Resteverwertung: 11 Tipps gegen Lebensmittelverschwendung in der Familie

Resteverwertung: 7 Tipps gegen Lebensmittelverschwendung in der Familie

Angebissene Butterbrote, aufgeschnittenes Obst, verschmähte Breikreationen und links liegen gelassene Kartoffeln mit Gemüse – mit Babys und Kleinkindern fallen täglich Essensreste an.
Alles selber aufessen ist selten die beste Wahl – ich gebe dir 11 tolle Tipps für Resteverwertung in der Familie und zeige dir, wie du Lebensmittelverschwendung vermeiden kannst.

1. Die richtige Ausstattung

Eine kluge Resteverwertung beginnt bei der Ausstattung.
Wenn du immer eine Vorratsdose, Aufbewahrungsbox oder ein Schraubglas in der passenden Größe zur Hand hast, fällt es dir leichter, Reste wegzupacken und nicht gleich in den Abfalleimer zu werfen.

Lebensmittelverschwendung in der Familie: Vorratsdosen

2. Kluge Reste produzieren

Kluge Reste sind solche, die nicht schnell verderben oder sich gut weiterverarbeiten lassen.

a) Obst getrennt halten

Obst verkürzt die Haltbarkeit einer Mahlzeit dramatisch.
Ein Haferbrei mit Apfelstückchen oder Birnenkompott hält sich mit ein wenig Glück 24 Stunden im Kühlschrank.
Ohne Obstzugabe kann der Brei bis zu drei Tage lang aufbewahrt werden.

Ich bereite daher Brei und Obst(kompott) einzeln zu und mische sie erst beim Füttern. Wenn dann etwas übrig bleibt, ist nicht der ganze Brei durch das Obst kontaminiert, sondern eben nur ein kleines Schälchen.

b) Kleine Portionen aufwärmen

Wenn dein Baby nicht gerade einen Appetit wie Raupe Nimmersatt hat, ist es klüger, nicht das ganze Gläschen mit Brei aufzuwärmen, sondern nur einen Teil.

So kannst du den Rest des Breis bis zur nächsten Mahlzeit aufbewahren und musst ihn nicht wegwerfen, weil du ihn schon einmal aufgewärmt hattest.

c) Komponenten getrennt kochen und anbieten

Ich mag Löffelgerichte, in denen mehrere Gemüsesorten mit Hülsenfrüchten und Vollkorngetreide zu einer Einheit verschmelzen.

Kinder sehen das meist anders und bevorzugen Gerichte, in denen sie die Komponenten erkennen und einzeln essen können.

Meine Tochter hat Hirse-, Bohnen-, Brokkoli-, Rosinen- und Erdnussmus-Phasen. Würde ich alles zusammenrühren, wäre die Chance groß, dass sie gar nichts isst. Biete ich die Zutaten getrennt voneinander an, kann sie sich das nehmen, was sie möchte.

Das hilft, Lebensmittelverschwendung zu vermeiden, denn die Reste lege ich zurück in die jeweilige Vorratsdose (Hirse zu Hirse, Brokkoli zu Brokkoli) und verarbeite sie am nächsten Tag weiter (oder biete dasselbe noch einmal an).

Wenn du und deine Familie sich nicht vegan oder vegetarisch ernähren, ist dieser Punkt umso wichtiger, denn Gerichte, in denen tierische Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Eier, Milch und Käse verarbeitet sind, verderben wesentlich schneller als Mahlzeiten aus rein pflanzlichen Zutaten.

3. Zwischenbemerkung: den Teller leer essen

Welche Qual hat das Mantra vom Tellerleeressen über Generationen von Kindern gebracht!
Nicht allein das Herunterwürgen von grauen Graupen, mehligen Bohnen und grätigem Flussfisch ist bemitleidenswert – viel schlimmer ist, dass sich viele Menschen bis in hohe Alter mit der Überzeugung abmühen, immer alles aufessen zu müssen.
Häufiges Überessen und Übergewicht sind die Folge.

Reste sind unpraktisch. Aber Kinder sollten niemals zum Essen überredet oder gar gezwungen werden.

4. Reste verwerten

Ein halbes Salzkartöffelchen, eine angebissene Stulle und Joghurtreste – welche Menge lohnt es sich überhaupt aufzubewahren?

Um Lebensmittelverschwendung beim Essen mit Kindern zu vermeiden, habe ich mir angewöhnt, auch Kleinstmengen aufzuheben.

Entweder biete ich die Reste dem Kind bei der nächsten Mahlzeit noch einmal an, verarbeite sie in einem neuen Gericht oder esse sie selbst als Snack.

Mama & Papa = Resteverwertung?

Lebensmittelverschwendung vermeiden durch Selberessen ist auch keine Lösung.

Auch wenn es verlockend ist, übrig gelassenes Essen deiner Kinder einfach selbst zu verdrücken – du tust dir damit nichts Gutes.

Mit vollem Magen beim Kücheaufräumen schnell noch ein paar Reste in den Mund stecken und etwas essen, auf das du weder Hunger noch Appetit hast, steht nicht im Einklang mit deinen körperlichen Bedürfnissen und beschert dir wahrscheinlich ein paar Extrakilos.

Wenn Selberessen keine Option ist, was anfangen mit den Resten?

a) Einfrieren

Wenn mehr als nur ein paar Löffel einer Mahlzeit übrig geblieben sind und ich am nächsten Tag nicht noch einmal dasselbe Essen auf den Tisch stellen möchte, friere ich die Reste einfach ein.

Das funktioniert mit so gut wie allem Gekochten. Spinat und Pilze sollten allerdings nach dem Kochen nicht noch einmal aufgewärmt werden.

Rohes Gemüse mit einem hohen Wasseranteil wie Salat, Gurken, Tomaten eignet sich nicht zum Einfrieren.

Tipp: Bananenreste einfrieren
Bei uns im Eisfach steht eine kleine Box für angebissene Bananen. Wenn das Kind wieder einmal unbedingt Nana! essen will, dann aber nur einmal abbeißt, wandert die Banane in die Box.
Aus den gefrorenen Bananen mache ich Fruchtjoghurt oder köstliches veganes Eis („Nice-Cream“).

b) Weiterverarbeiten

Brei

Die Möglichkeiten der Resteverwertung von Brei sind (beinahe) unendlich.
Breireste kannst du zu Soßen und Suppen umfunktionieren oder zum Andicken von Currys und Eintöpfen verwenden. Viele tolle Inspirationen findest du hier.

Ich mache mir aus den Resten von Gemüsebrei gern Tassensuppen: Einfach etwas Wasser oder Brühe hinzugeben, würzen und mit einem leckeren Topping (Nüsse, Kerne, Hefeflocken, Croûtons, geröstete Zwiebeln, Olivenöl, Sojasoße) servieren.

Ein perfekter Snack für zwischendurch!

Brot

Brote und Brötchen zählen zu den Lebensmittelresten, die in der Familie mit am häufigsten anfallen.

Was also anfangen mit den angebissenen und verschmähten Backwaren?

Falls es sich um belegte Brote handelt, nimm den Belag herunter und bewahre ihn gut verschlossen in einer Box im Kühlschrank auf.

Geschmierte Brote kannst du trocknen und anschließend in der Pfanne oder im Ofen rösten. So hast du immer leckere selbstgemachte Vollkorn-Croûtons zuhause.

Eine andere Möglichkeit sind Arme Ritter: Hierzu tunkst du das Brot bzw. die Brötchenhälften in eine Mischung aus Pflanzenmilch, Tofu und Maisstärke und backst sie in der Pfanne aus. Mit Zucker und Zimt servieren.

Kartoffeln

Die Kartoffel ist der König unter den Essensresten. Kein Lebensmittel lässt sich so gut weiterverarbeiten.
Viele Rezepte verlangen als Zutat schließlich explizit Kartoffeln vom Vortag.

Hier ein paar Ideen, was du mit übrig gebliebenen Kartoffeln alles anfangen kannst:

Zerdrückte Kartoffeln kannst du auch verwenden, um Suppen und Soßen anzudicken.

Nudelsoßen

Die Nudeln sind weg, aber von der Soße liegt ein kümmerlicher Rest im Topf?
Nudelsoßen kannst du zu Suppen weiterverarbeiten. Einfach etwas Brühe dazugeben und kurz aufkochen.

Wenn du noch weitere Reste im Kühlschrank hast (Gemüse, Nudeln, Hirse….), ergibt das zusammen eine sättigende Mahlzeit für eine Person.

Überhaupt lassen sich alle Arten von Essensresten schnell in eine Homeoffice-Powerbrühe verwandeln: Einfach alles zusammen in eine große Tasse geben, Wasser, Salz und Gewürze drübergießen, Hefeflocken, ein Schuss Sojasoße und ein paar Nüsse dazu – fertig ist ein leichtes Mittagessen.

Obst- und Gemüsesticks

Auch Reste von geschnittenem Obst und Gemüse machen sich gut in der Power-Brühe.

Du möchtest nicht jeden Tag Suppe aus Essensresten schlürfen?

Dann habe ich noch mehr Ideen für die Resteverwertung von Obst und Rohkost:

  • Obstsalat
    Mit einem leckeren Dressing aus Pflanzenjoghurt und Kokosmilch merkt niemand, dass sich geraspelte Möhren, Paprika- und Gurkenstückchen unter das Obst geschmuggelt haben.
  • Smoothie
    Mit Spinat, Leinöl und etwas Nussmus wird der Smoothie zur Nährstoffbombe.
  • Brot
    Obst- und Rohkostreste passen hervorragend in ein saftiges selbstgebackenes Vollkornbrot.
  • Tomatensoße
    Apfel- und Birnenstückchen geben einer Tomatensoße einen fruchtigen Touch. Und Gemüse gehört ja sowieso in jede leckere Soße. Wenn deine Kinder wählerische Esser sind, einfach alles durchpürieren und etwas Mandelmus dazugeben. Klingt komisch, ist aber oberlecker.
  • Fruchtjoghurt
    Größere Mengen Obst (Bananen, Weintrauben, Erdbeeren, Pflaumen…) friere ich kleingeschnitten ein und gebe es als Topping auf den Joghurt. Für deine Kinder kannst du mit Obstresten einen Fruchtjoghurt kreieren. Dafür einfach das Obst pürieren und in den Joghurt mengen.

Bildquellen: © UnsplashRachel Loughman (Beitragsbild)

Welche Reste fallen in deiner Familie besonders oft an? Hast du noch weitere Ideen für die Resteverwertung? Wie schaffst du es, Lebensmittelverschwendung mit Kindern zu vermeiden? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

2 Kommentare

  1. Robert says:

    Hey Marion, vor allem die angebissenen Brote sind mir immer ein Dorn im Auge. Aber auf die Armen Ritter oder das Rösten für den Salat war ich tatsächlich noch nicht gekommen. Ich freue mich sehr, dafür jetzt eine Lösung zu haben.
    Vielleicht noch eine Idee von uns:
    Aus übrig gebliebener Nudelsauce (z.B. Linsen-Bolognese) mache ich gerne einen Brotaufstrich – einfach pürieren. Das mögen sogar unsere Kinder…
    Danke für die hilfreichen Tipps.

    Antworten
    1. Marion says:

      Hi Robert,

      vielen Dank für deinen Kommentar.
      Toll, wenn ihr jetzt weniger Brot wegwerft.
      Die Idee mit dem Brotaufstrich ist super, das werde ich das nächste Mal ausprobieren.

      Herzliche Grüße
      Marion

      Antworten

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