*innen nennen können, wenn sie es denn möchten.

      Herzliche Grüße
      Marion

      Antworten
  15. Sarah says:

    Wer bewusst und wissend tierische Produkte konsumiert ist kein Veganer. Er ist je nach Anteil vielleicht mainly plant-based. Ende der Diskussion. Es gibt hier eindeutige Definitionen, die Menschen, die so leben das Leben leichter machen, weil sie NICHT jedes Mal neu erklären müssen: „nein, auch kein bisschen Ei. NEIN auch keinen Schuss Milch.“

    Selbst als Vegetarierin hat es mich tierisch (ha ha) genervt ständig zu rechtfertig zu müssen, dass „nein, vegetarisch bedeutet auch kein Fisch“. Nur weil irgendwelche Flexitarier meinen sich „vegetarisch“ nennen zu müssen.

    Es ist völlig irrelevant wie die Autorin „es findet“, wenn man sie als hauptsächlich pflanzenbasierten Omnivor bezeichnet. Aber das ist sie und sie kann für sich selbst das anders definieren wollen, aber die äußere Definition ändert sich nicht. Schade, dass sie so gar nicht sieht inwiefern sie der Bewegung, der sie sich angeblich nahe fühlt damit schadet. Aber ich habe hier schon sehr fundierte und geduldige Erklärungen gelesen und wenn die nicht reichen, muss man sie wohl auf ihren Dampfer lassen. Vielleicht fühlt sie sich dann eher hipp.

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    1. Marion says:

      Hallo Sarah,

      für mich ist entscheidend, dass ich keine tierischen Produkte kaufe und damit durch meinen Konsum nicht zum Tierleid beitrage. Honig ist ein Thema, das es vielleicht lohnt, einzeln zu diskutieren.

      Auch wenn ich hin und wieder nicht-vegane Reste meiner Tochter oder ein Stück Schokolade esse, würde ich es nach außen nicht an die große Glocke hängen. Wenn ich zu Besuch bin oder für andere koche / backe, gibt es keine Ausnahmen. Das macht es für alle leichter, und ich sehe auch die Schwierigkeit mit „ein Schuss Milch schadet doch nicht“.

      Ums Hippsein geht es mir übrigens nicht. In meinem Umfeld gibt es keine*n einzige*n Veganer*in und generell habe ich nicht das Bedürfnis, jemandem etwas zu beweisen. Ganz im Gegenteil macht meine Ernährungsweise die Beziehung zu meinem Freund alles andere als einfach.

      Herzliche Grüße
      Marion

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