Haus kaufen? Klingt vernünftig. Ist es aber nicht immer.
Viele träumen vom Eigenheim mit Garten. Gerade wenn ein Kind unterwegs ist, die Beziehung stabil scheint, der Job läuft – da wirkt der Hauskauf wie der nächste logische Schritt.
Doch was nach Sicherheit aussieht, ist in der Realität oft der Anfang von Druck, Stress und fehlender Freiheit. Du bindest dich für Jahrzehnte an einen Kredit, an zwei Gehälter, an einen Alltag, in dem wenig Platz bleibt – für Ruhe, für Kinderkrankheiten oder einfach nur für ein bisschen Rumhängen und Nichtstun. 🦥
In dieser Folge erfährst du, warum der Hauskauf zur Falle werden kann, und welche Alternativen mehr Freiheit, Zeit und Gelassenheit bringen.
Beziehung läuft, dein Job läuft gut und der deines Partners oder deiner Partnerin. Ihr bekommt ein Kind und vielleicht noch eins und überlegt: Immobilie kaufen wäre doch toll. Am besten ein Haus mit Garten für die Kinder.
Die meisten Deutschen kaufen eine Immobilie zwischen 30 und 40, wenn bereits Kinder da sind.
Achtung vor dem Hauskauf
Eure monatliche Kreditrate wird festgelegt, je nach Höhe des Eigenkapitals, das ihr einbringt, und der Höhe des Kredits, den ihr aufnehmen müsst. Oft eine Laufzeit von 15 bis 25 Jahren. 1000 bis 2000 Euro monatliche Tilgung.
Oh! Ein ganz schön hoher Betrag.
Falls einer von euch beiden nicht einen super bezahlten Job hat oder erfolgreicher Unternehmer ist, sodass ihr auf ein Einkommen verzichten könnt, bedeutet das:
Du (als Frau) musst weiterarbeiten, in vielen Fällen in Vollzeit. Du kannst nicht einfach beschließen, in Teilzeit weiterzuarbeiten oder nur für die Kinder da zu sein.
Trügerisch: Die Kinder sind ja schon größer, brauchen mich nicht mehr so. Dann kann ich ja auch arbeiten gehen oder wieder mehr arbeiten.
Viele machen das, wenn das (jüngste) Kind 1, 2 oder 3 Jahre alt ist.
Arbeiten muss sein
Mit dem Hauskauf seid ihr darauf angewiesen, dass ihr beide arbeitet – je nach Tilgungsrate beide mehr oder weniger in Vollzeit. Und das nicht nur für ein Jahr, sondern die ganze Kindheit eurer Kinder lang.
Hauskauf = Stress²
- Du hast weniger Zeit für dein Kind oder deine Kinder.
- Kind reagiert mit Stress, Frust, auffälligen Verhaltensweisen (Wutausbrüche, kann nicht einschlafen, Anhänglichkeit, Angst…).
- Du als Mutter hast Stress durch die Doppelbelastung durch Kinder, Haushalt und Job.
- Selbst wenn dein Mann Aufgaben übernimmt – das 50-50-Teilen funktioniert in der Realität nicht und ist auch nicht umsetzbar mit dem Hauskauf. Mit zwei halben Gehältern könnt ihr die Tilgungsraten nicht finanzieren.
- Du kannst die Situation nicht ändern: Haus ist gekauft, Kinder sind da, du musst arbeiten.
Eintrittskarte ins Hamsterrad 🐹
Pass auf, dass du nicht in diese Falle tappst.
Ein Hauskauf ist eine beliebte Eintrittskarte in den Kreislauf von „ich habe Kinder, aber ich muss auch arbeiten“.
Überlege es dir vorher gut.
Denk nicht nur daran, wie schön deine Kinder im Garten spielen werden, sondern auch daran, was du machst, wenn
- du Arzttermine mit den Kindern hast
- die Schule oder der Kindergarten streikt
- Ferien sind
- die Kinder krank sind
- du kaum Schlaf bekommst, weil deine Kinder spät einschlafen und du auch nicht zur Ruhe kommst
- du einen Berg Hausarbeit zu bewältigen hast und es einfach nicht schaffst (Wäsche, einkaufen, kochen, aufräumen, putzen…)
Was ist dir ein Haus wert?
Wäre es für alle Beteiligten nicht besser…
- du hättest weniger Stress,
- du hättest mehr Zeit für die Kinder,
- und du hättest entspanntere Kinder?
Wäre das nicht besser als ein Haus mit Garten?
Haus kaufen oder ETF besparen?
Wenn unbedingt ein Haus, dann entweder vorher so viel sparen wie möglich, um die Kreditsumme so klein wie möglich zu halten, bzw. alles bar auf den Tisch legen.
Oder
Spart lieber das Geld in einem ETF. Und monatlich eine Summe zurückzulegen ist eine gute Idee für Menschen, die nicht von Natur aus sparsam sind. Das ist der Grund, warum Immobilien so beliebt sind – hier spart man automatisch.
Wenn die Kinder groß sind, könnt ihr euch ja immer noch ein Haus im Süden kaufen. Und vorher zur Miete wohnen, weniger Geld ausgeben und die Zeit mit den Kindern genießen.
Je weniger ihr als Familie braucht, desto weniger Geld müsst ihr verdienen, desto freier seid ihr.
Das wahre Glück: nicht ein Haus mit Garten, sondern Zufriedenheit mit und Dankbarkeit für das, was ihr habt.
Aber wenn ich weniger arbeite, bin ich ja von meinem Mann abhängig?
- Eine Partnerschaft oder Ehe ist so gedacht, dass beide voneinander abhängig sind.
„Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und sie werden ein Fleisch sein.“
1 Mose 2,24 (Elberfelder)
- Nicht nur die Frau ist vom Mann abhängig, sondern auch der Mann von der Frau.
- Mann und Frau sind gleichwertig, aber nicht gleichartig – sie sind komplementär, also sich ergänzend. Sie sind unterschiedlich und haben jeweils unterschiedliche Qualitäten, die sie in einer Partnerschaft einbringen.
- Aus einer Frau einen Mann zu machen, der unabhängig sein eigenes Einkommen verdient und in der Partnerschaft autark ist, ist eine Idee des Feminismus und macht keinen Sinn, sondern führt nur zu Leid und Disbalance.
- Ehe ist eine Einheit, nicht als ein Vertrag zwischen zwei Selbstverwirklichern gedacht.
- Abhängigkeit im biblischen Sinn ist keine Schwäche, sondern Beziehung. Jeder bringt etwas ein, was der andere nicht hat.
(Das bedeutet natürlich nicht, dass es per se schlecht ist, wenn Frauen Geld verdienen oder selbstständig leben. In der Bibel gibt es keinen Rollenzwang nach starren Mustern oder Abwertung von Frauen, die beruflich aktiv sind.)
Ein Einkommen muss reichen
Mit einem Einkommen kommt eine Familie in Deutschland kaum über die Runden. Das kann nicht sein.
Mein Vater war einfacher Arbeiter, und meine Mutter war 13 Jahre lang Hausfrau und Mutter. Sie war immer da, wenn wir aus der Schule nach Hause kamen.
Wie toll ist das eigentlich?
Ich will nicht, dass du es auch toll findest, ausschließlich Hausfrau und Mutter zu sein. Für mich wäre das auch nichts, ich arbeite auch gern. Aber eben nicht acht Stunden am Tag an fünf Tagen in der Woche.
Ich wünsche mir, dass Frauen und Familien die Wahl haben:
- Gebe ich mein Kind in die Kita und gehe arbeiten?
- Oder bleibe ich zuhause und kümmere mich um mein Kind?
Die Gelder, die in kostenlose Kita-Plätze gesteckt werden, müssten auch Frauen, die das zweite Modell wählen, zur Verfügung gestellt werden können – sodass man die Wahl hat als Familie.
Links und Infos zur Episode
Erwähnte Beiträge
- Minimalistisch leben und reich werden: Frugalismus für Anfänger
- Minimalismus und Geld: Warum sparen?
- 5 simple Methoden, um mit Frugalismus Geld zu sparen
- Warum brauchst du überhaupt ETFs? (Gastbeitrag von Alexander Baetz)
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2 thoughts on “Haus kaufen? Lieber nicht!”
Liebe Marion,
danke, Du schreibst mir aus der Seele!
Hinzu kommt, dass die Immobilienpreise hierzulande aktuell dermaßen in die Höhe geschossen sind und sich viele mit dem Eigenheim finanziell übernehmen. Da wohne ich auch lieber noch eine Weile zur Miete und investiere möglichst viel.
Herzliche Bloggergrüße
Rebecca
Liebe Rebecca,
vielen Dank für deinen Kommentar, immer schön, von dir zu hören! 🙂
In Antwerpen sind die Immobilienpreise im Vergleich mit Westdeutschland noch überraschend niedrig, aber dennoch ist es so, wie du sagst, dass sich viele Menschen mit einer eigenen Immobilie finanziell übernehmen.
Hast du eigentlich einen Blogbeitrag zu diesem Thema geschrieben?
Herzliche Grüße zurück 🤗
Marion