Warum eine No-Buy-Challenge dein Leben bereichert

Warum eine No-Buy-Challenge dein Leben bereichert

Ein Gastbeitrag von Esther Stark

Wie viele Shampoos und Duschgels befinden sich in deinen Schränken? Wie groß sind deine Lebensmittelvorräte? Und wie hoch ist dein Stapel an ungelesenen Büchern und Zeitschriften?

Ich weiß, dass dies unangenehme Fragen sein können, zumindest war das bei mir so, bevor ich meine erste No-Buy-Challenge startete. Vor etwa sechs Jahren, als ich anfing, minimalistisch zu leben, hatte ich von vielem zu viel. Zu viele Vorräte an Lebensmitteln, an Beauty- und Hygieneprodukten. Zu viele Bücher, die danach schrien, von mir gelesen zu werden.

Eigentlich wollte ich diese Dinge einfach nur loswerden, doch sie wegzuwerfen, nur weil sie angefangen waren und teilweise nicht mehr meinem Geschmack entsprachen, kam für mich nicht in Frage. Ich wollte ressourcenschonend handeln. Angebrochene Dinge weiterzugeben war auch keine Option. Doch was tun?

Die Lösung: Das nutzen, was bereits da ist und kreativ werden.

Daher entschied ich mich damals neben dem Ausmisten und Loslassen von Dingen für eine Kaufdiät oder, wie ich und viele andere es bezeichnen, eine No-Buy-Challenge.

Was ist eine No-Buy-Challenge?

Vielleicht hast du bereits von einer Kaufdiät oder einer No-Buy-Challenge gehört, vielleicht ist dies aber auch etwas komplett Neues für dich. Daher möchte ich dir kurz erklären, was eine No-Buy-Challenge ist.

Der Sinn und Zweck einer No-Buy-Challenge ist es, alles zu nutzen und aufzubrauchen, was du besitzt und dir nichts Neues zu kaufen. Ziel für mich war es damals, nur noch das zu besitzen und zu nutzen, was ich wirklich brauchte und was mir gefiel.

Das hört sich im ersten Moment doch ziemlich einfach an, findest du nicht? Ja, es kann einfach sein, manchmal aber auch herausfordernd, doch davon erzähle ich dir später noch.


Gründe, eine No-Buy-Challenge zu machen, gibt es viele. Ich kenne einige, die eine No-Buy-Challenge machen, um Geld für etwas zu sparen. Vielleicht wollen sie sich einen Urlaub leisten oder sparen für einen anderen Traum. Für mich persönlich ging es darum, meinen Konsum kritisch zu überdenken und herauszufinden, was ich wirklich nutze und brauche.

Zu Beginn habe ich daher den Fokus meiner No-Buy-Challenge vor allem auf Kosmetik- und Hygieneprodukte gelegt, denn davon hatte ich mehr als genug. Im Laufe der Zeit habe ich die No-Buy-Challenge auf mein komplettes Leben ausgeweitet.

Eine No-Buy-Challenge lässt sich auch super nutzen, um neben dem Ausmisten auch seinen Kleiderschrank zu reduzieren und sogar in Richtung Capsule Wardrobe zu gehen. Marion hat dazu bereits zwei wundervolle Blogposts erstellt. In Teil 1 der Reihe erfährt du, wie du deinen Stil findest, und in Teil 2 werden die Grundregeln für eine Capsule Wardrobe erklärt und auch einiges, was du in Bezug auf Farb- und Figurtypen beachten solltest.

Die Regeln der No-Buy-Challenge

Vielleicht bist du jetzt hochmotiviert, eine No-Buy-Challenge anzufangen und stellst dir die Frage, ob es Regeln gibt, die du befolgen solltest. Diese Sorge kann ich dir nehmen. Es gibt keine Regeln, außer die, die du selber festlegst. Es ist deine Challenge, es ist dein Leben.

Auch der Zeitraum, über den du die No-Buy-Challenge machst, ist dir überlassen. Ich würde jedoch empfehlen, diese mindestens 6 Monate zu machen, um möglichst viel über dich und deinen Konsum zu lernen und um genug Zeit zu haben, um vorhandene Gegenstände aufbrauchen und nutzen zu können.  

Befinden sich in deinem Haushalt noch mehr Personen als nur du? Dann rate ich dir, diese zumindest über deine No-Buy-Challenge zu informieren. Bitte versuche nicht, anderen eine No-Buy-Challenge aufzuzwingen. Geh mit guten Beispiel voran. Eventuell werden die anderen Personen in deinem Haushalt mitmachen. Dann machen sie es aber, weil sie es auch wollen.

Zur Inspiration möchte ich dir einige der Regeln zeigen, die ich mir für meine No-Buy-Challenge gesetzt hatte:

Ich kaufe erst ein neues Beauty- oder Hygieneprodukt, wenn alle dieser Art aufgebraucht sind und ich sie wirklich nutze. Das bedeutet zum Beispiel, dass du alle Duschgels und Seifen aufbrauchst, die sich in deinem Haushalt befinden, bevor du dir ein (ich meine hier wirklich 1!) Duschgel respektive eine Seife nachkaufst.

Bevor ich etwas kaufe, überlege ich, ob ich ein anderes Produkt zweckentfremden kann, das denselben Zweck erfüllt. Ich hatte damals zum Beispiel kein Nudelholz zum Teigausrollen. Anstelle ein Nudelholz zu kaufen, habe ich eine Glasflasche genutzt, die dafür genauso gut funktioniert. Im Bereich Kosmetik habe ich einen dunkelbraunen Lidschatten als Augenbrauenpuder zweckentfremdet, um ihn aufzubrauchen, anstatt mir etwas Neues zu kaufen. 

Da ich die Challenge ernst nehme, aber mich nie kasteien wollte, habe ich mir damals auch sogenannte Ausnahmen genehmigt. Was sind Ausnahmen? Das sind Produkte oder Dinge, die du vielleicht nicht unbedingt brauchst, die du dir aber genehmigst zu kaufen. Hierzu gehören auch die Bereiche, die du nicht in deine No-Buy-Challenge integrieren möchtest.

Tipps für deine No-Buy-Challenge

  • Schreibe dir deine Ausnahmen auf, am besten an einem Ort, wo du sie dir immer vor Augen führen kannst. Das hat mir zu Beginn geholfen, falls ich doch mal Lust hatte, etwas zu kaufen. Schreibe dir dazu auch auf, warum du dir No-Buy-Challenge machen willst, was also deine Motivation und dein Ziel ist. 
  • Mir hat es damals geholfen, eine Inventur in den Bereichen zu machen, die ich in die No-Buy-Challenge einbinden wollte. Das hat mir die Augen geöffnet. Oft ist uns gar nicht bewusst, wie viel wir besitzen und in welcher Fülle wir leben. Wenn du die Zahlen schwarz auf weiß siehst, kannst du dies nicht mehr verleugnen. Mein Tipp ist also, eine Inventur zu machen und die Daten entsprechend der einzelnen Unterkategorien zu notieren. Am besten so, dass du nach ein paar Monaten oder auch monatlich ein Update davon machen kannst und so deinen Fortschritt siehst. Das kostet womöglich etwas Zeit, doch es lohnt sich!
  • Setze dir auch ein Budget für deine Ausnahmen. Mir hat das sehr dabei geholfen, meine Ausnahmen nicht ausufern zu lassen, weil mir gerade nach Kaufen zumute war. 
  • Wenn du Lust verspürst, doch mal gegen deine eigenen Regeln zu „verstoßen“, dann schau in dich hinein. Was bringt dich gerade dazu? Ist es vielleicht Langeweile oder bist du schlecht gelaunt? Versuche, Alternativen zu finden, um dir etwas Gutes zu tun oder um die Langeweile zu vertreiben.
  • Last but not least, melde dich von Newslettern ab. Sei es der Newsletter einer Parfümerie oder einer Kleidungsmarke. Oft werden wir dadurch verführt, dass ein Angebot nur heute gültig ist. Doch glaube mir, das Angebot wird wiederkommen und bis dahin hast du noch genug, das du aufbrauchen kannst.

Herausforderungen der Kaufdiät & Lösungen

Die größte Herausforderung, vor allem zu Beginn der Challenge, war für mich das Thema „Limited Edition“. Meine Gedanken: Diese Edition wird es nur jetzt und dann nie wieder geben! Aus der Erfahrung der letzten Jahre kann ich dir sagen, dass dies nicht der Fall ist. Im Marketing gibt es dafür auch einen Namen: künstliche Verknappung.

Ich bin eine Leseratte. Bücher habe ich immer auf Vorrat gekauft, denn es könnte ja passieren, dass ich ein Buch schneller durchlese und dann keines mehr habe. Wenn ich also sowieso im Buchladen bin oder online ein Buch bestelle, warum nicht gleich mehr als eins?

So haben sich immer mal wieder einige Bücher angesammelt, die nur darauf gewartet habe, gelesen zu werden. Der Stapel der ungelesenen Bücher wächst bei mir immer mal wieder an, um dann langsam zu schrumpfen. Ich arbeite gerade daran und habe mir für dieses Jahr vorgenommen, zuerst alle Bücher, die ich besitze, zu lesen (30+ Bücher) und mir erst dann neue zu holen. Mit neu meine ich in diesem Fall nicht nur neu gekaufte Bücher, sondern auch geliehene, aus der Bücherei oder einem kostenlosen Bücherregal.

In den letzten Jahren kam mir immer mal wieder der Gedanke, dass ich dieses oder jenes gerne haben möchte und zwar jetzt! Woher diese Wünsche kommen, habe ich bis heute nicht herausgefunden. In diesen Momenten schreibe ich mir die Dinge, die ich haben möchte, auf einen Wunschzettel. Dort bleiben sie erst einmal eine Weile. Wenn sie nach 30 Tagen immer noch draufstehen und ich sie immer noch haben will, dann kann ich sie mir kaufen. Meist interessieren sie mich nach 30 Tagen aber gar nicht mehr und ich streiche die Dinge vom Wunschzettel.

Nicht kaufen: Mein Fazit

Ich empfehle jedem, eine No-Buy-Challenge einmal auszuprobieren. Meine Erfahrung ist, dass du dadurch dich und deine Bedürfnisse besser kennenlernst. Du findest heraus, was du wirklich brauchst und in welcher Fülle du bereits lebst. Außerdem wirst du verwundert sein, wie lange es dauern kann, ein Produkt aufzubrauchen.

Die No-Buy-Challenge wird auch deine Kreativität anregen, weil du versuchst, mit dem, was du bereits besitzt, zu leben und zu arbeiten. Da du die No-Buy-Challenge auf alle Lebensbereiche anwenden kannst, ist sie auch geeignet, um Lebensmittelvorräte aufzubrauchen. Marion hat dazu in ihrem Blogpost zum Thema Resteverwertung Tipps gegeben, um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden.

Wie lange du die No-Buy-Challenge ausprobieren möchtest, ist dir überlassen. Damit sie jedoch dein Leben nachhaltig zum Positiven verändert, rate ich dir, diese mindestens 6 Monate zu machen.

Ich prüfe mittlerweile immer zuerst, was ich bereits besitze und ob ich es für das, was ich vorhabe, nutzen kann. Dadurch habe ich neue und interessante Möglichkeiten entdeckt, Dinge zu gebrauchen, ohne mir etwas Neues kaufen zu müssen. Das ist nicht nur ein ressourcenschonendes Leben, sondern es spart dir auch eine Menge Geld und macht Spaß.

Benötigst du Unterstützung? Dann lade dir hier meinen No-Buy-Challenge-Guide herunter.

Ich wünsche dir viel Erfolg und tolle Erkenntnisse mit deiner No-Buy-Challenge.

Bildquelle: © bluecinema

Author: Esther

Hallo, ich bin Esther und lebe seit knapp 6 Jahren minimalistisch. Meine Reise hin zu einem minimalistischen und faireinfachten Leben halte ich auf meinem Blog und auf meinem Youtube-Kanal EstherLovesLife fest. Ich möchte damit anderen ein Leuchtturm, eine Unterstützung sein, auch ihr Leben hin zu etwas Wundervollem zu ändern.

Minimalismus bedeutet für mich, Ballast loszulassen, frei zu sein und die Dinge zu tun, die mir wichtig sind. Mein Fokus liegt dabei weniger auf den Sachen, die ich nicht will, sondern auf denen, die mir wichtig sind und von denen ich mehr will in meinem Leben, um das beste Leben zu leben, das ich mir vorstellen kann. Ich will mich zurückerinnern an all die Momente und Erinnerungen, die ich kreiert habe. An materielle Gegenstände werden wir uns später nicht mehr erinnern, aber an genau diese Momente, in denen wir gelebt und geliebt haben.

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