Schlachtplan: Minimalistin werden in 7 Tagen!

Schlachtplan: Minimalistin werden in 7 Tagen!

Du findest Minimalismus spannend, aber bei dir zuhause (Zutreffendes bitte ankreuzen) herrscht Chaos / liegt überall Krams herum / gibt es zu viele Sachen? Du möchtest minimalistischer leben, hast aber keine Ahnung, wo du anfangen sollst? Mit diesem Schlachtplan wirst du in 7 Tagen zur Minimalistin!

1. Tag: Weg mit allem Doppelten

Doppelt, dreifach und anderweitig mehrfach in deinem Haushalt Vorhandenes kannst du ohne mit der Wimper zu zucken aussortieren.

Hiermit sind weder Unterhosen noch Socken gemeint, sondern Sparschäler, Anspitzer, Zollstöcke, USB-Sticks und Regenjacken.

Gehe durch jeden Raum in deiner Wohnung oder in deinem Haus und begib dich auf die Jagd nach doppelten Gegenständen. Voraussetzung ist, dass alles mehr oder weniger an seinem Platz ist. Wenn du Paketbandroller sowohl in der Küchenschublade, in der Abstellkammer als auch im Schreibtisch aufbewahrst, ist die Chance groß, dass ihre Doppeltheit dir entgeht.

Ist das bei dir der Fall, schieb eine kleine Aufräumaktion ein und sorge dafür, dass Dinge mit ähnlichen Funktionen an einem Ort versammelt sind. Kann sein, dass du es dann in 8 Tagen schaffst, Minimalistin zu werden.

Doppelt und dreifach ist Interpretationssache. Wenn Gegenstände nicht identisch sind in Aussehen und Funktion, sind sie dann doppelt?

Zum Beispiel Vasen. Vasen gibt es in vielen Ausführungen. Vasen für große Sträuße, Vasen für kleine Sträuße. Für hohe Sträuße und für niedrige Sträuße. Für einzelne Blumen und für Brautsträuße.

Besitzt du fünf Vasen für alle gängigen Strauß-Fälle? Ob die Vasen als doppelt anzusehen sind, hängt davon ab, wie häufig du sie gebrauchst. Und davon, wie sehr du Blumen(sträuße) magst.

Ich halte nicht viel von Blumensträußen. So viel Geld ausgeben, um jemandem zu zeigen, dass man ihn mag oder schätzt? Um mitanzusehen, wie die bunte Pracht langsam vor sich hinwelkt? Wenn schon Blumen, dann Topfblumen.

Vielleicht kannst du deine Sammlung auf zwei Vasen reduzieren. Notfalls finden Blumen in einem Glas oder in einer Flasche Platz.

Auch materialintensive Hobbys sind kein Hinderungsgrund für dich, Minimalistin zu werden.

Brauchst du zum Nähen wirklich 30 verschiedene Stoffe oder reichen auch 5? Kannst du mit einer Handvoll Outfits an Mittelalter-Spielen mitwirken, oder ist ein ganzer Kleiderschrank dafür erforderlich? Wozu benötigst du zehn Objektive, wenn du zum Fotografieren doch immer nur eins verwenden kannst?

Sortiere auch hier deine Vorräte aus, denn materialintensive Hobbys können minimalistisch oder maximalistisch betrieben werden.

2. Tag: Shopping-Diät aka No-Buy-Challenge

Die hohe Kunst des Minimalismus ist das Nicht-Kaufen.

Nicht kaufen: Das bedeutet, nichts zu kaufen und auch keine Sachen zu ersetzen.

Sonst wird Ausmisten zu einem Grund, um Neues zu kaufen. Das ist kein Minimalismus! Das befreiende Gefühl von Unabhängigkeit und Leichtigkeit wird sich nicht einstellen, wenn du sofort wieder im Internet oder in der Fußgängerzone deines Vertrauens nach neuen (oder gebrauchten) Sachen schaust.

Eine Kaufdiät oder No-Buy-Challenge kann dir beim Entzug helfen.

Esther von Esther loves life gibt dir in ihrem Gastbeitrag und auf ihrem Blog nützliche Tipps für die Umsetzung einer solchen Challenge. Und auch ich habe im Dezember mit einer Shopping-Diät begonnen, über die ich in diesem Artikel berichte:
Meine Shoppingdiät: 3 Monate nichts kaufen

Kennst du die KKL-Dreifaltigkeit der von Frauen am häufigsten und am liebsten gekauften Produkte?

KKL, das sind Kosmetik, Kleidung und Lebensmittel.

2.1. Minimalistin werden: Kaufdiät Kosmetik

Eine Kaufdiät in Sachen Kosmetik und Pflegeprodukte ist ganz einfach umzusetzen, wenn du dich an diesen Punkten orientierst:

Aufbrauchen

Brauche alles auf, was du noch zuhause hast, bevor du etwas Neues kaufst.

Widerstehen

Lass dich nicht von Limited Editions verführen. Die existieren nur zu einem Zweck: Um von dir gekauft zu werden, obwohl du schon genug Deos, Shampoos und Bodylotions hast.

Umfunktionieren

Wer sagt, dass eine Gesichtscreme nicht eine Supersache bei trockenen Schienbeinen ist? Oder dass du deine Hände nicht mit der Fußcreme eincremen darfst?

Sei erfinderisch und nutze deine Vorräte so, wie es dir passt – nicht so, wie es auf der Packung steht.

Beschränken

Frage dich: Was brauchst du wirklich?
Viele Produkte, die in Drogeriemärkten angeboten werden, sind nutzlos oder überflüssig:

  • Peelings kannst du mit etwas Olivenöl und Zucker ganz einfach selber machen.
  • Handseife im Spender lässt sich durch ein Stück Seife ersetzen.
  • Seife ist wiederum ein prima Rasierschaum.
  • Statt Spülung, Conditioner und Haarkuren gönnst du deinen Haaren nach dem Waschen eine Saure Rinse aus Wasser und Apfelessig.
  • Mundspülung habe ich noch nie benutzt.
  • Und Schminke wird sowieso überbewertet. Warum schminken sich Männer eigentlich nicht? (Oder anders gefragt, wäre es nicht besser, die Frauen würden damit aufhören, als dass die Männer damit anfangen?)

Vermeiden

Der sicherste Weg, um Impulskäufe im Bereich Kosmetik und Pflege zu verhindern, ist Vermeidung: Suche die einschlägigen Drogerien gar nicht erst auf, zumindest nicht zum Bummeln.

Zum Glück gibt es in Belgien nur eine Drogeriekette, die so gemütlich ist wie Aldi Nord. Wenn ich in Deutschland bin, mache ich das so: Ich laufe auf den Laden zu, wiederhole Mantra-artig, was ich kaufen möchte, „Zahnseide, Deo, Proteinriegel, Zahnseide, Deo, Proteinriegel, Zahnseide, Deo, Proteinriegel“, bewege mich wie mit Scheuklappen durch den Laden bis ich an der Kasse angekommen bin. Hier tief durchatmen.

Geschafft!

2.2. Minimalistin werden: Kaufdiät Kleidung

Um keine neue Kleidung zu kaufen, lerne, mit dem auszukommen, was du bereits besitzt. Hast du auf Reisen schon einmal Kleidungsstücke vermisst? Ich habe meistens drei Oberteile dabei und trage doch nur zwei im Wechsel.

Kniffliger ist der zweite Schritt:
Wie schaffst du es, keine Kleidung kaufen zu wollen?

Der Mechanismus ist derselbe wie beim Rauchenaufhören:

Jemandem, der nie geraucht hat, ist das Bedürfnis, eine Zigarette zu rauchen, vollkommen fremd.
Genauso, wie das Verlangen, zu rauchen, durch das Rauchen aufrechterhalten wird, wird das Verlangen, Kleidung zu kaufen, durch das Kaufen von Kleidung aufrechterhalten.

Es ist nur da, weil du diese Gewohnheit hast.
Hörst du erst einmal damit auf, geht auch das Verlangen weg.
Das ist selbst meiner Mutter so gegangen.

Eine Anleitung findest du hier: Schluss mit Fast Fashion – Tipps für ein Leben ohne Shopping

2.3. Minimalistin werden: Kaufdiät Lebensmittel

Es ist verlockend:

Jetzt hole ich mir schon keine Konsumgüter mehr, dann tue ich mir eben im Bioladen etwas Gutes!

Vegane Bio-Lebensmittel sind prima, aber auch hiervon kannst du mehr kaufen, als du eigentlich brauchst.

Das ist die Zeit, um dir jede Form von Konsum abzugewöhnen. Dazu gehört auch, das Stöbern in Sale-Stapeln durch das Shoppen cooler pflanzlicher Brotaufstriche zu ersetzen.

Um minimalistischer zu leben, verbrauche erst einmal alle Lebensmittel in Kühlschrank und Vorratskammer, bevor du wieder einkaufen gehst.

Gewöhne dir an, immer ein paar Sorten Tiefkühl-Gemüse im Eisfach zu haben. So kannst du aus einer Handvoll Zutaten immer eine schnelle Suppe oder ein One-Pot-Gericht zaubern – selbst, wenn du schon seit zwei Tagen in einen leeren Kühlschrank schaust.

Minimalistisch leben hängt für mich eng mit sportlicher Betätigung und Achtsamkeit zusammen. Eine tolle Möglichkeit, um Yoga und Meditation in deinen Alltag zu integrieren, ist Zenspotting.

Auf Zenspotting findest du abwechslungsreiche Meditationen, Yoga- und Workouteinheiten, die du an deine Bedürfnisse anpassen kannst.

Ob Energie, Fokus, Ausgeglichenheit, Kraft, Ausdauer oder Beweglichkeit - das alles bekommst du bei bei den Live-Sessions von Zenspotting für einen kleinen Preis: sicher, flexibel und ohne Abo.

3. Tag: Richte einen Transfer ein für alles, was du nicht magst.

Du musst es nicht gleich weggeben. Wenn du das erste Mal ausmistest, fühlt es sich vielleicht komisch an, noch funktionstüchtige Dinge wegzugeben, nur weil du sie nicht gebrauchst oder nicht (mehr) leiden magst.

Mache dir daher das Prinzip Aus den Augen, aus dem Sinn! zunutze.

Alle Sachen, die du nicht benutzt oder dir nicht gefallen, wandern in den Transfer.

Welche Form der Transfer annimmt, ist ganz dir überlassen. Du kannst eine große Kiste nehmen, einen Müllsack, eine Tüte oder ein Schrankfach.

Als ich mit Minimalismus angefangen habe, bestand mein Transfer aus einem Umzugskarton auf dem Dachboden und einer großen Kiste im Keller. Mittlerweile ist er auf einen Stoffbeutel geschrumpft. 😉

Wenn du dich schwer von Dingen trennen kannst oder viel aussortieren möchtest, wird dein Transfer größer sein. Geht es nur um eine Handvoll Dinge, bei denen du dir nicht sicher bist, ob du sie noch einmal nutzen möchtest, reicht ein kleiner Transfer.

Beschrifte die Kiste(n) bzw. Tüte(n) mit dem heutigen Datum und verstaue sie an einem Ort, an dem sie dich nicht stören.

Nach ein paar Wochen oder Monaten öffnest du die Kisten bzw. Tüten und bist wahrscheinlich überrascht über den Inhalt.
Hast du nichts vermisst, gibt es jetzt nur eine richtige Handlung: den Kram schnell ins Sozialkaufhaus oder in die Altkleidersammlung bringen.

4.Tag: Ein Möbelstück muss gehen.

Heute wirfst du ein Möbelstück aus deiner Wohnung.

Geht Minimalistin-Werden nicht andersherum, erst ausmisten, dann die Möbel verkaufen?

Kann schon sein, aber nichts ist effizienter und bringt so schnell sichtbare Ergebnisse hervor wie das Ausmisten nach der Möbelmethode.

Das Prinzip ist ganz einfach: Du wählst einen Einrichtungsgegenstand aus, dessen letztes Stündchen an Tag 4 deines neuen minimalistischen Lebens geschlagen haben soll.

Und dann mistest du alles aus, was dieser Gegenstand enthält (bzw. du sortierst die Dinge in anderen Möbelstücken aus, sodass entsprechend Platz frei wird) und verschenkst oder verkaufst ihn direkt im Anschluss.

Es muss kein Schränkchen oder etwas, das Stauraum bietet, sein. Du kannst auch einen Stuhl, einen Sessel, deinen Schreibtisch oder dein Bett aussortieren. Warum nicht auf dem Boden arbeiten oder auf der Yogamatte schlafen?

Wenn du alles richtig gemacht hast, ist deine Wohnung nun sichtbar leerer.
Super!

5. Tag: Trinke aus einem Becherchen und iss von einem Tellerchen

Und räume alles andere weg. Hole es erst wieder hervor, wenn du es brauchst.
Die Sektgläser. Die Dessertschälchen. Die zehn Bestecke.

Anregungen gibt es bei miss minimalist, Minimalistic Verena und bei MinimalismusMuse.

6. Tag: Nimm dir nichts vor und schalte dein Handy aus

Den sechsten Tag deines neuen Minimalistinnen-Daseins verbringst du nur mit dir selbst.

Ohne Smartphone.
Ohne Computer.

Nur du und … du!

Wann warst du das letzte Mal einen ganzen Tag lang nicht erreichbar und hattest keinen Zugang zum Internet?

Ein paar Ideen, was du an deinem Digital-Detox-Tag unternehmen kannst:

  • Lies ein Buch.
  • Schreib einen Brief.
  • Geh bei einer Freundin vorbei (schließlich kannst du sie nicht anrufen).
  • Mach Yoga.
  • Spiel mit deinen Kindern.
  • Geh spazieren.
  • Koch etwas Schönes.
  • Geh ein Bier trinken.
  • Fahr mit dem Zug in eine Nachbarstadt.

Willst du mehr über digitalen Minimalismus erfahren? Dann schau doch mal in diesen Artikel hinein: Digitaler Minimalismus: Achtsam und glücklich in einer digitalen Welt

7. Tag: Digitalisiere deine Unterlagen

Was gibt es Schöneres an einem Sonntag, als Unterlagen zu digitalisieren?

Das Aktenwälzen und Abfotografieren macht vielleicht eher weniger Spaß, der Anblick eines halbleeren Ordners mit all deinen Unterlagen dafür umso mehr.

Denn was fühlt sich minimalistischer an als die Abwesenheit von Papierkram?

Gehe beim Digitalisieren deiner Unterlagen in drei Schritten anhand folgender Fragen vor:

  • Was brauchst du noch, was kann weg?
  • Was musst du im Original aufbewahren?
  • Was ist als digitale Version ausreichend?

Sofort wegschmeißen kannst du Kopien, Reader und Mitschriften aus dem Studium. Wann wirst du sie je wieder in die Hand nehmen?

Ich habe nach meinem Magisterabschluss in Philosophie, Religionswissenschaft und Literaturwissenschaft einen zweimeterhohen Papierstapel entsorgt. Aus diesem Turm habe ich dreißig Seiten Mitschriften aus den besten und erkenntnisreichsten Hauptseminaren digitalisiert – und den Rest niemals vermisst.

Fotografiere alles, was du digital aufbewahren kannst, und speichere es in einem Ordner auf dem Handy oder in der Cloud. Vernichte die Originale. Verschenke die hässlichen Ordner.

Wenn du kein eigenes Unternehmen oder zwanzig Uni-Abschlüsse dein Eigen nennst, solltest du die Unterlagen, die du im Original aufbewahren musst, nun auf einen Ordner reduzieren können.

Bei mir sieht das so aus:

Minimalistin werden, Tag 7: Digitalisiere deine Unterlagen

Tata, du hast es geschafft! Herzlich willkommen in deinem neuen Leben als Minimalistin!

Schlachtplan: Minimalistin werden in 7 Tagen!

Bildquelle: © Unsplash: Miguel Bruna (Strike!)

Warum möchtest du Minimalistin werden? Ich bin gespannt auf deinen Kommentar!

Marion

Marion

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Endlich mal wieder durchatmen!

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