Minimalistische Babyausstattung: 7 ½ Dinge, die ein Baby wirklich braucht

Was gehört zu einer minimalistischen Babyausstattung?

Nirgends wird die Absurdität der Konsumgesellschaft so deutlich wie bei der Babyausstattung.
Babys sind von Natur aus Minimalisten. Sie brauchen Nähe, Wärme, Nahrung und jemanden, der sie abhält oder ihnen die Windeln wechselt.
Andererseits gilt es als selbstverständlich, für die Babyausstattung ein Vermögen auszugeben.
Was Babys wirklich brauchen und was zu einer minimalistischen Babyausstattung gehört, erfährst du in diesem Artikel.

Frauen, die zum ersten Mal schwanger sind und bisher keinen engen Kontakt zu Babys oder Kindern hatten, können unfassbar ahnungslos in Bezug auf die Bedürfnisse von Säuglingen sein. Ich war eine dieser Frauen.
Als ich im 5. Monat schwanger war, hatte ich immer noch keine Ahnung, was ein Body ist. Ich googelte und erfuhr: „Ein Body ist die Unterwäsche des Babys.“ Aha.

Meine Unwissenheit beschränkte sich nicht auf Kleidung. Wo schläft ein Baby? Woraus trinkt es? Wie wird es transportiert? Braucht es einen Schnuller? Spielzeug? Schnuffeltücher? Was hat es mit Mullwindeln auf sich? Ach ja, und was ist mit Windeln?

Wer sich informiert, weiß schnell zumindest eins: Es gibt mehr Dinge, die ein Baby nicht braucht, als Dinge, die es braucht.

Ich habe alle Gegenstände zusammengetragen, die unverzichtbar* sind für die minimalistische Babyausstattung.

*Für gestillte Babys sind es sogar nur vier oder fünf Dinge, da Fläschchen, Milchnahrung und evtl. der Schnuller wegfallen.

Dazu zählen nur Sachen, die extra fürs Baby angeschafft werden und die nicht ohnehin schon im Haushalt vorhanden sind wie Handtücher oder Kokosöl.

Vorab noch eine immaterielle Empfehlung: Lade dir weißes Rauschen auf dein Handy. Weißes Rauschen ähnelt dem Rauschen des Bluts, das dein Baby neun Monate lang ununterbrochen gehört hat. Es beruhigt Neugeborene besser als jede Spieluhr.

1. Fläschchen

Für die ersten Monate reichen vier 120 ml-Flaschen mit Saugergröße 1. Wir haben mit Philip Avent* gute Erfahrungen gemacht. Leicht gebraucht zu kaufen. Und wieder zu verkaufen.

*Hierbei handelt es sich um eine private Empfehlung. Ich erhalte keine Gegenleistung für die Markennennung.

2. Milchnahrung

Falls du nicht stillen kannst oder willst, solltest du eine Packung Anfangsmilch im Haus haben. Erkundige dich im Krankenhaus, welches Milchpulver nach der Geburt gegeben wird, sodass sich dein Baby zuhause nicht umstellen muss.

Ein böser Multikonzern stellt das Milchpulver her, das meine Tochter am besten verträgt. Die Dose ist aus Aluminium und kann, anders als die Verbundverpackungen anderer Hersteller, recycelt werden.

3. Schnuller

Babys, die nicht gestillt werden, müssen ihr Saugbedürfnis außerhalb der Brust befriedigen. Besorge dir darum zwei Schnuller für 0-6 Monate alte Babys.

4. Windeln

Lass Dein Baby sein Leben nicht als Müllproduzent starten und kauf dir fünf Stoffwindel-Überhosen.

Sammle so lange Gästehandtücher, Mikrofasertücher, Mullwindeln und andere Lappen, bis du 30 Stück zusammen hast. Kaufe eine Rolle Windelvlies.

Voilá- Windelfrage gelöst!

5. Kleidung

  • Vier Kurzarmbodys.
  • Drei Strampler oder drei Outfits mit Hose, Langarmshirt und Socken.
  • Zwei Langarmbodys für nachts.
  • Einen Wagenanzug für Transporte.
  • Eine Mütze zum Spazierengehen.

That’s it.

6. Babytrage

Nutze die freie Zeit zum Spazierengehen und trage dein Baby dabei dicht am Körper. Eine Hybridtrage wie die Limas ist schnell umgebunden und nimmt nicht viel Platz weg.

Wenn du deine Jacke aus der Schwangerschaft über Baby und Trage ziehst, sparst du dir eine Tragejacke und siehst besser aus.

Ein weiterer Vorteil gegenüber dem Kinderwagen: Das Baby muss für Spaziergänge nicht extra warm angezogen werden.

Eine Babytrage ersetzt in den ersten Monaten den Kinderwagen

7. Babyschale

Möchtest du dein Baby mit dem Auto oder Bus transportieren, brauchst du eine Babyschale, auch Maxi Cosi genannt. Auf eBay Kleinanzeigen gibt es über 35.000 Angebote ab 5 €.

7 ½. Badewanne

Die Badewanne ist nur ein halber Punkt, denn grundsätzlich ist sie verzichtbar. Babys sind zu Beginn so klein, dass du sie einfach (und bequem) im Waschbecken oder in der Spüle baden kannst.

Wir haben eine Badewanne zur Geburt geschenkt bekommen und nutzen sie nach zwei Jahren immer noch. Auch Stofftiere und andere Wesen baden und schlafen gern in der Wanne.

Eine Badewanne für die Babyausstattung - ganz nett, aber kein Muss

Möchtest du wissen, was ein Baby alles nicht braucht? Darüber habe ich hier ausführlich geschrieben:
Was gehört zur Baby-Erstausstattung? – 29 Dinge, die dein Baby NICHT braucht

Bildquellen: ©Unsplash: Charles Deluvio (Beitragsbild), Thomas Despeyroux (Badewanne)

Was meinst du: Welche Dinge braucht ein Baby unbedingt, was ist überflüssig? Was fehlt in meiner Liste? Ich bin gespannt auf deinen Kommentar!

4 Kommentare

  1. Zungenspitzengefühl says:

    Interessanter Artikel und ich glaube dir aufs Wort, dass man nicht mehr braucht! Was ich mich noch gefragt habe: ich hab mal gelesen, dass man ca. 20-25 Stoffwindeln haben sollte, damit es sich mit Waschen und Wechseln gut ausgeht. Du legst aber nur die Handtücher rein, wechselst die und hast nur die paar abgebildeten Windeln, richtig? LG Luisa

    Antworten
    1. Marion says:

      Hallo Zungenspitzengefühl,

      danke, es freut mich, dass du den Artikel interessant findest. 😀
      Ich habe vor ein paar Monaten einen ausführlichen Beitrag zum Wickeln mit Stoffwindeln geschrieben, du findest ihn hier: Wickeln mit Stoffwindeln für Anfänger: Die ultimative Anleitung
      Im ersten Jahr bin ich mit 30 Einlagen (Handtücher, Mulltücher und Waschlappen) gut ausgekommen. Mittlerweile ist die kleine Dame fast zwei Jahre alt, da brauche ich mehr, ungefähr 45 Einlagen.

      Herzliche Grüße
      Marion

      Antworten
  2. Annanym says:

    Der Tipp mit der Babyschale kann für das Baby lebensgefährlich enden. Nicht umsonst gibt es von den Herstellern eine empfohlene maximale Nutzungszeit und manchmal eine empfohlene maximale Höchstanzahl an Kindern. Die durchschnittlich empfohlene Nutzungsdauer liegt bei Babyschalen zwischen drei und zehn Jahren. Je nach Hersteller.

    Ich empfehle den Kauf einer Babyschale passend zum Kind beim Fachhändler (wie Familie Bär, Kindersitzprofis oder Zwergperten). Dort passt die Schale dann sicher zum Kind, ist auf jeden Fall sicher und die Autofahrten sind entspannter.

    Tragehilfen vorher testen. Sonst probiert man ewig rum und kauft viele unnütze Dinge. Es hängt von Tragendem und Baby ab was am Besten passt.

    Antworten
    1. Marion says:

      Hallo Annanym,

      beim Kauf unserer Babyschale habe ich darauf geachtet, dass sie in einem guten (neuwertigen) Zustand ist und von einem geprüften Hersteller kommt. Viele verwenden ihre Babyschalen nur kurze Zeit oder selten, da finde ich es nicht schlimm oder gefährlich, ein gebrauchtes Modell zu kaufen.

      Wenn es die Möglichkeit einer Trageberatung gibt, ist das toll. Unsere Trage hatte ich nach Recherchen im Internet bei ebay Kleinanzeigen gekauft und war sehr zufrieden damit. Vielleicht habe ich einfach Glück gehabt. 😉

      Herzliche Grüße
      Marion

      Antworten

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