Das kann weg! Zweites ABC des Minimalismus

Das kann weg! Zweites Abc des Minimalismus

Christof Herrmann von Einfach bewusst hat Das Abc des Minimalismus ins Leben gerufen, bisher haben 16 Blogger*innnen mitgemacht und ihr eigenes Minimalismus-ABC erstellt. Meinem fröhlichen* Minimalismus-ABC habe ich noch ein Spiegeluniversum-ABC an die Seite gestellt zum Thema: Das kann weg!

A – Autos

Autos sind teuer, laut, hässlich, machen Umstände, nehmen Platz weg, verbrauchen kostbare Ressourcen und sind in der Stadt nicht schneller als ein Fahrrad. Weg mit den Autos!

B – Burgerketten

Wozu all die labberigen Brötchen mit fettigen Patties dazwischen? Ob Fast Food oder Restaurant, in deutschen Innenstädten gibt es mehr Burgerläden als Fahrradstellplätze. Ob Big Mac für 5 oder Hans im Glück für 15 Euro – da brate ich mir lieber selber ein Linsen-Patty!

C – Camouflage

Tarnmuster, fester Stoff, dunkle, matte Farben: Camouflage vereint alles, was kleidungsmäßig nicht zu mir passt. Schritt 1 beim Aufbau einer minimalistischen Garderobe: den eigenen Stil kennen. Und: Trends ignorieren und nichts kaufen, nur weil es gerade angesagt ist.

D – Deals

Rabatte, Aktionen, Treue- und Kundenkarten führen dazu, dass du mehr kaufst, als du eigentlich brauchst. Ich versuche, Werbung zu ignorieren und besitze keine Kundenkarten.

E – Entertainment

Shows, Animation, Musicals, Fun-Parks… Um Spaß zu haben, brauche ich keine Eintrittsgelder zu zahlen. Dafür reicht wildes Schaukeln mit meiner Tochter, ein rasanter Sprint nach einer langen Laufrunde oder eine aufregende Atemmediation.

F – Frischhaltefolie

Und ihre Kollegen Küchenrolle, Gefrierbeutel, Butterbrottüten, Aluminiumfolie und Backpapier. Warum etwas kaufen, das nach einmaligem Gebrauch sofort in den Mülleimer wandert? Um Frischhaltefolie zu ersetzen, braucht man übrigens keine modischen Gummideckel zu kaufen – eine einfache Aufbewahrungsdose tut es auch. Und wer hätte es gedacht! Auch mit einem Teller lassen sich Speisen abdecken.

G – Gorona

So heißt das Virus auf Sächsisch. Und es nervt!
(Das Virus, nicht Sächsisch)

H – Haustiere

Auf dem Land sind Hunde prima, in der Stadt eher weniger. Katzen erzeugen unfassbar viel Müll, wenn sie keine Freigänger sind und Katzenstreu auf mineralischer Basis verwendet wird. Viele Nagetiere und Vögel müssen in viel zu kleinen Käfigen leben – blöd.

I – Italientrip

Schnell mal übers Wochenende nach Venedig, Florenz oder Rom? Zum Konsumieren eignen sich nicht nur materielle Dinge, sondern auch Erlebnisse. Das ist nicht nur stressig und teuer, sondern auch schlecht für die Umwelt.

Ich vermeide Fliegen. Geht es nicht anders, halte mich an die Faustregel Flugstunden = Wochen am Urlaubsort. Praktisch, denn so wird aus dem Italientrip gleich eine zweiwöchige Reise. 🙂

J – Jeans

Die Produktion einer Jeans verbraucht 8000 Liter Wasser.
Mittlerweile sind weltweit so viele Jeans produziert worden, dass wir die gesamte Weltbevölkerung für die nächsten 50 Jahre damit einkleiden könnten.
Ich habe meine letzte Jeans vor zwei Jahren gekauft – für 2 Euro bei Vinted.

K – Käse

Du kannst ohne Käse nicht leben? Geschmack ändert sich. Nach ein paar käsefreien Monaten fand ich Käse eher unappetitlich als megalecker. Probier’s aus!

L – Lehrer

Ich verbrachte den Großteil meiner Schulzeit auf einem Gymnasium, das zu den besten des Landes Niedersachsen gehörte. Dennoch machten 95 Prozent aller Lehrer furchtbar langweiligen Frontalunterricht, der noch dem letzten Streber jeden Spaß beim Lernen nahm.

Natürlich will ich nicht Lehrer als solche ausmisten. Nur die schlechten!

M – Möbel

Möbel sind überbewertet. Unser Sofa ist auseinandergebrochen, seitdem entspannen wir auf der Matratze, die davon übrig blieb.

Das kann weg! Möbel

N – Netflix

Phasenweise schaue ich gern Serien. (Ist das der richtige Ort, um mich als Trekkie zu outen?) Netflix habe ich bisher dafür nicht benötigt.
Meine Vermutung: Je mehr du für etwas zahlst, umso intensiver nutzt du es.

Ich verzichte aufs abendliche Bingewatchen und lese lieber Bücher. Lesen fördert nicht nur die Kreativität und Fantasie, es lässt mich auch besser einschlafen.

O – O Tannebaum

Mehr als 20 Millionen Weihnachtsbäume werden jährlich verkauft. Nach dem Fest landen die Bäume dort, wo so vieles irgendwann endet: Auf dem Müll.

Anstatt für ein paar Tage grüne Pracht in der guten Stube Boden und Grundwasser mit Dünger und Pestiziden zu belasten, könnte man auch eine Topfpflanze oder schöne Zweige festlich schmücken.

P – Plastiktüten

In Kenia, Peru, Marokko und sogar in China sind Plastiktüten bereits verboten. Wenn ich im türkisch-arabischen Viertel in Antwerpen-Noord Obst, Gemüse, Nüsse und Oliven einkaufe und nicht ständig „Danke, das geht ohne Tüte“ sage, komme ich mit zehn Plastiktüten und fünf Plastikschachteln nach Hause.

Wären Plastiktüten verboten, hätten viel mehr Menschen beim Einkaufen ganz selbstverständlich Stoffbeutel dabei. Unmengen von Tüten müssten gar nicht erst produziert werden.

Plastiktüten gehören daher eindeutig in die Kategorie Das kann weg.

Q – Quark

Auch wenn sich der Mythos hartnäckig hält- zum Muskelaufbau muss niemand pfundweise Magerquark in sich hineinschaufeln. Auch Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte und Erdnüsse enthalten viel hochwertiges pflanzliches Eiweiß.

R – Revanchieren

Die Schwester von Luises Patentante hat mir zum Geburtstag einen Kuchen gebacken, dann muss ich doch auch…

Nein, musst du nicht. Geschenke sind per definitionem nicht an Bedingungen geknüpft. Nimm dich raus aus dem Revanche-Nettigkeiten-Kreislauf und finde zu einem freien und freudigen Schenken und Empfangen zurück.

S – Sale

Früher habe ich in jedem Sale bei H&M zehn Teile gekauft, nur 35 Euro bezahlt und das meiste davon nie getragen. Mittlerweile ist gefühlt jeden Monat Sale, obwohl zehn Teile bei Primark auch ohne Rabatt nur 12,50 Euro kosten.

Kurzum: Ich habe alles, was ich brauche. Warum Zeit und Geld verschwenden für Schnäppchen, die doch nur Platz in meinem Kleiderschrank wegnehmen und sich nicht einmal gewinnbringend wieder verkaufen lassen?

T – Trailmix

Gemischte Lebensmittel sind in der Regeln teurer als die Einzelkomponenten, aus denen sie bestehen. Nüsse, Kerne und Trockenfrüchte kaufe ich einzeln und stelle mir meinen eigenen Trailmix zusammen. So spare ich zwei Drittel des Preises. Klappt auch mit Müsli, Gewürz- und Hülsenfruchtmischungen.

U – Universalgenie

Fun Fact: Ich habe mal zwei Semester Wirtschaftswissenschaften im Fernstudium studiert. Bis mir auffiel, dass Mathematik nicht mein Ding ist.

Du kannst nicht alles können. Fokussiere dich auf das, was du gut und gerne machst.

V – Vollzeitjob

Wenn ich den Großteil meines Lebens mit Arbeiten verbringe, wann habe ich dann Zeit, um zu leben?

W – Weichspüler

Reizt die Haut, enthält Mikroplastik und belastet das Grundwasser. Genauso ärgerlich: Weichgespülte Handtücher nehmen Feuchtigkeit schlechter auf.

X – Xanthippe

Nörgeln, meckern, an allem etwas auszusetzen haben. Ist schlecht für die Beziehung zu mir selbst und zu meinen Mitmenschen. Das hilft: Schatten- oder Kissenboxen, Rennen, Weinen, Schreien, Auf-den-Boden-Stampfen.

Y – Ypps mit Gimmick

Wer kauft heute noch Zeitschriften? Ypps mit Gimmick steht stellvertretend für Schrott, der mit der Zielgruppe Kinder zu Geld gemacht wird. Dazu gehören Überraschungseier und Bärchen in Keksschachteln ebenso wie Fünferpackungen Quetschies mit gratis Stickerheft.

Z – Zettel

Ordner mit Unterlagen, Kontoauszüge, Mitschriften, Tagebücher, Kinderzeichnungen, Quittungen, Zeugnisse und Notizbücher. Papiernes entzieht sich mit besonderer Hartnäckigkeit dem Ausmisten.
Mein Tipp: Zeugnisse und Unterlagen der letzten zwei Jahre digitalisieren. Erinnernswertes abfotografieren. Tagebücher vernichten.

Worauf kannst du verzichten? Was kann weg, wenn es nach dir geht? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

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