Minimalistisch wohnen: 5 Tipps für das Leben auf kleinem Raum

Minimalistisch wohnen: Plädoyer für das Leben auf kleinem Raum

Wie wäre es, wenn du nur noch einen kleinen Teil deines Gehalts für Miete ausgeben würdest? Wenn dein Zuhause in zehn Minuten aufgeräumt und geputzt wäre? Und das alles, obwohl du Kinder hast?

Die Lösung ist: minimalistisch wohnen.

Leben auf kleinem Raum hat viele Vorteile: Du zahlst weniger Geld für Miete, Nebenkosten und Strom. Du brauchst weniger Zeit, um Ordnung zu schaffen und sauber zu machen. 

In fünf Schritten zeige ich dir, wie du ausmistest und Räume und Möbel multifunktional nutzt, um mit Partner und Kind in einer kleinen Wohnung zu leben und mehr Zeit, Geld und Energie für die wirklich wichtigen Dinge im Leben zu haben.

Der Deutsche wohnt statistisch gesehen auf einer Fläche 46,5m² und gibt durchschnittlich fast ein Drittel seines Einkommens für die Miete aus.
Von den 41,4 Millionen Privathaushalten in Deutschland sind 17,3 Millionen Singlehaushalte. Und das, obwohl die Wohnungsmieten in den Städten beständig steigen.

Mit der Größe und Ausstattung deiner Wohnung verpflichtest du dich auf ein bestimmtes Einkommen. Wohnen ist damit einer der Hauptfaktoren, der dich in der Tretmühle aus Arbeit und Konsum gefangen hält: Du arbeitest, um dir einen gewissen Lebensstandard zu ermöglichen. Zum Lebensstandard gehören deine Wohnung oder dein Haus, die Wahl deiner Nahrungsmittel, ein Auto, Freizeitaktivitäten, Smartphone, Urlaub etc.

Hast du dich erst einmal an all diese Dinge gewöhnt, ist es schwierig, sie zu reduzieren oder gar auf einige von ihnen zu verzichten, etwa auf ein Auto. Wir sind ganz im Gegenteil darauf konditioniert, immer mehr und immer Neues zu wollen: Ein schnelleres Auto, ein besseres Smartphone, modische Kleidung und eben auch eine größere Wohnung – spätestens dann, wenn sich Nachwuchs ankündigt.
Um dir all diese Annehmlichkeiten leisten zu können, musst du arbeiten, womöglich mehr als zuvor.

Wir können uns oft schon allein wegen all unserer Besitztümer nicht vorstellen, auf kleinem Raum zu wohnen.
Mit dem Umzug in eine kleinere Wohnung stellt sich die Frage: Wo dann hin mit all der Kleidung, den Küchenutensilien, technischen Spielereien und Spielsachen?
Statt den eigenen Konsum in Frage zu stellen, nehmen es die meisten Menschen hin, fünf Tage die Woche von 9 bis 17 Uhr am Schreibtisch zu sitzen. Wenn Kinder da sind, ist nicht nur für sich selbst zu wenig Zeit da, auch für den Nachwuchs bleibt im Alltag kaum eine freie Minute.

Willst du mehr Zeit für dich und deine Familie haben und dem Hamsterrad des Arbeitens und Konsumierens entkommen?

Dann kannst du entweder einen supertoll bezahlten Teilzeitjob finden (viel Erfolg dabei) oder deine Ausgaben reduzieren.
Und was läge da näher, als mit dem Kostenfaktor zu beginnen, der den größten Teil deiner monatlichen Ausgaben ausmacht, nämliche der Miete?

Im Folgenden zeige ich dir in fünf einfachen Schritten, wie du es schaffst, in eine kleinere Wohnung umzuziehen und minimalistisch zu wohnen – ohne das Gefühl zu haben, auf etwas verzichten zu müssen.
Im Gegenteil! Am Ende wirst du erleichtert sein und mit dem Weniger an Quadratmetern den Luxus von mehr Freizeit und Freiheit gewonnen haben.

Minimalistisch wohnen und glücklicher sein

1. Trenne dich von deinen Besitztümern

Nein, du musst nicht dein ganzes Hab und Gut ins Sozialkaufhaus bringen. Aber trenne dich von allem Überflüssigen und werde Minimalist.

Minimalismus bedeutet, dass du nur noch Dinge besitzt, die du auch wirklich benutzt.

Gehe am besten Raum für Raum vor. Beginne mit deiner Kleidung. Hole sämtliche Kleidungsstücke aus den Schränken und frage dich:

a) Kleidung

  • Was sind meine Lieblingsteile, was trage ich häufig?
  • Was habe ich schon mindestens ein halbes Jahr nicht mehr angezogen?

Hosen, die seit Jahren darauf warten, dass du in sie hineinschrumpfst, zehn Sweatshirts fürs Malern und alles, was du nicht zum ersten Date anziehen würdest, kann weg. Weder du noch deine Kinder brauchen zwanzig Paar Socken oder ein Dutzend Schals.

Gib alle Kleidung, die du nicht mehr brauchst, in Kartons oder Säcke und bringe sie außer Sichtweite. Räume die übrig gebliebenen Dinge zurück in die Schränke. Wenn du beherzt genug aussortiert hast, müsstest du nun eine ganze Menge freien Platz haben.

b) Küchenutensilien

Nimm dir als nächstes die Küche vor. Welche Utensilien und Maschinchen gebrauchst du wirklich, welche stehen nur herum?
Zu den Top Ten der staubfangenden Küchenutensilien gehören Zwiebelhäcksler, Dörrgerät, Entsafter, Reiskocher, Eierkocher, Kapsel-Kaffeemaschine, Waffeleisen, Popcornmaker, Elektromesser und Raclettegrill.

Elektrische Küchengeräte lassen sich hervorragend auf ebay Kleinanzeigen weiterverkaufen – oft fällt es leichter, sich von Gegenständen zu trennen, wenn man einen Teil des Geldes, das man für sie ausgegeben hat, wieder zurückbekommt.

c) Bücher & Tonträger

Weitere Dinge, die viel Platz wegnehmen, sind Bücher, Zeitschriften, CDs, Schallplatten und DVDs.
Es soll Menschen geben, die allein wegen ihrer Sammlung von Büchern oder Schallplatten nicht umziehen. Im Studium besaß ich über zweihundert Bücher. Davon habe ich bis auf fünf alle verkauft, verschenkt oder ausgesetzt – und es nie bereut.
Speichere Tonträger und Filme digital. Der Erlös deiner Plattensammlung finanziert womöglich den nächsten Familienurlaub.

d) Handtücher & Bettwäsche

Wie viele Handtücher und Bettwäschegarnituren besitzt du? Sind nicht zwei Handtücher pro Person ausreichend? Bettwäsche nimmt viel Platz weg – und in mehr als einem Set kannst du ohnehin nicht schlafen.

Weitere Anregungen zum Ausmisten findest du hier:

2. Weg mit dem Kinderzimmer!

Viele Paare suchen nach einer größeren Wohnung, sobald sie den positiven Schwangerschaftstest in den Händen halten. Das Baby braucht doch sein eigenes Zimmer!

Das ist Unsinn. In den ersten Jahren ist es viel praktischer, wenn das Kinderbett neben dem Elternbett steht (oder das Kind gleich zusammen mit den Eltern in einem Bett schläft). Babys schlafen nicht durch, sondern wachen mehrmals in der Nacht auf, weil sie hungrig sind, ihren Schnuller verloren haben oder die Windel voll ist. Schläft dein Kind neben dir, kannst du sofort reagieren und sparst dir darüber hinaus ein Babyphon.

Und was ist mit den Spielsachen?

Die besten Spielsachen für kleine Kinder sind echte Dinge: Töpfe, Dosen, Löffel, Tücher, Schachteln und Kartons. Dein Kind braucht weder zehn Stofftiere noch singende Plastikschildkröten. Beschränke dich auf eine Kiste mit Spielsachen und halte dich an das Prinzip: Eins kommt, eins geht.

Geht dein Kind in die Kita oder in den Kindergarten, hat es dort genug unterschiedliche Spielzeuge zur Verfügung. Halte das Angebot zuhause bewusst klein. Du regst damit die Fantasie deines Kindes an und tust ihm etwas Gutes.

Für den Umzug in eine kleinere Wohnung sollten die Besitzgüter reduziert werden. Kinder können sich mit einer kleinen Auswahl an Spielzeugen beim Spielen besser fokussieren. Das Foto zeigt Mambekovas Spielkiste.
Des Kindes Spielzeugkiste

Für die Kleidung des Nachwuchses gilt: Weniger ist mehr. Wenn du wöchentlich wäschst, braucht dein Kind nicht mehr als vier, fünf Outfits. Eine Capsule Wardrobe für (Klein-)Kinder hilft, die Kollektion übersichtlich zu halten.

So passt die Garderobe des kleinen Schatzes in ein Fach deines Kleiderschranks. Wir haben für das Kind eine Kiste mit Kleidung, die es jetzt trägt, und eine weitere Kiste mit Kleidung in größeren Größen für später.

Zwei Kisten mit Kleidung für ein einjähriges Kind. Die linke Kiste enthält die aktuelle Kleidung, die rechte größere Größen, die das Kind tragen wird, wenn es älter ist. Die Datei ist eine Fotografie von Marion Schwenne im jpg-Format.
Des Kindes Kleiderkisten: Links die aktuelle Kollektion, rechts die größeren Größen

Damit wäre der Besitz deines Kindes auf Bett und Kisten mit Spielzeug und Kleidung geschrumpft und euer monatliches Budget um mindestens 100 € gestiegen.

Denn der Umzug in eine kleinere Wohnung lohnt sich: Statistisch gesehen sinken die Kosten für eine um 15m² reduzierte Wohnung um 100 € monatlich. (Die Daten beziehen sich auf ganz Deutschland; in den Metropolen zahlt man häufig doppelt soviel für eine Dreizimmerwohnung wie für eine Zweizimmerwohnung.)

3. Ein- statt Dreizimmerwohnung?

Die Idee, mit einer kleinen Familie in einer Einzimmerwohnung zu wohnen, erscheint heutzutage absurd.

Aber warum eigentlich?

Wenn du noch in Elternzeit bist und dein Partner Vollzeit arbeitet, seid ihr nur morgens, abends und am Wochenende zu dritt in der Wohnung. Habt ihr beide eine 40-Stunden-Woche, steht die Wohnung die meiste Zeit leer. Wozu Miete für Fläche zahlen, wenn ihr doch den ganzen Tag arbeitet?

Neben der Kostenersparnis hat das Wohnen auf kleinem Raum weitere Vorteile:

  • Eine kleine Wohnung ist leichter sauber zu halten und schneller zu putzen;
  • Geringere Nebenkosten, vor allem Heizkosten;
  • Wenn sich Dinge ansammeln, fällt das sofort auf.

Zur Illustration der Ersparnis bei den Heizkosten hier eine Übersicht über das Verhältnis von Zimmeranzahl zur Größe der Wohnung in Quadratmetern:

  • 1 – 1,5 Zimmer: 25 bis 40m²
  • 2 Zimmer: +/- 55m²
  • 3 Zimmer: +/- 75m²

Im Jahr 2019 betragen die Heizkosten durchschnittlich 11,50 Euro pro Quadratmeter, abhängig vom Energieträger (Erdgas, Heizöl, Fernwärme). Für eine Dreizimmerwohnung zahlt man jährlich knapp 900 Euro, für eine Einzimmerwohnung nur rund 300 Euro an Heizkosten. Das sind immerhin 600 Euro im Jahr weniger, allein für das Heizen der Wohnung.

Nehmen wir die Ersparnis durch die geringere Miete hinzu:
Im Bundesdurchschnitt kostet eine Einzimmerwohnung mit 25m² Wohnfläche 237 Euro monatlich, eine 75m² große Wohnung 532 Euro.
An Betriebskosten kommen 54 Euro bzw. 162 Euro hinzu (bei 2,16 Euro/m²/Monat für Betriebskosten).

Macht insgesamt:

  • 291 Euro Warmmiete für eine Einzimmerwohnung (25m²)
  • 694 Euro Warmmiete für eine Dreizimmerwohnung (75m²)
  • Monatliche Ersparnis: 403 Euro

Das sind Durchschnittswerte, die Mietpreise sowohl aus der Mecklenburgischen Provinz als auch aus München einbeziehen. In großen Städten zahlt man für eine Einzimmerwohnung mindestens 400 Euro, für eine Dreizimmerwohnung über 1000 Euro monatlich.

Insgesamt ergibt sich mit dem Umzug von einer Dreizimmer- in eine Einzimmerwohnung eine Ersparnis von jährlich rund 5500 Euro!

4. Möbel und Räume multifunktional nutzen

Bei einer kleinen Wohnung ist es umso wichtiger, sie nicht mit Möbeln und Dekorationsgegenständen vollzustellen. Beschränke dich auf das Nötigste, damit genug Raum bleibt zum Atmen, Spielen, Sport machen und Toben. Je weniger Zeug in einem Raum steht, desto größer wirkt er.

Die Idee, jeden Raum jeweils nur einem Verwendungszweck zuzuordnen (Schlafen, Fernsehen, Spielen, Essen, Kochen), ist veraltet.

Warum solltest du Miete zahlen für ein Zimmer, in dem du ausschließlich schläfst?

Ein Zimmer mit Bett lässt sich tagsüber prima umfunktionieren in ein Spielzimmer, einen Workout-Raum oder ein Wohnzimmer.
Aus Japan stammende Futon-Betten können zusammengerollt und an die Wand gestellt werden. Der Platz, den sonst das Bett einnimmt, kannst du am Tag für etwas anderes nutzen. (Katrin und Daniel von bevegt berichten hier darüber, wie sie ihr Bett durch einen Rollfuton ersetzt haben.)

Wenn du nur gelegentlich am Computer arbeitest, kannst du den Esstisch als Schreibtisch verwenden. Hast du Kleidung, Spielzeug, Bücher und Co auf das Nötigste reduziert, reicht ein Schrank, um alles unterzubringen.
Ist deine Wohnung mit einer Einbauküche ausgestattet, nutze die Vielzahl an Schränken und Fächern nicht nur für Geschirr und Küchengeräte, sondern auch für Unterlagen, Medikamente, Badehandtücher, Schreibhefte, Wechselspielzeug usw.

5. Freiräume auf kleinem Raum schaffen

Ich war jahrelang davon überzeugt, nicht zusammen mit jemandem in einer Wohnung leben zu können.
Während des Studiums lebte ich allein in einer 56m²-Wohnung. (Damals waren teilsanierte Wohnungen in Leipzig günstiger als ein WG-Zimmer.)

Heute wohne ich mit meinem Freund und meiner Tochter in einem Zimmer im kleinen Haus meiner Schwiegermutter in Belgien. Alle zusammen wohnen wir auf zwei Etagen, wobei eine Etage jeweils ein Zimmer ist. (Belgische Häuser sind mitunter wirklich winzig.)

In unserem Zimmer gibt es ein Bett, ein Kinderbett, ein Sofa, zwei Schreibtische, einen Schrank, eine Kommode, Waschtisch, Dusche und einen Wäscheständer. Der Raum ist nicht riesig und wirkt dennoch nicht vollgestellt. Die Oberflächen sind frei und es steht nichts herum.


Selbst wenn wir alle drei den ganzen Tag zuhause sind, fühle ich mich nicht beengt.

Mein Bedürfnis nach Ruhe erfülle ich, indem ich ein Buch auf dem Sofa oder Bett lese, während mein Freund mit eigenen Dingen beschäftigt ist. Ich stehe um halb 6 auf, um zu arbeiten, zwei Stunden lang die Stille zu genießen und Zeit für mich zu haben.

In einer Beziehung Freiräume zu schaffen, hat nichts mit der Größe des gemeinsamen Wohnraums zu tun. Wenn du Schwierigkeiten hast, dich von anderen abzugrenzen, lohnt es sich, an dem Thema zu arbeiten.

Fazit: Wage den Umzug in eine kleinere Wohnung und probiere es einfach mal aus, auf kleinem Raum zu leben! Wenn du nicht gerade in einer Wohnung mit einem günstigen alten Mietvertrag wohnst, hast du nichts zu verlieren. Der Umzug ist vielmehr ein guter Anlass, gründlich auszumisten und deinen Besitz auf das Nötigste zu beschränken.

Entscheide dich dafür, minimalistisch zu wohnen und gebe deine Zeit und Energie für die Dinge aus, die wirklich zählen im Leben. Am Ende wirst du dich freier und glücklicher fühlen, ohne auf etwas zu verzichten.

Bildquellen: © Unsplash.com: Brina Blum (Beitragsbild), Marc Ruaix (Haus)

Wie groß ist deine Wohnung? Kannst du dir vorstellen, mit deiner Familie in einer Ein- oder Zweizimmerwohnung zu leben? Ich bin gespannt auf deinen Kommentar!

10 Kommentare

    1. Marion says:

      Hi Simone,

      je älter die Kinder werden, umso schwieriger wird es natürlich mit einer kleinen Wohnung. Der Vorschlag, das Kinderzimmer erst einmal wegzulassen, bezieht sich eher auf Babys und (Klein-) Kinder. Meine Tochter ist noch nicht zwei und wir kommen gut zu dritt in einem Zimmer aus. In zehn Jahren werden wir uns vermutlich etwas anderes überlegen 😉

      Aber es geht ja nicht nur ums Kinder- oder Jugendzimmer. Je mehr Dinge man besitzt, umso mehr Wohnfläche mietet man an. Da findet wahrscheinlich jeder bei sich noch Einsparpotential.
      Einen interessanten Artikel zum Thema minimalistisch und frugal Wohnen mit Familie hat Oliver von den Frugalisten geschrieben: https://frugalisten.de/frugalismus-familie-finanzielle-freiheit-kinder/
      Vielleicht findest du ja dort noch die ein oder andere Inspiration.

      Herzliche Grüße
      Marion

      Antworten
  1. Rebecca says:

    Liebe Marion,

    vielen Dank für diesen tollen Beitrag. Er enthält sehr viele gute Tipps. Das Geschriebene kann ich nur bestätigen: es ist möglich, auch auf wenig Raum gut zu leben.

    Ich habe auch jahrelang mit meinem Freund in einer 1-Zimmer-Wohnung gelebt und den Minimalismus für mich entdeckt. Inzwischen schreibe ich wie Du über meine Erfahrungen. Schau gerne einmal unter http://www.frei-mutig.de vorbei.

    Herzliche Grüße
    Rebecca

    Antworten
    1. Marion says:

      Liebe Rebecca,

      vielen Dank für deinen Kommentar und den Link zu deinem Blog. Gefällt mir sehr gut! 😊
      Spannend, wie du die Themen Minimalismus, Auszeit und Finanzen verbindest.

      Herzliche Grüße
      Marion

      Antworten
  2. Kleeblättchen says:

    Was für eine wunderbare Seite 😀

    Also ich lebe seit etwa 2 Jahren mit meinem Freund und mittlerweile 2 Kindern auf ca. 40m². In einem Zimmer plus Miniküche und kleinem Bad mit Dusche bauen wir nun schon seit Anbeginn unsere Kapok-Klapp-Matratzen jeden Tag zu Sitzmöbeln und abends zu Betten um. Ein großes Hochbett dient als Stauraum für Saisonartikel (Federbetten etc) darunter ist unser „Tagwohnzimmer“. Das Hochbett bietet die einfache Möglichkeit für die 2 kleinen Jungs Schaukeln etc. aufzubringen. Toben ist hier auch möglich. Oft überlegen wir, dass es doch ganz schön krass ist was wir tun, aber wir tun es jeden Tag von Neuem gern! 🙂

    Also mit 2 Kleinkinder fühle ich mich sehr wohl so zu leben. Allerdings sind wir viel an der frischen Luft, weil gleich der Garten vor der Tür ist. Wenn das nicht möglich wäre, gäbe es wahrscheinlich ein Tobe-Problem 😉

    Wir nutzen viele Sharing Kreise um Spezial-Gegenstände für mehrere Menschen nutzbar zu machen (Dörrgeräte, Entsafter) und verabreden uns mit mehreren Menschen zu einfachen Highlights wie: Zusammen ernten und Saft machen/vorkochen etc..

    Ich habe vor allem das Gefühl mehr mit Menschen in Kontakt zu kommen, seit dem ich der nutzlos großen Wohnung abgeschworen habe. Sobald man freiwillig einwilligt, sich auch von den Menschen in seiner Umgebung abhängig zu machen indem man aktiv Dinge aufgibt/teilt (zum Beispiel in dem man seine Waschmaschine rausschmeißt und gegen eine kleine Handkurbel-Waschmaschine ersetzt) werden Großbestände der eigenen Wohnung unbrauchbar. Die Kinder profitieren vom häufigen zusammenkommen mit anderen Familien. Allerdings wäre ohne das, das Familienzusammenleben auf diesem kleinen Raum und ohne Garten Möglichkeit vorm Haus echt eine Zumutung 😀

    Antworten
    1. Marion says:

      Hallo Kleeblättchen,

      vielen Dank! 🙂

      Kapok-Matratzen kannte ich noch gar nicht, finde ich super! Multifunktionale Gegenstände sind eine große Hilfe, um mit weniger Sachen besser zu leben.

      Sehr inspirierend, wie ihr lebt. Viele denken beim Wohnen auf kleinem Raum sofort „Das könnte ich nicht“ (besonders mit Kindern), vergessen aber, dass es vor allem auf die innere Haltung ankommt – und auf genügend Bewegung an der frischen Luft.

      Besonders toll ist das Teilen und Zusammenkommen mit anderen. Und für das Großziehen von Kindern braucht man ja bekanntermaßen eh ein ganzes Dorf. 😀

      Herzliche Grüße
      Marion

      Antworten
  3. Mia says:

    Du hast wirklich gute Tipps in dem Artikel, gerade was Futons usw. angeht. Benutze ich zwar selber nicht, finde die Idee aber charmant. Beim Thema Wohnen finde ich die minimalistische Haltung aber teilweise problematisch.

    „Die Idee, mit einer kleinen Familie in einer Einzimmerwohnung zu wohnen, erscheint heutzutage absurd.“

    Das erscheint mir ehrlich gesagt mittlerweile schon als Paar zu anstrengend – wohlgemerkt in einer 2-Zimmer-Wohnung. Ist bei mir jetzt seit 10 Jahren der Fall und mich nervt es nur noch.

    Wirklich für sich mal allein kann man kaum sein (bin ausgeprägter Stubenhocker und introvertiert). Jetzt während Corona ist es mit dem Arbeiten auch nicht so praktisch; 2 Leute, die gelegentlich auch mal gleichzeitig telefonieren müssen usw…

    Der Trend wird gerade durch Corona zu mehr Wohnfläche gehen und das ist meiner Meinung nach auch nicht verwerflich, sondern nachvollziehbar. Für mich persönlich war aber auch ohne Corona völlig klar, dass die nächste Wohnung größer wird und in Zukunft auch eine Spülmaschine drin sein wird. Irgendwann mag man nicht mehr.

    Mit Ausmisten und Minimalismus hat das wie ich finde nur noch begrenzt zu tun. Gerade beim Thema Wohnen geht das schnell in die Richtung a la: „Ja die Mieten sind ja zu teuer…verkleiner dich doch mal“. Bei dir klingt das auch ein bisschen so. Aber dann müssen halt mehr Sozialwohnungen gebaut werden. Die Lösung kann nicht für alle das 30-qm-Wohnklo, das Tiny House oder der ausrangierte Zirkuswagen sein. Die hohen Mieten sind schließlich ein gesellschaftliches Problem.

    Und btw weil ich leider nur allzu vertraut mit Dachgeschosswohnungen bin und ich das auf den Bildern sehe; das wird im Sommer – gerade in den Dürre- und Hitzesommern, die ja immer häufiger werden – bullenheiß. Macht euch das nichts aus?

    Für mich ist gerade die Hitze bzw. der Klimawandel ein wesentlicher Grund, in naher Zukunft aus meiner 2-Zimmer-Wohnung mit Dachgeschoss auszuziehen…

    Dachgeschosswohnungen haben meiner Meinung nach keine Zukunft – für mich war es jedenfalls die letzte.

    Antworten
    1. Marion says:

      Hallo Mia,

      vielen Dank für deinen ausführlichen und kritischen Kommentar.

      Ich wollte in dem Artikel vor allem darauf aufmerksam machen, dass man nicht unbedingt eine große Wohnung braucht, nur weil man zu zweit ist oder Kinder hat. Ich war jahrelang der Überzeugung, nicht WG-kompatibel zu sein und mit niemandem zusammen wohnen zu können. In Wirklichkeit wollte ich es schlichtweg nicht.

      Aber wie du richtig schreibst, ist das eine persönliche Entscheidung, die zu trennen ist von dem politischen Problem, dass es zu wenige bezahlbare (große und kleine) Wohnungen für zu viele Menschen gibt. Dann einfach zu sagen, „Zieh doch in eine Einzimmerwohnung“, verfehlt den Punkt.

      Die Frage ist jedoch, was ich selber beeinflussen kann. Angenommen, im Moment gibt es in meiner Stadt keine günstige Dreizimmerwohnung, die ich mir für mich und meine Familie wünsche. Dann habe ich zwei Möglichkeiten: Ich akzeptiere die kleine Wohnung und nehme in Kauf, dass mir manchmal alles total auf die Nerven geht. Oder ich bezahle mehr für die große Wohnung und akzeptiere, dass ich 40 Stunden die Woche arbeite, um die Miete bezahlen zu können. (Eine dritte Möglichkeit wäre, aufs Land zu ziehen, falls dort Wohnraum günstiger ist.)

      Ich bin auch nicht immer happy in unserem Zimmer und in der WG mit der Schwiegermutter. Manchmal möchte ich mich am liebsten auf eine einsame Insel beamen. Aber dann erinnere ich mich wieder daran, dass es meine Entscheidung ist. Ich könnte auch einen Vollzeitjob annehmen und eine schöne Wohnung mieten.

      Was das Dachgeschoss angeht – oh ja. Im Sommer haben wir manchmal Temperaturen über 40 Grad, auch nachts wird es nicht wirklich kühler. Das ist der größte Nachteil an unserer Wohnsituation. Ich stimme dir zu, dass (schlecht isolierte) Dachgeschosswohnungen keine Zukunft haben.

      Herzliche Grüße
      Marion

      Antworten
  4. Alexandra says:

    Wir haben uns eine Wohnung gesucht (wir sind zu zweit), und waren mit der Tatsache konfrontiert, dass 40-50 qm Wohnungen nur!! an Einzelpersonen!! vermietet werden. In jeder Anzeige stand es so drin… Da das Wohnungsangebot hier wo wir wohnen sehr klein ist, sind wir quasi gezwungen worden, uns eine größere Wohnung zu nehmen. Wir haben aktuell 66qm, 2,5 Zimmer. Ich denke es ist wirklich sehr groß für uns zwei. Aber sollten wir ein Kind bekommen, wäre für mich die Wohnungsgröße ideal..

    Was du schreibst, zB „wieso brauche ich ein ganzes Zimmer für das Bett?“ finde ich wahr. Heutzutage kann man sehr viele Möbeln finden, die multifunktionell sind, zB aufklappbare Betten. Ich habe schon Interesse an Mininalismus, ich miste meine Kleider regelmäßig aus, aber irgendwie sammeln sind die nutzlose Dinge immer wieder auf.

    Daher lese ich sehr gerne solche Artikel wie deine, die mich dann motivieren, den Kampf gegen Mist nicht aufzugeben 😀

    Vielen Dank!

    Antworten
    1. Marion says:

      Hallo Alexandra,

      vielen Dank für deinen Kommentar, toll, dass dich mein Beitrag motivieren konnte. 😍

      Das mit den Wohnungen, die nur an einzelne Personen vermietet werden, kenne ich. In Belgien gibt es viele sogenannte Studios, die nur von Singles gemietet werden können. Einzimmerwohnungen mit einer Familie zu finden ist so gut wie unmöglich. Sehr schade, denn die Studios sind oft recht geräumig und günstig (in Antwerpen bekommt man welche für 500 € inkl. Nebenkosten).

      Multifunktionale Möbel finde ich auch großartig. Und wenn du noch Tipps zum Ausmisten nach dem Ausmisten suchst, hilft dir mein Gastbeitrag auf Elisas Blog vielleicht weiter: Nach dem Ausmisten ist vor dem Ausmisten.

      Alles Gute und herzliche Grüße
      Marion

      Antworten

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