Rote Highheels - braucht man das?

Minimalismus und Schuhe: In 30 Minuten unnütze Schuhe aussortieren

Bei zwanzig Paaren hast du aufgehört zu zählen? Die Hälfte deiner Schuhe passt nicht richtig oder ist so unbequem, dass du ein Ersatzpaar dabeihaben musst? Höchste Zeit, deine Schuhe auszusortieren!

Wie viele Paar Schuhe brauchst du? Weniger, als du denkst. Minimalismus hilft dir dabei, nur noch Schuhe zu haben, die du wirklich gerne trägst.

Um die Jahrhundertwende wurden Häuser mit Außentoiletten gebaut.

Statt in der Wohnung befanden sich die Toiletten in einer kleinen Kammer im Treppenhaus. In meiner Leipziger Wohnung war die Außentoilette auf halber Treppe zu einem Abstellraum umfunktioniert worden. Darin befand sich neben Staubsauger, Reise-Rucksack und anderen Utensilien ein Regal voller Schuhe.

Zu Höchstzeiten besaß ich 41 Paar Schuhe, die meisten davon Vintage-Schätzchen in Form von Pumps und Stiefelchen.

Zehn Jahre später gehören nur noch vier Paar Schuhe zu meiner minimalistischen Schuhkollektion, Laufschuhe eingerechnet. Welche das sind, erfährst du am Ende des Artikels.

1. Wie viele Paar Schuhe brauchst du?

Es gibt Halbschuhe, Schnürschuhe, Stiefel, Stiefeletten, Boots, Sneaker, Turnschuhe, Ballerinas, Sandalen, Flip Flops, Wanderschuhe, Laufschuhe, Sportschuhe, Hausschuhe und noch unzählige weitere Schuhmodelle.

Welche Schuhe du brauchst, hängt von deinem Leben ab:

  • Arbeitest du im Büro oder zuhause?
  • Hast du einen repräsentativen Job mit Kundenkontakt oder bekommen dich nur deine Kollegen zu sehen?
  • Führst du ein aktives Leben oder bist du eher häuslich?
  • Treibst du viel Sport?
  • In welcher Klimazone lebst du?

Ich benötige für meinen Job keine Schuhe, denn ich arbeite als Selbstständige im Homeoffice – und zuhause bin ich immer barfuß unterwegs. 😀

2. Minimalismus und Schuhe: Die Basics

Fast alle Schuhmodelle lassen sich auf ein paar Grundformen zurückführen. Welche davon kannst du aussortieren? Welche Schuhe solltest du haben?

a) Halbschuhe

Flache Schnürschuhe, Stiefeletten oder Boots in einer neutralen Farbe wie schwarz, braun oder grau sind bequem und lassen sich zu eleganter Kleidung ebenso gut kombinieren wie zu Jeans und T-Shirt.

Halbschuhe sind meistens langlebiger und robuster als Sneaker, viele Modelle sind sogar wasserfest.

b) Sneaker

Hinter dem Wort Sneaker verbirgt sich das, was Schuhverkäufer:innen Freizeitschuhe nennen: Ein Schuh mit flacher, durchgehender Sohle, und niedrigem Schaft, häufig mit Schnürung.

Sneaker sind die perfekten Schuhe zum Spazierengehen, Radfahren, Unterwegssein, Spielen, Einkaufen und vieles mehr.

c) Sandalen

Sandalen sind wichtiger Bestandteil meiner minimalistischen Schuhkollektion. Sobald es ein bisschen wärmer wird, trage ich fast nur noch Sandalen.

Sandalen haben einen grandiosen Vorteil gegenüber allen anderen Schuhmodellen: Man kann sie ohne Socken tragen.

Unsere Füße sind nicht dafür gemacht, in Socken und geschlossenes Schuhwerk gequetscht zu werden, sie brauchen Luft und Bewegung.

Bequeme Sandalen zu finden, die deinem Fuß genug Halt geben, ihn dabei nicht einengen und auch noch gut aussehen, ist allerdings gar nicht so einfach.

d) Sportschuhe

Je nachdem, welchen Sport du machst, benötigst du Laufschuhe, Hallensportschuhe oder Spezialschuhe wie Kletterschuhe, Rennradschuhe, Fußballschuhe, Trailschuhe und so weiter.

Da kommen schnell vier oder fünf Paar Schuhe zusammen.

Eines der drei goldenen Prinzipien des Minimalismus lautet Multifunktionalität.

Das bedeutet, sich für Gegenstände zu entscheiden, die an sich schon mehr als eine Funktion haben oder sie zu mehr als einem Zweck zu verwenden.

Wenn du zweimal im Jahr einen Waldlauf machst oder ein paar Tage im Sommer wandern gehst, brauchst du keine speziellen Trailrunschuhe oder Wanderstiefel.

Im Idealfall kannst du mit deinen Sportschuhen eine ganze Reihe von Sportarten ausüben. Ich nutze meine Barfußschuhe nicht nur zum Laufen, sondern auch zum Wandern, Gewichtheben und Rennradfahren.

e) Ballerinas, Pumps, Stiefel & Co

Eine ganze Reihe von Schuhmodellen gibt es nur für Frauen. Dazu zählen Ballerinas, Pumps, Stiefel und alles, was einen Absatz hat.

Brauchst du diese Schuhe unbedingt?
Nö.

Frauenschuhe sind wie Süßigkeiten, Chips und Fast Food: Manchmal ganz nett, aber nicht notwendig.
Das Spaßessen unter den Schuhmodellen.

Natürlich ist es deine Entscheidung, welche Schuhe du trägst. Wenn du Schuhe mit hohem Absatz magst, dann go for it!

Was mich nervt, ist der Druck, der auf Frauen ausgeübt wird, schön und weiblich auszusehen. Wenn schon nicht immer, dann wenigstens ab und zu.

Welcher Mann muss sich bemühen, besonders männlich auszusehen?

Mit den Schuhen ist es wie mit den Kleidern: Frau braucht ein bestimmtes Repertoire an Schuhen, als sei sie irgendwie unvollständig ohne schwarze Pumps, feminine Ballerinas und sexy Stiefel.

Versuche, dich von diesen gesellschaftlichen Rollenvorgaben zu lösen und stell dir die schlichte Frage: Brauche ICH das?

3. Schuhe aussortieren: Wie viele Schuhe sind genug?

Wie viele Paare du von jedem Modell brauchst, hängt vor allem von zwei Faktoren ab:

  • Benötigst du Schuhe für deine Arbeit?
  • Bist du oft zu Fuß unterwegs?

Trägst du Businessschuhe und unternimmst viel in deiner Freizeit, solltest du mit vier Paaren auskommen:

  • 2 x Halbschuhe für die Arbeit
  • 2 x Freizeitschuhe

Um die Lebenszeit von Schuhen zu verlängern, werden sie am besten im Wechsel getragen. So kann sich das Material zwischendurch erholen und der Schweiß trocknen.

Hinzu kommen noch jeweils zwei Paar Sandalen und Sportschuhe – macht insgesamt 8 Paar Schuhe in der maximalistischen Schuhkollektion.

Wer nicht den ganzen Tag über Schuhe trägt, weil sie:er von zuhause aus arbeitet, oder für ihre:seine Arbeit keine Businessschuhe braucht, kommt auch locker mit der Hälfte aus.

Kennst du jemanden, der nur vier Paar Schuhe besitzt?

Mit Schuhen ist es wie mit Jacken: Wir kaufen sie gerne und haben zu viele von ihnen. Minimalisierungsbedarf gibt’s hier fast bei jeder:jedem. 🙂

4. Schuhe für Minimalist:innen: Material und Beschaffenheit

Mir ist bei Schuhen wichtig, dass sie pflegeleicht, atmungsaktiv und langlebig sind und bei Regen nicht sofort durchnässen.

Außerdem sollten Schuhe bequem sein, sodass ich sie beim Gehen nicht spüre.

Anhand dieser Kriterien kannst du die Bequemlichkeit von Schuhen beurteilen:

  • Weiche Sohle
  • Flacher, breiter Absatz
  • Breiter Zehenraum
  • Weiches, atmungsaktives Material

Ein supertoll aussehender Schuh bringt dir nichts, wenn du bei jedem Schritt Schmerzen hast oder nur einige hundert Meter in ihm gehen kannst.

Schuhe sollen uns dienen, nicht wir ihnen. Das gilt insbesondere für Frauen!

Es gibt eine Sorte von Schuhen, die all diese Kriterien erfüllt: Barfußschuhe.

Barfußschuhe gibt es mittlerweile von vielen Firmen, und sie sehen längst nicht mehr froschig oder sockig aus.

Einige bekannte Hersteller von Barfußschuhen sind

  • Vivobarefoot°
  • Wildlinge°
  • Groundies°
  • Zeazoo°

°Ich erhalte keine Gegenleistung für die Nennung dieser Marken. Aber hey, wenn jemand mich sponsern möchte, immer her mit der Kohle!

Barfußschuhe sind nicht nur superbequem, sondern trotz dünner Sohle sehr warm, da sie die Füße immer in Bewegung halten.

Das spart gefütterte Winterstiefel – glaub mir, ich war schon in Sockenschuhen bei Schnee und Eis in Russland unterwegs.

Sie sind leicht zu transportieren, da sie sich einfach zusammenrollen lassen. Perfekt auf Reisen!

5. Minimalismus im Schuhschrank: Tipps für den Schuhkauf

Du kennst sicher den Tipp, Schuhe nachmittags anzuprobieren, weil die Füße dann größer sind als in der ersten Tageshälfte.

Achte darauf, dass die Schuhe zu dem Rest deiner Kleidung passen. Wenn du eine Capsule Wardrobe hast oder anstrebst, lege besonderes Augenmerk auf Stil, Farben und Formen:

  • In der Capsule Wardrobe passt alles zu allem, deshalb sollten die Schuhe mit allen Outfits kombinierbar sein.
  • Passen die Schuhe zu deinem Stil?
  • Sind sie farblich auf deine Hosen und Röcke abgestimmt?
  • Harmonieren sie mit den Formen deiner Kleidung? Spitze Stiefeletten etwa sehen zu weiten Jeans seltsam aus.

Bevor du dich für ein Paar entscheidest, überprüfe es auch im Hinblick auf ihre Multifunktionalität:

  • Kannst du diese Schuhe in Beruf und Freizeit tragen?
  • Kannst du längere Strecken in ihnen spazieren gehen?

Besonders Sandalen erweisen sich nach ein paar Minuten Tragen als höllisch unbequem. Wähle im Zweifelsfall das bequemere Modell, auch wenn es auf der Sexy-Skala eher im unteren Bereich liegt.

Denn was bringen dir Schuhe, in denen deine Füße schmerzen?

6. Nachhaltigkeit & Schuhe

Ich folge zwei Prinzipien in Bezug auf Nachhaltigkeit und Schuhe: Gebraucht hohe Qualität kaufen.

Gebrauchte Lederschuhe

Von allen Materialien, aus denen Schuhe hergestellt werden, gehört Leder aus Tierhaut (leider) immer noch zu den langlebigsten und pflegeleichtesten Materialien.

Ich ernähre mich vegan und würde nie auf die Idee kommen, neue Lederschuhe zu kaufen. Andererseits gibt es bereits so viele Schuhe aus Leder auf dem Gebrauchtmarkt, dass ich es sinnlos finde, neue vegane Schuhe zu kaufen.

Warum nicht das nutzen, was bereits da ist?

Hohe Qualität und Reparierbarkeit

Minimalismus und Nachhaltigkeit gehören zusammen. Je höher die Materialqualität und die Verarbeitung von Schuhen sind, umso effektiver können sie von einem Schuster immer wieder ausgebessert und repariert werden.

Gepflegte Lederschuhe von hoher Qualität können so zehn Jahre und länger getragen werden.

7. Meine minimalistische Schuhgarderobe

Und hier kommt sie, meine minimalistische Schuhkollektion!

Das sind die vier Paar Schuhe, die ich besitze:

  • Schwarze Chelsea-Boots
  • Weiße Sneaker
  • Sandalen
  • Laufschuhe

Alle Modelle sind Barfußschuhe mit einer flexiblen Sohle und viel Platz für die Zehen.

Die Chelsea-Boots sind vorn besonders weit geschnitten, außerdem sind sie wasserdicht wie Gummistiefel – praktisch auf Radfahrten im Dauerregen.

Meine Sandalen sind Stadt- und Strand-tauglich, eignen sich zum Wandern und Joggen.

Meine Schuhkollektion
Minimalistische Schuhkollektion: 4 Paar Schuhe

Hausschuhe besitze ich seit der Schule nicht mehr, zuhause bin ich am liebsten barfuß. Das hilft automatisch, den Boden sauber zu halten, da ich es nicht leiden kann, Krümel, Steinchen und Staub unter meinen Füßen zu haben.

Wie viele Paar Schuhe besitzt du? Welche Modelle trägst du und warum? Hast oder hattest du auch einen Schuhtick? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

Marion

Marion

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5 thoughts on “Minimalismus und Schuhe: In 30 Minuten unnütze Schuhe aussortieren

  1. Jule says:

    Ich habe noch ein paar Schuhe mehr.
    Normalerweise trage ich nur 4 davon
    1 paar Halbschuhe Frühling/Herbst auf Arbeit und in der Freizeit von vivobarefoot
    1 paar Winterstiefel (Solerunner)
    1 paar Sandalen für den Sommer
    1 Paar Trailrunner (Joggen und Bergwandern- mit sehr leichtem Gepäck braucht man auch in den Alpen keine schweren Bergstiefel) von Altra
    Dazu kommen aber noch Kletterschuhe, Radschuhe für Klickpedalen, Flipflops fürs Schwimmbad. Und die Bergstiefel, von denen ich mich bisher noch nicht trennen konnte, weil vielleicht brauche ich mal Steigeisen.

    Antworten
    1. Marion says:

      Hallo Jule,

      vielen Dank für den Einblick in deinen Schuhschrank. 🙂
      Ich bin auch ein Fan der Vivobarefoot-Schuhe, die Modelle sind mit der Zeit auch immer schöner geworden.

      Wie läuft es sich denn in Trailrunner-Schuhen? Hast du auf Asphalt Vorteile gegenüber „normalen“ Joggingschuhen bemerkt?
      Bei Radschuhen überlege ich noch. Durch das ständige Barfußgehen sind meine Füße aber so breit geworden, dass sie in keinen herkömmlichen Klickschuh hineinpassen…

      Herzliche Grüße
      Marion

      Antworten
  2. Martina says:

    Liebe Marion, obwohl meine Kleidung schon sehr minimalisiert ist, habe ich zu viele Schuhe. Insofern sprichst du einen wunden Punkt an. Aber.. ich trage all meine Schuhe und mag sie auch. Es sind 15 Paar. Für viele wahrscheinlich immer noch wenig. Es geht gar nicht um die Spezialschuhe wie Winterstiefel, Wanderschuhe, Sandalen oder ein paar schönere fürs Theater. Ich habe zuviel Sneakerartiges: 3 Paar Converse und 3 Paar Camper Schuhe, schon jahrealt, aber immer noch gerne getragen und tadellos. Und da sie noch gut sind, will ich sie nicht weggeben und könnte mich auch gar nicht entscheiden, welche weg müssten. Deshalb ärgere ich mich weiter über die zwei Schubladen voll in meinem Vorzimmer, aber freue mich, dass ich aufgrund der Menge wohl jahrelang keine neuen kaufen muss und mein Bedarf gedeckt ist. Einzig Barfussschuhe überlege ich schon seit einiger Zeit, mein Problem: Ich würde sie gerne testen vorab, würde aber gebrauchte mit Postversand kaufen und da kann ich sie nicht anprobieren vorher. Bin unsicher, ob das was für mich ist. Super Blog und Podcast – bitte weiter so und alles Liebe! Martina

    Antworten
    1. Marion says:

      Hallo Martina,

      vielen Dank für deinen Kommentar und das tolle Lob. 🙂

      15 Paar Schuhe sind in der Tat nicht viel. Aber du schreibst, dass dich die Menge stört… Vielleicht könntest du ein paar Paare für eine Zeitlang in einen Karton stellen und außer Reichweite aufbewahren? Mir schwebt eine Art Spielzeugbibliothek für Schuhe vor. 😀

      Viele Barfußschuh-Hersteller haben auch Geschäfte, in denen man die Schuhe Probe tragen kann. Oder du könntest versuchen, ein gebrauchtes Schnäppchen zu ergattern, dass du ohne Verlust wieder verkaufen kann, sollte es doch nicht das Richtige für dich sein.

      Herzliche Grüße
      Marion

      Antworten
  3. Christine says:

    Hallo Marion,
    vielen Dank für diese hilfreichen Tipps. Ich bin das Thema in meinem persönlichen Schuhschrank gleich mal angegangen 🙂
    Ich hätte noch gerne eine Empfehlung für die Sandalen. Deine gefallen mir total gut. Bei den mir bekannten Barfuss-Schuh-Herstellern konnte ich nur Modelle finden, die mir jetzt nicht so zusagen.

    Vielen Dank und herzliche Grüße

    Antworten

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