Extremer Minimalismus: Ist das noch normal?

Extremer Minimalismus: Ist das noch normal?

Immer, wenn du dich auf der Seite der Mehrheit befindest, wird es Zeit, innezuhalten und nachzudenken.

Mark Twain

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Transkript

Herzlich willkommen zu dieser neuen Folge des Frugales-Glück-Podcasts. Heute zum Thema Minimalismus in extrem - extremer, radikaler Minimalismus. Ich möchte direkt einsteigen mit einem Zitat von Mark Twain. Immer wenn du dich auf der Seite der Mehrheit befindest, wird es Zeit, innezuhalten und nachzudenken. Ich bin ja momentan auf der Suche nach... einem Mann. Neulich habe ich mich mit einer dunkelhäutigen Person getroffen. Als ich es meiner Mutter erzählte, meinte sie: „Marion, kannst du dir nicht jemand Normales suchen? Kannst du das nicht so machen wie alle anderen Leute?“ Ganz normal. Ich weiß nicht, wie sie darauf kommt, dass wenn jemand dunkle Haut hat, dass das nicht normal ist. Aber bei mir klingelten gleich alle Alarmglocken, weil dieses Wort „normal„ triggert mich irgendwie ziemlich, weil das, was alle Leute machen, was andere Leute für normal halten, das hat schon für so einiges Unheil gesorgt. Und es macht Leute auch extrem empfänglich für alle Sorten von Verschwörungen, von Ideologien. Naja, man sollte halt immer seinen eigenen Verstand benutzen und selber denken und sich nicht von anderen erzählen lassen, was normal ist. 

Aber jetzt zum Thema extremer Minimalismus. Noch einmal kurz zur Erinnerung: Was ist eigentlich Minimalismus? Minimalismus bedeutet für mich ich betone das absichtlich, weil andere Menschen anderes unter Minimalismus verstehen. Aber für mich bedeutet Minimalismus, das zu besitzen oder das sein Eigentum zu nennen, was man braucht und oder was man wirklich gern hat. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass man den ganzen anderen Ramsch los wird. Alles, was herumsteht, was keinen Zweck hat, was man eigentlich gar nicht mag, was man vielleicht irgendwann geschenkt bekommen hat und nur ja, vielleicht, weil man keine Zeit hat oder weil man sich nicht traut, es loszuwerden. Oder weil man einfach die Dinge so ansammelt und einfach auch kein System hat, um immer wieder auszumisten. Aus diesem nur das besitzen, was man wirklich braucht oder wirklich gern hat ergeben sich andere Prinzipien. Dass man nicht einfach so etwas kauft oder nichts kauft, das man eigentlich gar nicht braucht. Dass man aber auch hinterfragt, was einem vorgelebt wird in der Gesellschaft, in der man lebt, hinterfragt, was normal ist, was die Mehrheit macht. Zum Beispiel shoppen gehen. Alle fünf Jahre neue Möbel kaufen oder Auto fahren oder arbeiten, nur um Geld zu verdienen. Solche Dinge und dann aber auch sich auf sich selbst besinnen, auf seine Werte, auf das, was Freude macht, unabhängig von materiellen Gütern. Obwohl, das können auch materielle Güter sein. Aber überhaupt sich mal bewusst damit auseinanderzusetzen was macht mir Freude, was ist mir wirklich wichtig? Was macht mich glücklich? Was brauche ich in meinem Leben? Und vielen Menschen hilft es da, diesen materiellen Ballast erst mal wegzuschaffen und dann auch bestimmte Gewohnheiten zu ändern. Zum Beispiel die Gewohnheit zu shoppen, um dann wirklich Raum sowohl äußeren als auch inneren Raum zu schaffen, um über diese existenziellen Fragen nachdenken zu können. Weil ich möchte noch mal daran erinnern, irgendwann ist es zu spät, dann sind wir alt, dann haben wir unser Leben gelebt und dann schauen wir zurück und fragen uns Warum habe ich mein ganzes Leben eigentlich gearbeitet? Was habe ich eigentlich gemacht? Warum habe ich eigentlich nicht die Reisen gemacht, die ich machen wollte? Warum bin ich eigentlich nie mit meinen Kindern einfach losgefahren? An die Nordsee oder in die Berge? Warum? Warum war ich immer so träge und unspontan? Wieso ist alles so in normalen Bahnen verlaufen? Und warum habe ich eigentlich mein Leben nicht so gelebt, wie ich es mir wirklich gewünscht hätte? Warum habe ich die Chancen verpasst? 

Und was ist radikaler bzw. extremer Minimalismus? Meiner Meinung nach bedeutet extremer Minimalismus, dass man sich so sehr beschränkt, dass man sein Leben nicht mehr genießt. So eine Art von Askese, die schon in Selbstbestrafung oder Selbstkasteiung mündet, dass man sich so die Freuden des Lebens verweigert. Das ist übrigens ganz interessant. Ich folge im Moment von meinem Yogastudio aus einer Seminarreihe zum Thema Yoga-Sutren, also Yoga-Philosophie. Und da geht es auch um hinduistisches, buddhistisches Denken und den Unterschied zum westlichen Denken. Was passiert, wenn wir mit unserem westlichen Blick auf den Buddhismus schauen, auf dieses „Alles ist Leiden“ und wie das oft in der Interpretation falsch verstanden worden ist. Nämlich im westlichen Denken gehen wir immer davon aus, aufgrund unserer christlichen Tradition und Prägung, dass wir irgendwie schuldig sind, dass wir büßen müssen, dass wir Büßer sind, dass wir entsagen müssen, dass wir irgendwie Schuld auf uns geladen haben, schon mit der Erbsünde. Und wenn wir dann auf dieses Leiden schauen, dann schließen wir daraus, dass wir auch gar nicht glücklich sein dürfen. Das, was dann Schopenhauer daraus gemacht hat. Aber ich will jetzt hier nicht zu sehr in die Philosophie reingehen. Aber im Buddhismus ist eigentlich wird es eigentlich so verstanden Dieses alles ist Leiden, aber unsere Aufgabe ist es, unser Leben in eine Balance zu bringen, in eine Balance von Es darf mir gut gehen, also wie muss mein Leben aussehen, damit es mir gut geht? Und das meint nicht nur innerlich gut geht, sondern auch äußerlich. Vielleicht hast du dieses Buch gelesen, Siddhartha von Hermann Hesse. Das ist so ein typischer Berührungspunkt von vielen mit dem Buddhismus. Und Buddha hat ja zuerst im Überfluss gelebt, er war Prinz. Und er hat dann auch mit den Mönchen zusammengelebt, hat sehr asketisch gelebt, und er hat dann den mittleren Weg gefunden, weil er verstanden hat, dass beides nicht das Richtige ist. Also sich zu kasteien, auf alles zu verzichten, macht viele oder die meisten Menschen nicht glücklich. Aber in völligem Überfluss zu leben, macht auch nicht glücklich, sondern es ist eben dieser Mittelweg. 

Und da komme ich wieder zum extremen Minimalismus zurück. Es kommt halt immer darauf an, wenn du gerade erst angefangen hast, dich mit Minimalismus zu beschäftigen, dann ist es sicher extrem für dich, zum Beispiel nur noch vier oder fünf Paar Hosen zu besitzen. Ich hingegen lebe schon seit fast zehn Jahren minimalistisch und ich habe zwei paar Hosen und für mich ist das ganz normal. Ich würde das jetzt nicht als extrem bezeichnen. Ich hab noch ein paar andere Beispiele für dich mitgebracht. Zum Beispiel habe ich ja meinen Kühlschrank im Sommer verkauft und ich lebe jetzt schon seit drei oder vier Monaten ohne Kühlschrank und ich komme bestens damit zurecht. Gerade jetzt, wo ich die Fensterbank als Kühlschrank benutzen kann. Viele Lebensmittel halten sich in der Tat auch in der Wohnung. Da brauche ich die Fensterbank gar nicht. Aber das macht es natürlich leichter. Da kann ich Sojamilch kühlen oder Essensreste. Aber seitdem koche ich jeden Tag frisch. Und da ich mich eh pflanzlich ernähre, habe ich jetzt auch. Ja, meistens habe ich so drei, vier Döschen, die ich auf meiner Fensterbank halte. Aber es ginge auch ohne die Fensterbank. Und ja, das könnte natürlich sehr extrem wirken. Ich habe neulich auch auf Reddit gelesen, dass jemand das als Beispiel für extrem sich selbst kasteienden Minimalismus angeführt hat. Aber wenn es so wäre, würde ich es sicher nicht machen. Dann würde ich mir einfach einen neuen Kühlschrank kaufen, wenn ich merken würde, dass es mir damit nicht gut geht. Aber es stört mich überhaupt nicht, sondern macht mein Leben im Gegenteil viel einfacher, weil ich zum Beispiel auch keinen Kühlschrank putzen muss. Und Kühlschrank putzen fand ich immer reichlich anstrengend, weil man sieht, wie alles auf diesen, auf diesen Glas Scheiben und dann dieses Rattern.

Und dann habe ich auch kein Bett, sondern ich schlafe auf dem Boden, auf dem Teppich. Ich verlinke die jeweiligen Artikel zu den Beispielen, die ich nenne in den Shownotes. Da kannst du dir das noch mal genauer ansehen. Ich mache demnächst auch noch eine Folge zum Boden Bett und da hat auch jemand in einer Facebookgruppe glaube ich gesagt, dass es aussieht wie ein Flüchtlingsheim. Danke für diesen Kommentar. Es hat mich kurz ein bisschen getroffen, aber da hatte ich auch noch Decken da liegen. Das sah vielleicht wirklich ein bisschen ungünstig aus. Es macht ja auch viel Unterschied, welchen Farben man arbeitet, wie das Laken aussieht, wie die Bettwäsche aussieht. Das kann so minimalistisch luxuriös aussehen, es kann, man kann aber auch billig und arm aussehen. Und für mich bedeutet es aber einfach Ich finde es bequem, weil ich nicht keine Rückenschmerzen bekomme durch zu weiche Matratzen oder durch gelegene Matratzen. Ich kann überall schlafen, ich kann im Wohnzimmer schlafen, ich kann im Schlafzimmer schlafen. Ich kann das Schlafzimmer zum Arbeitszimmer, um zu umfunktionieren oder zum Spielzimmer für meine Tochter tagsüber. Und ich finde es auch einfach überhaupt nicht unbequem. Also ich habe mich nach den ersten Wochen dran gewöhnt und finde das jetzt genauso gemütlich wie ein normales Bett. 

Dann habe ich auch kein Sofa, sondern nur einen Teppich mit weichen Kissen. Und hier gilt auch dasselbe Ich am Anfang. Es war natürlich eher gewöhnungsbedürftig, aber mittlerweile bin ich froh, dass ich auf dem Boden sitzen kann. Und immer wenn ich dann sitze, habe ich kein schlechtes Gewissen, dass ich sitze und irgendwie meine Haltung ruiniere, sondern ich denke die ganze Zeit, dass ich aktiv an meiner Flexibilität arbeite. Was ja, wenn man auf dem Boden sitzt, was man automatisch macht. Und bin froh, dass ich, ja, dass ich auch kein riesiges Sofa irgendwie durch die Fenster in meine Wohnung manövrieren musste, weil in Belgien oft die Umzüge tatsächlich durch die Fenster passieren. Für andere Leute ist es absolut extrem, kein Sofa zu haben und völlig übertriebener Minimalismus bis ans Äußerste gebracht. Aber für mich ist es einfach nur praktisch und schön. Ich habe auch neue Teppiche gekauft. Ich teile das in einer Folge, wenn wenn ich da die neuen Fotos hochgeladen habe. Ich habe da diesen. Ich glaube auch eine Podcastfolge zu gemacht. Zu minimalistisch einrichten für unter. Ich weiß nicht, da war ein bestimmter Beitrag. Da hatte ich aber noch andere Teppiche, die ich zuerst gekauft hatte. Jetzt habe ich aber ganz kuschelige und jetzt sieht es wirklich richtig schön aus. Sobald das online ist, teile ich in einer neuen Folge das mit dir, damit du dir auch mal die neuen Bilder anschauen kannst als Inspiration, wie so was auch aussehen kann. 

Ich habe auch kein Auto. Ich habe noch nie ein Auto besessen und was für viele wahrscheinlich ziemlich extrem ist, gerade wenn man auch ein Kind hat, ist für mich ganz normal. Und die Vorstellung, mich um mein Auto sorgen zu müssen, dass da kein Kratzer dran kommt, dass niemand den Seitenspiegel abfährt, wie die Tank Preise sind, wann ich zum TÜV muss und keine Ahnung, all diese Dinge, es putzen müssen. Ich habe da für mich einfach nur mehr Freiheit, vor allem von Sorgen und auch mehr Möglichkeit mich einfach zu bewegen. Und ich wohne in der Stadt. Ich weiß, diese Diskussion auf dem Dorf braucht man ein Auto. Und so weiter. Aber viele Menschen wohnen in größeren oder großen Städten und da ist es einfach auch nicht praktisch, ein Auto zu haben. Und wenn ich irgendwo hinfahren will, dann könnte ich ein Auto leihen oder ich kann mit der Straßenbahn fahren oder mit dem Zug. Und für mich macht es das Leben einfach einfacher, diese Art von Minimalismus. 

Ich habe auch seitdem ich 20 bin, glaube ich, oder 21 keinen Fernseher mehr. Ich hatte da noch so einen ganz kleinen Fernseher beim Exfreund zusammen mit unserer Studentenwohnung. Und dann bin ich ausgezogen und habe den Fernseher. Ich weiß gar nicht, was mit dem passiert ist, aber seitdem schaue ich manchmal Filme und Serien auf meinem Laptop einfach. Der hat auch keinen größeren Bildschirm als der Fernseher, glaube ich. Und das reicht mir vollkommen aus. Aber ich gucke auch eigentlich nicht. Nicht so viel. Ja, irgendwie ein Film. Wenn, dann im Kino eigentlich. Ich lese lieber in meiner Freizeit oder spiel mit meiner Tochter oder liegt einfach auch mal so rum. Aber eigentlich lese ich am liebsten und auch das ist für viele Menschen wahrscheinlich extrem, oder viele können sich das gar nicht vorstellen, dass man keinen Fernseher hat und dass man dann ist ja auch die ganze Ausrichtung des Wohnzimmers völlig anders. Und was nach außen hin vielleicht traurig und extrem aussieht, diese ganzen, diese ganzen Beispiele, die asketisch aussehen mögen, ist es für mich etwas, das mich überhaupt nicht beschränkt, wo ich mich nicht absichtlich einschränke oder absichtlich auf etwas verzichte, sondern das ist was, was für mich super funktioniert, was mir eher was bringt. Also zum Beispiel, dass ich mich mehr bewege dadurch, dass ich auf dem Boden sitze oder dass ich mehr mit dem Fahrrad fahre. Oder. Was mir wie gesagt auch einfach bares Geld spart, was mir wiederum die Freiheit gibt, andere Dinge zu tun. 

Daran sieht man auch, dass Minimalismus wirklich Individuelles ist. Was für mich minimalistisch ist, ist für dich vielleicht extrem, wenn du gerade erst angefangen hast, mit dem Thema zu beschäftigen. Und für jemand anderen ist es vielleicht totaler Überfluss, wenn ich in einer 60 Quadratmeter Wohnung wohne mit einem Kind. Und das ist für jemanden vielleicht überhaupt nicht minimalistisch. Die Person würde vielleicht sagen, dass ich totaler, der totale Angeber wenn und falsche Tatsachen vorspiele, weil ich nicht in einer ich weiß nicht 20 Quadratmeter Wohnung wohne. Also das kann man nicht so generell sagen. Was ist minimalistisch oder Das darf ich nicht minimalistisch nennen, weil oder du bist minimalistischer als ich. Das ist alles Quatsch. Es geht darum, sich zu überlegen Was brauche ich, was ist für mich wichtig und was kann weg? Und dann auch so eine Art Lebensstil daraus zu machen. 

Und das ist auch etwas, das ich immer wieder sehe, dass so ein Text, also so ein Denken in Extrem oder auch so ein Schwarz weiß Denken, viele Menschen daran hindert, überhaupt anzufangen, mit weniger oder reduzierter oder minimalistischer zu leben. Ich war neulich im Interview für den Eltern-Podcast von Babelli.de. Ein ganz toller Podcast mit vielen interessanten Folgen zum Thema Elternsein und Kinder. Und das Thema war: Wie lässt sich Minimalismus mit Kindern umsetzen? Du findest den Link auch in den Shownotes und ich habe da mit Emmi darüber gesprochen, Wie kann man damit umgehen, wenn es zu viel Spielzeug gibt im Kinderzimmer? Oder wie kann man Kleidung so auswählen, dass man nicht zu viel Kleidung hat, gerade bei Kindern? Oder wie kann man Massen an Geschenken vermeiden? Ja, alles so Basic-Themen. Emmi hat dann erzählt, dass sie in ihrer Familie seit Generationen so eine alte Truhe hat, die bei ihr im ich glaube im Arbeitszimmer oder so herumsteht. Und die ist halt schon asbach uralt und sie könnte die nicht wegtun. Und dann hat sie auch so eine Andenken Kiste, eine Schnuller Kette ihres Sohnes oder vielleicht auch sein erstes Schuhe oder so und das würde ihr so, also das würde sie nicht gerne wegtun. Und das ist ein typisches Beispiel, dass man erst mal mit den paar anfangen sollte, bevor man sich so an die schwierigen Brocken heran macht. Meiner Meinung nach. 

Wenn du mit dem Minimalismus anfangen willst, dann starte erst mal damit, dass du so lange aussortiert, bis du wirklich nur noch Dinge, die du benutzt und oder gern hast und versuche diesen Zustand auch erst mal eine Weile zu halten, weil automatisch kommen immer wieder Sachen dazu. Ich habe auch keine Ahnung, warum das immer wieder der Fall ist, aber es kommen immer wieder neue Sachen dazu. Dann kannst du vielleicht anfangen mit Sachen wie Ausgaben optimieren, dass du das mal trägst, was du eigentlich ausgibst, wofür und dann auch Dinge anpasst, dass du für bestimmte Posten vielleicht weniger ausgibst. Wenn du das möchtest, dass du weniger arbeiten kannst oder vielleicht ja, dann entsteht auf jeden Fall Raum für für Dinge, die du, die du dann machen kannst. Kommt ganz automatisch, dass du vielleicht weniger Lebensmittel weg wirfst oder desto weniger Verpflichtungen. Hast du vielleicht auch dich aus Freundschaften zurückziehst, die dir nicht gut tun, wo du eigentlich nie richtig Lust drauf hast, dich mit dem Mensch zu treffen oder dass du vielleicht deine Kinder nicht dreimal in der Woche zu irgendwelchen Aktivitäten hin kutschiert, sondern auch denen mehr, mehr, mehr Freizeit einräumt, dass sie insgesamt ein entspannteres Familienleben habt mit weniger To Dos und solchen Sachen. Und dann? Dann kann man sich vielleicht überlegen, ob man zu viele Andenken hat, ob man Erinnerungskisten hat, die überquellen. Aber es ist, glaube ich, nicht Sinn und Zweck des Minimalismus, sich dem Minimalismus zu nähern, indem man sich denn wirklich den versucht, die Dinge auszusortieren, die einem lieb und teuer sind, weil was bringt das dann? Das ist nicht die Idee des Minimalismus, dass man dann einfach ohne Dinge dasteht, sondern einfach nur, dass man das Überflüssige raus wirft auf allen Ebenen. Überflüssige. Also nicht so was wie „Wenn ich Minimalist sein will, minimalistisch sein will, dann muss ich meine Ü-Eier-Figuren Sammlung verkaufen.“ Oder: „Ich darf nicht mehr Snowboarden gehen, weil es zu viel Zubehör gibt.“ Das ist so nicht gemeint. Es geht wirklich um  einen Sinneswandel, um die innere Einstellung. Und das ist extrem für die anderen und normal für dich. 

Und ich würde mir auch wünschen, dass ein gesundes Maß an Minimalismus bald für für ganz, ganz viele Menschen oder für die ganze Gesellschaft normal wird, weil wir einfach nicht mehr lange so weitermachen können mit mit dem Konsum, mit dieser Idee immer wieder was zu kaufen, immer wieder zu verbrauchen und was Neues an sich schaffen zu müssen, anstatt zufrieden zu sein mit dem, was wir haben, zu reparieren und uns auf uns selber zu konzentrieren und auf das auf die Gemeinschaft zu konzentrieren und auf das, was eigentlich zählt. Und das sind in den meisten Fällen ja keine materiellen Dinge. 
Marion

Marion

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