Mit Frugalismus Geld sparen: 5 simple Methoden

5 simple Methoden, um mit Frugalismus Geld zu sparen

Um mit Frugalismus Geld zu sparen, muss man nicht gleich alle Möbel verkaufen und mit Sack und Pack in eine Wohngemeinschaft ziehen. Es sind kleine Dinge, die dabei helfen, einfacher zu leben und weniger Geld auszugeben. Welche der Frugalismus-Spartipps setzt du bereits um?

1. Spartipp: Koche selber

Der Frugalismus-Spartipp Selberkochen kann auf drei Situationen angewandt werden:

  1. Essen bestellen
  2. Essen gehen
  3. Essen unterwegs kaufen

1.1. Selberkochen statt Essen bestellen

Bei uns um die Ecke gibt es eine türkische Pizzeria mit Lieferservice. Montags und Donnerstags ist Pizza-Tag, dann kostet eine mittlere Pizza nur 6,99 Euro.
Mein Freund ist großer Fan davon, die Pizza-Tage auszunutzen. Für zwei Pizzen (wir teilen sie uns mit dem Töchterchen) bezahlen wir rund 14 Euro. Ein Schnäppchen, nicht?

Eine selbstgemachte Pizza kostet ein Drittel davon – und das auch nur, wenn man den Teig kauft und nicht selber macht, tierischen Käse und andere nicht-vegane Dinge als Belag nimmt. Eine vegane, vollständig in Eigenproduktion hervorgebrachte Pizza würde rund 2 Euro kosten.

Und sie ist nicht nur siebenmal günstiger als das bestellte Modell, sie schmeckt auch (mindestens fünfmal) besser. Weiterer Vorteil: Kein Pizzakarton-Abfall.

Tolle Rezepte für vegane Pizza habe ich bei Christof auf Einfach bewusst und bei Katrin und Daniel auf bevegt gefunden:

1.2. Selberkochen statt ins Restaurant gehen

Besagte Pizzatag-Pizza ist ein Schnäppchen verglichen mit Preisen, die von anderen Schleudern, Imbissen oder Restaurants verlangt werden.

Mayonnaise bei meiner Lieblings-Pommesbude kostet 0,80 Euro. Gut, dass ich mich vegan ernähre und beim Pommesessen meine eigene Veganaise dabei habe.

Für ein rotes Thai-Curry bezahlt man in Antwerpen locker 13 bis 15 Euro. Gestern haben wir Pad Thai gegessen, die vegane Variante kam mir mit 9,90 Euro günstig vor – dabei war außer Nudeln, Zwiebeln und Erdnussbröseln nichts Nenneswertes enthalten. Ein Gericht, das zuhause mit einfachen Mitteln für 0,50 Euro zubereitet werden kann. Ganz zu schweigen davon, dass eine Flasche Tsing-Tao-Bier aus dem heimischen Kühlschrank 2 Euro weniger kostet als im Asia-Restaurant, aber dazu mehr weiter unten.

Es ist schön, essen zu gehen.

Aber nicht jede Woche. Es lohnt sich schlicht nicht. Bei fast allem, das ich auswärts esse, denke ich: „Das hätte ich zu einem Bruchteil des Preises genauso gut selber kochen können.“ Okay, vielleicht nicht genauso gut. Aber zu 80 Prozent genauso gut.

So lässt sich leicht mit Frugalismus Geld sparen:

Wenn du keine Lust hast, immerzu in deinen eigenen vier Wänden zu essen, nimm doch das Essen mit nach draußen! Schnapp dir deine Lieben und eine Picknickdecke und los geht’s!
Im Winter oder bei schlechtem Wetter kannst du ein Picknick bei dir zuhause machen. Einfach eine Decke auf dem Fußboden ausbreiten, Kissen dazu für diejenigen, die nicht lange auf dem Boden sitzen können, das Abendessen und ein paar schöne Getränke – Kinder lieben solche Miniabenteuer. Und auch du wirst deine Wohnung aus einem ganz neuen Blickwinkel kennenlernen.

Mit Frugalismus Geld sparen: Picknick im Zimmer statt Essengehen

1.3. Mitnehmen statt unterwegs kaufen

Wie oft kaufst du dir ein belegtes Brötchen am Bahnhof, einen Joghurt mit Früchten zum Mitnehmen oder überteuerte Salatschalen?

Wenn ich mehrere Stunden unterwegs bin, habe ich immer Proviant dabei.

Je nach Länge der Fahrt oder Reise nehme ich mit:

  • Obst (Apfel, Banane, Birne, Mandarinen…) und Gemüse (Möhren, Tomaten, Gurke, Paprika…)
  • Belegtes Brot oder Hülsenfrucht-Salat (bestehend aus Kichererbsen oder Linsen, kleingeschnittenem Gemüse, Nüssen, Olivenöl & Sojasoße)
  • Vegane Proteinriegel
  • Dunkle Schokolade
  • Wasser
  • Tee

Die Vorbereitung dauert gerade mal fünf Minuten.
Zwar nimmt vorbereitetes Essen Platz in der Tasche weg – aber hey, ist das nicht eine Supermethode, um minimalistischer zu packen?

Essen und Getränke von zuhause mitzunehmen ist nicht nur um ein Vielfaches günstiger als Snacks und Mahlzeiten unterwegs zu kaufen.
Du ernährst dich gleichzeitig auch gesünder, weil du weniger Fett, Zucker und Salz zu dir nimmst und (wahrscheinlich) mehr Gemüse isst.

Falls du doch mal kein Meal Prep dabei hast: Hier habe ich aufgeschrieben, wie du dich unterwegs möglichst gesund, nachhaltig und verpackungsarm ernähren kannst: Gesundes Essen unterwegs plastikfrei einkaufen – 23 Tipps für weniger Müll to go

Mit Frugalismus Geld sparen: 5 simple Methoden

2. Spartipp: Kaufe echte Lebensmittel

Viele meiner Freunde und Bekannten wundern sich, wenn ich ihnen erzähle, dass ich nur 120 bis 150 Euro für Lebensmittel im Monat ausgebe.

Wenn ich dann noch sage, dass von diesem Betrag auch meine Tochter satt wird und ich vegan lebe, ist das Erstaunen umso größer.

Dabei ist es ganz einfach:

  • Ich kaufe naturbelassene Lebensmittel statt hochverarbeitetes Convenience-Food. Reis, Dinkel, Mehl, Kidneybohnen, Linsen, Äpfel und Brokkoli sind günstige Lebensmittel.
  • Ich lasse vegane Ersatzprodukte links liegen und greife stattdessen zu Tofu und Hülsenfrüchten.
  • Regionales und saisonales Obst und Gemüse schmeckt nicht nur besser und ist nachhaltiger als aus Argentinien eingeflogene Himbeeren und Blumenkohl aus Marokko, es ist auch um ein Vielfaches günstiger.

Außerdem mache ich vieles selbst. Für veganes Eis aus dem Supermarkt bezahlt man in Belgien schnell 5 Euro. Reife Bananen bekomme ich auf dem Wochenmarkt und im Bioladen sogar gratis und stelle daraus köstliches veganes Eis selber her.

Selbstgemachtes Hummus schmeckt besser und enthält weniger zweifelhafte Zutaten als gekauftes. Brot backen geht einfacher und schneller als du denkst. Und statt teure pflanzliche Fruchtjoghurts zu kaufen, püriere ich frische Früchte in Natur-Pflanzenjoghurt.

Mehr Tipps, um beim Einkaufen und Kochen mit Frugalismus Geld zu sparen, kannst du in meinem Gastbeitrag auf Einfach bewusst nachlesen: Mit 3 Euro am Tag einfach vegan kochen

Mit Frugalismus Geld sparen: 5 simple Methoden

3. Spartipp: Kaufe gebraucht

Neue Kleidung, Spielsachen, Handys und Computer zu kaufen ist ökonomisch ungefähr so klug wie die Anschaffung eines Neuwagens.

Du fährst die Karre aus dem Autohaus raus – und schwupps, ist sie nur noch die Hälfte wert.

Meine Tochter wird im Dezember drei Jahre alt. Die elf Paar Halbschuhe, Gummistiefel und Sandalen, die sie bisher getragen hat, haben insgesamt 280 Euro gekostet.
Hätte ich die Kollektion aus neuen Modellen zusammengestellt, hätte sie über 600 Euro gekostet.

Für Kleidung und Spielsachen habe ich noch viel weniger ausgegeben. Das meiste haben wir auf Flohmärkten oder auf Online-Gebrauchtbörsen gekauft.

Gebraucht kaufen ist nicht nur günstiger, sondern auch nachhaltiger. Was du gebraucht kaufst, muss nicht produziert werden.

Das schont Ressourcen und spart Energie, die für die Herstellung und den Transport benötigt wird. Außerdem boykottierst du mit dem Kauf von Secondhand-Kleidung Kinder- und Sklavenarbeit in den armen Ländern dieser Welt.

4. Spartipp: Trinke Bier im Park

Kneipen und Cafés sind toll.

Aber mal ehrlich: Warum sollte ich den dreifachen Betrag für eine Flasche Bier bezahlen, nur weil ich in einer Kneipe sitze?*

*Natürlich müssen Gastronomiebetriebe Getränke teurer verkaufen als sie sie einkaufen. Für mich schmeckt das Beck’s aus der Flasche dennoch immer gleich, ob ich es nun im Café oder im Park trinke.

Ich gehe aus zwei Gründen in Bars:

  1. Ich möchte ein frisch gezapftes Bier vom Fass trinken. Da ich keine Hobby-Bierbrauerin bin, lässt sich das weder in meiner Wohnung noch auf der Parkbank realisieren.
  2. Ich treffe mich mit mehreren Freunden oder mit Menschen, die ich noch nicht so gut kenne. Das geht zwar auch in der eigenen Wohnung, ist aber nicht immer eine gute Idee.

Du kannst eine Menge Geld sparen, wenn du deine Kneipen-, Cafe- und Barverabredungen in dein Wohnzimmer, deine Küche oder in den Park verlegst.

Wer es stilvoll mag, bringt eine Picknickdecke und ein paar Gläser mit. Tipp für Eiskalt-Biertrinker: Leg die Bierflaschen eine Stunde, bevor du aufbrichst, ins Eisfach. So bleibt der Inhalt noch eine Weile schön kalt.

Im Juli 2021 habe ich 14 Biere gekauft und dafür insgesamt 23 Euro ausgegeben. Eins davon habe ich in einer Art Kneipe getrunken – im Speisewagen des Eurocity von Berlin nach Danzig.

Hätte ich alle 14 in einer Bar geordert, hätte mich der Spaß mindestens das Doppelte gekostet, ohne jedoch mehr Spaß zu bringen.

Je mehr Bier du trinkst, desto mehr rentiert sich die Parkbank-Trinkerei.
Das Ganze funktioniert natürlich genauso gut (oder sogar besser, weil die Ersparnis größer ist) mit Wein, Sekt, Cocktails oder einem schlichten Mineralwasser.

5. Spartipp: Fahrrad statt Auto. Echtes Fahrrad statt Elektrorad.

Autos sind teuer und kosten Nerven.
Sie machen schlechte Laune (wer steht gerne im Stau? wer mag den Geruch von Autos?) und sorgen dafür, dass wir uns zu wenig bewegen.

Warum nicht das Wagnis eingehen und das Auto verkaufen?
Was hast du zu verlieren? Notfalls besorgst du dir halt ein neues.

Und wie soll ich zur Arbeit kommen?

Mit dem Fahrrad!

Ein sportliches Fahrrad ohne viel Schnickschnack (es muss kein Rennrad sein) bringt es auf 20 Stundenkilometer. Selbst wenn dein Arbeitsplatz 10 km entfernt ist, bist du in einer halben Stunde da.

Gute Laune, Bewegung und frische Luft inklusive.

Dann kaufe ich mir ein Elektrorad!

Wenn ich mit dem Fahrrad unterwegs bin, sehe ich nur Menschen auf Rennrädern oder auf Elektrofahrrädern.

In Antwerpen. Antwerpen ist nicht Innsbruck.

Mit Frugalismus Geld zu sparen geht am einfachsten, indem man auf die simpelste und naheliegendste Lösung zurückgreift.

Ein Elektrofahrrad kostet mindestens das Dreifache eines robusten sportlichen Fahrrads ohne Düsenantrieb. Und es ist mindestens dreimal so schwer.

Die einfache Lösung in dem Fall lautet:
Besorge dir ein leichtes und sportives Fahrrad, mit dem du leicht Hügel rauf- und sie schnell wieder runterfahren kannst.

Das kostet dich…

  • einen geringeren Anschaffungspreis
  • keinen Strom
  • weniger Nerven (es muss nicht ständig aufgeladen werden)
  • weniger Reparaturkosten
  • weniger oder keine Versicherungskosten
  • weniger Sorgen, dass es gestohlen wird.

Und bringt dir mehr Bewegung und 2000 Euro zusätzlich auf dem Bankkonto.

Bildquellen: ©Unsplash: Kutan Ural (Beitragsbild), Lizgrin F (Park)

Hast du noch mehr Tipps, um mit Frugalismus Geld zu sparen? Was tust du, um weniger Geld auszugeben? Ich bin gespannt auf deinen Kommentar!

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Marion

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Kommentare

  1. Stephanie says:

    Statt Bier Leitungswasser/Tee. Statt Fitnessstudio wandern, Treppen steigen, Trimm-dich-Pfad, Sachen (Kleidung, Geschirr usw nur keine Lebensmittel) aus dem Verschenkeschrank, Bücher und Spielsachen aus dem Bücherschrank.

    Antworten
    1. Marion says:

      Hallo Stephanie,

      das sind tolle Tipps, vielen Dank!
      Ich finde Konzepte wie Foodsharing toll, leider sind sie in Belgien (noch) nicht so verbreitet. Ist das etwas, das du dir gar nicht vorstellen kannst?

      Herzliche Grüße
      Marion

      Antworten
  2. Julia says:

    Hallo,

    wir retten immer wieder über Foodsharing Lebensmittel, haben im Nachbarort einen Fairteiler. Das ist klasse, weil wir finden, das Lebensmittel nicht in die Tonne gehören.
    Ich fahre so oft es geht mit dem „richtigen“ Rad in die Arbeit, eine Stunden pro Tag gesamt. Dafür habe ich einmal in eine gute Regenhose und Regenjacke investiert. So bekomme ich nach der Arbeit auch den Kopf frei. Und es macht mich tatsächlich zufriedener. Ich sehe wie die Natur sich verändert, jetzt im Herbst fahre ich unter bunten Blättern, im Winter liegt schon mal Schnee und wenn im Frühling die Bäume wieder Blätter bekommen freue ich mich.
    Da wir uns vegetarisch ernähren gehen wir selten essen. Wir geniessen es Samstagabend auf dem Sofa zu essen und dabei zu viert einen Film zu schauen. Derzeit ist es die Marvel-Reihe. Für uns das Highlight der Woche.
    Wir vermissen es nicht wegzugehen, das haben wir früher gemacht. Wir gehen gern ab und zu ins Kino, oft am Kinotag.
    Wir haben auch nicht das Gefühl zu verzichten, im Gegenteil. Wenn wir essen gehen und das Essen schmeckt vielleicht mal nicht so gut, ärgern wir uns ein wenig.
    Liebe Grüße
    Julia

    Antworten
    1. Marion says:

      Hallo Julia,

      vielen Dank für deinen Kommentar und die tollen Tipps!

      Ich wünschte, es gäbe in Antwerpen mehr Foodsharing-Initiativen, es ist so wichtig, dass Lebensmittel wertgeschätzt werden. Vielleicht sollte ich mal etwas gründen. 🙂

      Hast du vielleicht einen Tipp, um eine Regenjacke wieder wasserdicht zu bekommen? Meine ist erst wenige Monate alt und ich bin nach 5 Minuten schon nass. Fahrradfahren ist trotzdem super, das ganze Jahr über. Ich hatte in Russland eine Kollegin, die sogar in Sibirien im Winter mit dem Fahrrad zur Uni gekommen ist, das fand ich schon bewundernswert.

      Dein Blog ist übrigens toll, eine große Empfehlung an alle Leser:innen!

      Herzliche Grüße
      Marion

      Antworten

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