Weite Vintage-Jeans auf pinkem Grund

Ich habe 6 Wochen nur Süßigkeiten gegessen – Das ist das Ergebnis!

Ich habe 6 Wochen nur Süßigkeiten gegessen. Was ist dabei herausgekommen?

Zugestanden, der Titel ist ziemlich reißerisch. Natürlich habe ich nicht nur Süßigkeiten gegessen. Sondern auch Tiefkühlpizza, Chips, gefüllte Blätterteigtaschen und Honigbrote.

1. Warum habe ich nur noch Süßigkeiten gegessen?

Mitte März erwischte mich eine Magen-Darm-Grippe (danke, lieber Kindergarten), und weil’s so schön war, schloss sich direkt eine heftige dreiwöchige Erkältung an.

Bevor ich krank werde, habe ich oft Lust auf Süßigkeiten.

Während ich krank bin, mag ich am liebsten Süßigkeiten.

Als ich Corona hatte, ernährte ich mich von Donuts und Eis.

Mit meinen üblichen One-Pot-Gemüse-Gerichten hätte man mich jagen können. Auf Frisches, Unverarbeitetes hatte ich absolut keine Lust. Also aß ich es auch nicht.

Die Osterferien verbrachten M. und ich bei Oma und Opa in Deutschland. Selbst gebackener Kuchen! Neujahrströten! Sprühsahne! Croissants! Frische Brötchen! Schaumküsse in weißer Schokolade! Proteinriegel mit weißem Schokoüberzug!

Erwähnte ich, dass ich weiße Schokolade mag?

Ich aß das alles mit großem Genuss. Dass mein Bruder gerade Intervallfasten machte, bei dem die Essensfenster von einer App bestimmt wurden und täglich 100 Meter schwomm, steigerte den Genuss noch.

2. Jeden Tag Süßes: What’s on the menu?

Zuhause in Antwerpen gab es jeden Tag Eis, Chips mit Pommes-Geschmack, weiße Schokolade, Schokoriegel und/oder Kuchen.

Sojajoghurt aß ich nicht mehr mit Früchten, sondern mit Schokostreusseln. Wie schnell so eine 600g-Packung weg ist…

Die 5-Liter-Packung Vanilleeis, die ich eigentlich für M. gekauft hatte (Stracciatella war ausverkauft), lebte sieben Tage im untersten Gefrierfach.

Bei meiner Mutter gewöhnte ich mir wieder an, zu frühstücken. Normalerweise esse ich erst einige Stunden nach dem Aufstehen, da mich Essen am frühen Morgen müde und träge macht.

Den Minimalismus-Stammtisch verbrachte ich mit Käsestangen, Keksen und Stracciatella-Eis (war wieder erhältlich) statt mit Tee oder Rotwein.

3. Täglich Süßigkeiten – Was hat das mit mir gemacht?

Ständig Süßes zu essen war komisch.
Ich wachte morgens auf und hatte eine andere Identität.

Ich war nicht mehr Marion-die-sich-vollwertig-ernährt-und-Freude-an-nährenden-Lebensmitteln-hat, sondern Marion-die-sich-gerne-was-gönnt-und-85%-Schokolade-zu-bitter-findet.

Interessante Erfahrung. Aber irgendwie sch***e.

Und zugenommen hatte ich auch. Zwei, drei, vier Kilo, die ich an den Beinen, am Po und am Bauch spürte.

Das war okay.
Ich kaufte mir eine weite Jeans in Größe 40 und war bereit, die Zunahme (und alle kommenden) zu akzeptieren.

Bis mir auffiel:

Ich fühle mich so nicht wohl.
Nicht mit den ständigen Süßigkeiten.
Nicht mit meinem runderen Körper.*

*Ja, ich weiß. Andere wiegen doppelt so viel wie ich und arbeiten hart daran, sich zu akzeptieren. Und ich als Coachin für intuitives Essen bekomme es nicht mal hin, ein paar Kilos gut zu finden?
Mein Maßstab: Wohlfühlen. Wenn ich mich nicht wohlfühle im oberen „Normal“gewicht, ist das mein Ding. Wenn du dich mit 150 Kilo klasse findest, ist das dein Ding. Wenn du dich mit 100 Kilo nicht pudelwohl fühlst, ist das auch dein Ding. Dein Körper, dein Gefühl, deine Entscheidung. Darum geht es letztlich auch im Intuitiv-Essen-Coaching: Ein Essverhalten zu finden, mit dem es dir gut geht und mit dem dein Körper sich wohlfühlt.

Plötzlich hatte ich wieder Lust auf meine alte Ernährung.

Morgens wieder Energie zu haben. Viel Kaffee zu trinken und viel zu schreiben. Klarer zu denken.

An der Süßigkeiten- und Convenience-Abteilung vorbeizuschweben statt wie ein Kind im Spielwarengeschäft alles einzupacken.

Birnen köstlich zu finden. Bio-Kohlrabi zu kaufen, der mehr kostet als eine Fünferpackung Snickers. Mit dem neuen Freund Möhren zu knabbern. ❤️

Nicht mehr das Opfer von Milchschokolade zu sein.
Nicht mehr dem Kind erklären zu müssen, warum es zum Frühstück kein schokoliertes Sahneeis am Stiel essen soll.
Bitterschokolade geil zu finden.
Bei weißer Schokolade an die Tiere zu denken und keinen Bock drauf zu haben.

Restriktiv?
Nicht intuitiv?

Gewohnheiten sind keine Regeln, Rituale keine Verbote.

Und was ist mit der Zunahme?

Mein Körper wird sich wieder auf dem vorigen Niveau einpendeln.
Setpoint ist, was du draus machst.

Die neue Jeans hatte ich seit zehn Tagen nicht an. Die alten passen wieder.

Ich mache mir keine Gedanken mehr, meine komplette Sportklamotten-Kollektion austauschen zu müssen. Keine Kisten mit verschiedenen Größen im Keller, wie ich es von der Mutter meines Ex-Ex-Freundes kannte.

Irgendwie minimalistischer, wa?

4. Wochenlang nur Süßes essen – Was hast du davon?

Tja, fragst du dich jetzt vielleicht, ist ja schön und gut, Marion, aber warum erzählst du mir das alles?

Drei Sachen:

  1. Intuitiv essen ist ein Weg, der nie zu Ende ist.
    Intuitiv essen lernen hört nie auf. Auch erfahrene intuitive Esser:innen lernen nie aus. Ich habe mir erneut die Erlaubnis gegeben, alles zu essen und gemerkt, dass es mir nicht guttut, ständig Süßigkeiten und verarbeitete Lebensmittel zu mir zu nehmen. Der Unterschied zu früher: Ich verbiete mir nichts, sondern entscheide mich bewusst und freudvoll für Nahrung, die mir sympathisch ist.
  2. Keine Angst vor Süßigkeiten!
    Du brauchst keine Angst zu haben, monatelang in Süßigkeiten zu versinken, wenn du dir erlaubt, alles zu essen. Die Lust auf Süßes hört von selber auf. Irgendwann kannst du das Zeug nicht mehr sehen. Versprochen.
  3. Abnehmen = super, zunehmen = blöd?
    Ich habe zugenommen und die Welt ist nicht untergegangen. Ich konnte es akzeptieren. Es war okay.
    Wenn du wie ich eine lange und schmerzhafte Geschichte mit dem Thema Abnehmen hast, lohnt es sich, dich mit deinen Vorurteilen, Glaubenssätzen und Ängsten rund um Gewicht und Körperbild auseinanderzusetzen.

Wie du dich letztlich wohlfühlst und wofür du dich entscheidest, ist ein anderes Thema.

5. Du darfst beim intuitiven Essen den Verstand einschalten

Unbedingte Erlaubnis ist fein.
Zügellosigkeit ist fein.

Weißt du, was auch fein ist?

Sich des eigenen Verstandes zu bedienen.

Ich habe nicht aufgehört, täglich Süßigkeiten zu essen, weil mein Körper mir das signalisiert hat.
Sondern, weil ich keine Lust mehr hatte, mich so zu ernähren. Es tat mir nicht gut, weder seelisch noch körperlich.

Intuitives Essen bedeutet nicht, dich für alle Zeiten ausschließlich auf deinen Körper zu verlassen. Du darfst dir bewusst Dinge angewöhnen. Du darfst ausprobieren, wogegen sich „dein Körper“* sträubt (Rosenkohl!).

*Es ist nicht dein Körper, der keinen Rosenkohl will. Sondern dein inneres Kind, dem irgendwann mal schlecht geworden ist von weichgekochtem Rosenkohl in Rahmsoße.

Mit deinem Verstand machst du so wunderbare Sachen wie…

  • neue Rezepte ausprobieren;
  • Hunger und Appetit unterscheiden;
  • entscheiden, bei Appetit nicht zu essen (oder doch);
  • deine Gefühle in Worte fassen;
  • achtsam essen;
  • Strategien bedenken, um dein Stresslevel nicht zu hoch werden lassen
  • und vieles mehr.

Du darfst ihn benutzen, um dir Gewohnheiten aufzubauen, die dir guttun und dein Wohlbefinden steigern. Und um zwischendurch nur noch Süßigkeiten zu essen. 😉

Isst du täglich Süßigkeiten? Oder hattest du mal eine Phase, in der du viel Süßes gegessen hast? Wie ist es dir damit ergangen? Ich bin gespannt auf deinen Kommentar!

Marion

Marion

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