Schluss mit Fast Fashion – Tipps für ein Leben ohne Shopping

Schluss mit Fast Fashion – Tipps für ein Leben ohne Shopping

Bist du es leid, auf Kosten anderer Menschen, der Umwelt und auch deiner eigenen Lebensqualität zu konsumieren? Ich zeige dir, wie du Schluss mit Fast Fashion machst und gebe dir Tipps für ein Leben ohne Shopping.

1. Warum mit dem Shopping aufhören?

Es gibt viele Gründe, um Schluss mit Fast Fashion zu machen:

  • Die Textilproduktion hat sich in den letzten Jahren mehr als verdoppelt.
  • Gleichzeitig sind die Kosten für Kleidung sogar gesunken.
  • Ein Großteil der Fast Fashion Kleidung wird in Ländern produziert, in denen es weder Sozialstandards noch Gesundheitsschutz für die ArbeiterInnen gibt.
  • Die Produktion von Kleidung verbraucht wertvolle Ressourcen wie Wasser und Erdöl und verursacht ein Zehntel der weltweiten Treibhausgasemissionen.
  • Ein Drittel des in den Meeren vorhandenen Mikroplastiks rührt von synthetischer Kleidung her.

Und das nur, damit Menschen, deren Kleiderschränke überquellen, sich noch mehr billige T-Shirts, Hosen und Jacken kaufen, die sie nur einmal tragen und dann wegwerfen?

Schluss mit Fast Fashion - Gründe

Das beliebteste Hobby der Deutschen ist wahrscheinlich Shoppen.

60 Kleidungsstücke kauft der Bundesbürger jährlich, das entspricht 10 Kilogramm Kleidung.
Frauen kaufen jedes Jahr die Hälfte ihres Körpergewichts an neuer Kleidung.

Stell dir einmal vor, alle Menschen, die du an einem Samstagnachmittag in der Fußgängerzone siehst, würden stattdessen durch den Park joggen oder in der Muckibude Gewichte stemmen.

Wäre ganz schön voll, oder?

Heute spaziere ich mit meiner Tochter auf dem Weg vom Unverpacktladen durch die Fußgängerzone und bin froh, nicht zu den Leuten zu gehören, die sich mit fahlen Gesichtern mitsamt Kindern durch die stickigen üblichen Verdächtigen H&M, Primark, Zara und Co drängeln und anschließend mit Einkaufstüten beladen die nächsten zwanzig Euro bei McDonalds ausgeben.

Schluss mit Fast Fashion – Tipps für ein Leben ohne Shopping

Wie habe ich es geschafft, mit dem sinnlosen Shopping aufzuhören und ein für allemal Schluss mit Fast Fashion zu machen?

2. Schluss mit Fast Fashion: Leere aushalten

Ich kenne dieses Gefühl auch, es ist Samstag, gefrühstückt wurde schon und aufgeräumt, was jetzt?

Morgen ist Sonntag, da sind die Läden geschlossen, also besser heute…

Ein bisschen bummeln gehen, unter Menschen, vielleicht findet man noch das ein oder andere Teil.

Irgendwas braucht man ja immer. Es ist Herbst oder Frühling, du hast abgenommen oder zugenommen, neue Handschuhe müssen her oder eine Übergangsjacke im neuen Stil.

Die Vorstellung, auf das samstägliche Shoppingvergnügen zu verzichten, hätte mir vor zwei Jahren die Kehle zugeschnürt.

Schluss mit Fast Fashion – Tipps für ein Leben ohne Shopping

Wenn Shoppen bisher deine liebste Freizeitbeschäftigung war, dann werden sich die ersten Wochen ohne H&M und Co anfühlen wie ein Entzug. Setze nicht gleich etwas anderes an die Stelle, sondern versuche, die Leere auszuhalten.

Gehe spazieren, höre Musik oder miste deinen Kleiderschrank aus.
Womit wir beim nächsten Punkt wären.

3. Entwickle eine Capsule Wardrobe

Eine Capsule Wardrobe bedeutet nicht, dass du für jede Jahreszeit 37 Teile in Petto hast.
Sondern, dass…

  • dein Kleiderschrank ausschließlich aus Lieblingsteilen besteht und
  • alles miteinander kombinierbar ist.

Um eine Capsule Wardrobe aufzubauen, musst du ein paar Dinge über dich herausfinden:

  • Welche Farben stehen mir?
  • Welcher Stil passt zu mir?
  • Welche Schnitte sehen an mir gut aus?

Wichtig bei der Zusammenstellung deiner Garderobe sind auch deine Lebensumstände:
Arbeitest du in einem Unternehmen, das einen Dresscode vorschreibt, benötigst du andere Kleidungsstücke, als wenn du dein Geld von der heimischen Couch aus verdienst.
Wetter, Sport und Kinder sind weitere Faktoren, die du berücksichtigen solltest.

Möchtest du mehr zum Thema Capsule Wardrobe erfahren, empfehle ich dir meine dreiteilige Artikelserie:

Die Vorteile einer Garderobe, in der jedes Kleidungsstück zu dir passt und toll an dir aussieht, liegen auf der Hand:

  • Du musst nicht lange überlegen, was du anziehst.
  • Du fühlst dich immer wohl in deinem Outfit.
  • Du sparst Kleidung nicht für später auf, sondern lebst im Moment.
  • Moden und Trends triggern dich nicht.
  • Du bist zufrieden mit dem, was du hast.

4. Finde dein Wohlfühlgewicht

Was hat intuitives Essen mit Fast Fashion zu tun?

Intuitives Essen bedeutet, auf deine Hunger- und Sättigungssignale zu hören und mit den Diäten auch die zwanghafte Kontrolle über deinen Körper zu beenden.

Stattdessen lebst du im Einklang mit deinem Körper: Du bewegst dich, weil es dir Freude bereitet und dich mit Energie erfüllt, nicht um Kalorien zu verbrennen.

Auf diese Weise wirst du wie von selbst abnehmen und dein Wohlfühlgewicht erreichen.

Und hier kommen Shoppen und Fast Fashion ins Spiel:

Je zufriedener du bist, desto weniger neigst du dazu, schlechte Gefühle zu kompensieren, sei es durch Essen oder durch Shoppen.

Wenn du dich in deinem Körper großartig fühlst, fühlst du dich auch in deiner Kleidung großartig. Du braucht keine neuen Klamotten für dein Wohlbefinden und siehst in allem toll aus.

5. Qualitativ hochwertige Kleidung gebraucht kaufen

Aber seien wir ehrlich: Selbst wenn du dich in deiner Capsule Wardrobe und deinem Körper rundum wohl fühlst, ist es manchmal doch schön, Kleidung anzuschauen, anzuprobieren und ab und zu etwas Neues zu tragen.

Zum Glück geht beides: Du kannst mit Fast Fashion Schluss machen und trotzdem Freude an Mode haben, indem du gebrauchte Kleidung kaufst.

In vielen Städten gibt es Second Hand Shops, und auch das Internet bietet mit Seiten wie Vinted oder ebay Kleinanzeigen wunderbare Möglichkeiten, um günstig an Mode zu kommen.

Meine Tipps zum Kaufen gebrauchter Kleidung:

  • Kaufe qualitativ hochwertige Stücke, an denen du länger Freude hast.
  • Fokussiere dich auf deine Lieblingsmarken! Wenn du weißt, wie die Sachen ausfallen und du deine Größe kennst, ist es leicht, passende Kleidungsstücke online zu kaufen.

Gebrauchte Kleidung ist nicht nur nachhaltig, du bekommst im Vergleich zu Fast Fashion-Ware auch bessere Qualität zu günstigeren Preisen.

6. Rechtzeitig reparieren lassen statt shoppen gehen

Schief abgelaufene Absätze, durchgescheuerte Jeans, lose Nähte…

Nichts, was man nicht reparieren könnte!

Bring Schuhe und Kleidung rechtzeitig zu Schuster und Schneider, damit sich die Reparatur noch lohnt und du noch lange Freude an deinen Lieblingsteilen hast.

Mein Freund trägt seine Jeans so lange, bis sie zwischen den Beinen völlig durchgescheuert sind. Der Schneider meines Vertrauens warf einen Blick auf die Hose und meinte, es sei billiger, eine neue zu kaufen, als die alte reparieren zu lassen. Deshalb: Warte nicht zu lange mit dem Gang zum Schneider!

Auch Kleidungsstücke, die dir zu weit geworden sind, kann ein Schneider enger nähen. Aufgrund meiner Abnahme zu Beginn der Schwangerschaft waren die beiden elastischen Schwangerschaftshosen, die ich mir gekauft hatte, bereits in der 16. Schwangerschaftswoche zu groß. Mein Schneider verkleinerte sie um zwei Größen, sodass ich sie bis zur Geburt und darüber hinaus tragen konnte.

Schluss mit Fast Fashion – Tipps für ein Leben ohne Shopping
Schneider des Vertrauens unterstützen statt shoppen gehen

7. Alle Vorteile auf einen Blick

Welche Vorteile bringt es dir, auf Fast Fashion zu verzichten und mit dem Shopping aufzuhören?

  • Du sparst Zeit und Energie. Deine Samstage verbringst du nicht mehr in stickigen Einkaufszentren, sondern mit Dingen, die dir wirklich Freude bereiten.
  • Du sparst Geld. Selbst, wenn du deine Kleidung bisher nur bei Primark gekauft hast: Nichts kaufen ist immer noch billiger als billig kaufen. 😉
  • Du bist frei. Moden und Trends lassen dich kalt.
  • Du wählst deine Kleidung sorgsam aus. Fehlkäufe gehören der Vergangenheit an.
  • Du lernst, zu warten. Findest du im Internet oder im Second Hand Shop nicht sofort, wonach du suchst, schaust du nach einiger Zeit noch einmal nach. Womöglich vergisst du aber auch, dass du etwas kaufen wolltest. Auf diese Weise erwirbst du vieles nicht, was sonst mit einem Klick im Warenkorb gelandet wäre. Ade, Impulskäufe!
  • Und nicht zu vergessen: Indem du Schluss mit Fast Fashion machst, trägst du nicht mehr zum Wegwerfmode-Wahnsinn bei.

Bildquellen: © Unsplash: Lucrezia Carnelos (Beitragsbild), © Pixabay: analogicus (T-Shirts), Michal Jarmoluk (Shoppingmall),

Was ist deine Meinung zu Fast Fashion? Kaufst du deine Kleidung neu oder gebraucht? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

Kommentare

  1. Anita Scholz says:

    Das sind sehr hilfreiche Infos! Den Artikel werde ich auf jeden Fall an meine Freundin weiterleiten. Sie wird das sicherlich auch sehr interessant finden, da sie sich auch in der Freizeit sehr für das Thema Kleidung second hand interessiert.

    Antworten
    1. Marion says:

      Hallo Anita,

      toll, dass mein Beitrag für dich nützlich ist. Vielen Dank für die Weiterempfehlung! 🙂

      Herzliche Grüße
      Marion

      Antworten
  2. Edwin Eberhard says:

    Ich bin eh nicht so ein Shoppingfreak aber trotzdem teilweise dem Konsumwahn verfallen. Klingt interessant und spannend😀

    Antworten
    1. Marion says:

      Hallo Edwin,

      was konsumierst du denn, wenn du nicht gern shoppen gehst? 😉

      Herzliche Grüße
      Marion

      Antworten
  3. Ulli says:

    Gebrauchte Kleidung zu tragen geht für mich gar nicht. Ich mag das nicht. Geht vllt.für ganz junge Leute.
    Dennoch gebe ich nichts für viele billige Sachen aus. Kaufe gute Qualität und gut zusammenpassende Kleidung in der ich mich auch gut fühle und die zu mir passt. Diese trage ich allerdings sehr lange und repariere sie auch wenn dies notwendig wird. Ich kann noch stopfen, nähen, häkeln und stricken.
    Ich finde jedoch viele deiner Anregungen gut. Insbesondere was die Ernährung und das Haushalten betrifft. Und natürlich das Sparen. Erinnert mich auch oft an die Zeit meiner Kindheit unverpackt z. B. Bzw. In Papiersackerl gefüllte Lebensmittel. Aber ich bin halt schon alt😃

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    1. Marion says:

      Hallo Ulli,

      ich kenne einige Leute, die nicht gern gebrauchte Kleidung tragen.

      Auf Vinted und eBay Kleinanzeigen gibt es jedoch oft Kleidungsstücke, die noch neu und ungetragen sind. Sogar im Secondhandshop oder im Sozialkaufhaus habe ich schon öfters T-Shirts und Hosen mit Etikett gesehen. Viele kaufen spontan Sachen, die sie dann nie tragen. Warum nicht davon profitieren? Gerade bei Funktionsjacken und hochpreisigen Kleidungsstücken kann man viel Geld sparen und tut der Umwelt etwas Gutes.

      Es freut mich, dass einige meiner Ideen dich inspirieren konnten! 🙂

      Herzliche Grüße
      Marion

      Antworten

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