Schluss mit Fast Fashion – Tipps für ein Leben ohne Shopping

Die Fotografie zeigt gelbe, braune und blaue Basic-T-Shirts auf einem Ständer in Großaufnahme. Metapher für die Wegwerfmode der Fast Fashion Industrie. Fotografie im jpf-Format von analogicus, veröffentlicht auf Pixabay.

Es gibt viele Gründe, um Schluss mit Fast Fashion zu machen.
Die Textilproduktion hat sich in den letzten Jahren mehr als verdoppelt.
Gleichzeitig sind die Kosten für Kleidung kaum gestiegen.
Ein Großteil der Fast Fashion Kleidung wird in Ländern produziert, in denen es weder Sozialstandards noch Gesundheitsschutz für die ArbeiterInnen gibt. Die Produktion von Kleidung verbraucht wertvolle Ressourcen wie Wasser und Erdöl und verursacht ein Zehntel der weltweiten Treibhausgasemissionen. Ein Drittel des in den Meeren vorhandenen Mikroplastiks rührt von synthetischer Kleidung her.

Und das nur, damit Menschen, deren Kleiderschränke überquellen, sich noch mehr billige T-Shirts, Hosen und Jacken kaufen, die sie nur einmal tragen und dann wegwerfen?

Wenn du genug davon hast, auf Kosten anderer Menschen, der Umwelt und nicht zuletzt auch deiner eigenen Lebensqualität zu leben, bist du hier richtig. Ich zeige dir, wie du Schluss mit Fast Fashion machst und gebe dir Tipps für ein Leben ohne Shopping.

  1. Leere aushalten
  2. Entwickle eine Capsule Wardrobe
  3. Finde dein Wohlfühlgewicht
  4. Qualitativ hochwertige Kleidung gebraucht kaufen
  5. Rechtzeitig reparieren lassen
  6. Alle Vorteile auf einen Blick

Das beliebteste Hobby der Deutschen ist wahrscheinlich Shoppen. 60 Kleidungsstücke kauft der Bundesbürger jährlich, das entspricht 10 Kilogramm Kleidung.
Frauen kaufen jedes Jahr die Hälfte ihres Körpergewichts an neuer Kleidung.

Stell dir einmal vor, alle Menschen, die du an einem Samstagnachmittag in der Fußgängerzone siehst, würden stattdessen durch den Park joggen oder in der Muckibude Gewichte stemmen. Wäre ganz schön voll, oder?

Ich kenne dieses Gefühl auch, es ist Samstag, gefrühstückt wurde schon und aufgeräumt, was jetzt? Morgen ist Sonntag, da sind die Läden geschlossen, also besser heute… Ein bisschen bummeln gehen, unter Menschen, vielleicht findet man noch das ein oder andere Teil. Irgendwas braucht man ja immer. Es ist Herbst oder Frühling, du hast abgenommen oder zugenommen, neue Handschuhe müssen her oder eine Übergangsjacke im neuen Stil.
Die Vorstellung, auf das samstägliche Shoppingvergnügen zu verzichten, hätte mir vor zwei Jahren die Kehle zugeschnürt.

Heute schiebe ich mit Mambekova auf dem Weg vom Unverpacktladen durch die Fußgängerzone und bin froh, dass ich nicht dazugehöre zu den Leuten, die sich mit fahlen Gesichtern durch die stickigen üblichen Verdächtigen H&M, Primark, Zara und Co drängeln und anschließend mit Einkaufstüten beladen die nächsten zwanzig Euro bei Mc Donalds ausgeben.

Wie habe ich es geschafft, Schluss zu machen mit Fast Fashion?

1. Leere aushalten

Wenn Shoppen bisher deine liebste Freizeitbeschäftigung war, dann werden sich die ersten Wochen ohne H&M und Co anfühlen wie ein Entzug. Setze nicht gleich etwas anderes an die Stelle, sondern versuche, die Leere auszuhalten.
Gehe spazieren, höre Musik oder miste deinen Kleiderschrank aus.
Womit wir beim nächsten Punkt wären.

2. Entwickle eine Capsule Wardrobe

Eine Capsule Wardrobe bedeutet nicht, dass du für jede Jahreszeit 37 Teile in Petto hast.
Sondern, dass…

  • dein Kleiderschrank ausschließlich aus Lieblingsteilen besteht und
  • alles miteinander kombinierbar ist.

Um eine Capsule Wardrobe aufzubauen, musst du ein paar Dinge über dich herausfinden:

  • Welche Farben stehen mir?
  • Welcher Stil passt zu mir?
  • Welche Schnitte sehen an mir gut aus?

Wichtig bei der Zusammenstellung deiner Garderobe sind auch deine Lebensumstände:
Arbeitest du in einem Unternehmen, das einen Dresscode vorschreibt, benötigst du andere Kleidungsstücke, als wenn du dein Geld von der heimischen Couch aus verdienst.
Wetter, Sport und Kinder sind weitere Faktoren, die du berücksichtigen solltest.

Meine Capsule Wardrobe 2017

Die Vorteile einer Garderobe, in der jedes Kleidungsstück zu dir passt und toll an dir aussieht, liegen auf der Hand:

  • Du musst nicht lange überlegen, was du anziehst.
  • Du fühlst dich immer wohl in deinem Outfit.
  • Du sparst Kleidung nicht für später auf, sondern lebst im Moment.
  • Moden und Trends triggern dich nicht.
  • Du bist zufrieden mit dem, was du hast.

3. Finde dein Wohlfühlgewicht

Was hat intuitives Essen mit Fast Fashion zu tun?
Intuitives Essen bedeutet, auf deine Hunger- und Sättigungssignale zu hören und mit den Diäten auch die zwanghafte Kontrolle über deinen Körper zu beenden.
Stattdessen lebst du im Einklang mit deinem Körper: Du bewegst dich, weil es dir Freude bereitet und dich mit Energie erfüllt, nicht um Kalorien zu verbrennen.
Auf diese Weise wirst du wie von selbst abnehmen und dein Wohlfühlgewicht erreichen.

Und hier kommt Fast Fashion ins Spiel:
Je zufriedener du bist, desto weniger neigst du dazu, schlechte Gefühle zu kompensieren, sei es durch Essen oder durch Shoppen.
Wenn du dich in deinem Körper fantastisch fühlst, fühlst du dich auch in deiner Kleidung fantastisch. Du braucht keine neuen Klamotten für dein Wohlbefinden und siehst in allem toll aus.

4. Qualitativ hochwertige Kleidung gebraucht kaufen

Aber seien wir ehrlich: Selbst wenn du dich in deiner Capsule Wardrobe und deinem Körper rundum wohl fühlst, ist es manchmal doch schön, Kleidung anzuschauen, anzuprobieren und ab und zu etwas Neues zu tragen.

Zum Glück geht beides: Du kannst Schluss machen mit Fast Fashion und trotzdem Freude an Mode haben, indem du gebrauchte Kleidung kaufst.
In vielen Städten gibt es Second Hand Shops, und auch das Internet bietet mit Seiten wie kleiderkreisel oder ebayKleinanzeigen wunderbare Möglichkeiten, um günstig an Mode zu kommen.

Meine Tipps zum Kaufen gebrauchter Kleidung:

  • Kaufe qualitativ hochwertige Stücke, an denen du länger Freude hast.
  • Fokussiere dich auf deine Lieblingsmarken! Wenn du weißt, wie die Sachen ausfallen und du deine Größe kennst, ist es leicht, passende Kleidungsstücke online zu kaufen.

Gebrauchte Kleidung ist nicht nur nachhaltig, du bekommst im Vergleich zu Fast Fashion Ware auch bessere Qualität zu günstigeren Preisen.

5. Rechtzeitig reparieren lassen

Schief abgelaufene Absätze, durchgescheuerte Jeans, lose Nähte…
Nichts, was man nicht reparieren könnte!
Bring Schuhe und Kleidung rechtzeitig zu Schuster und Schneider, damit sich die Reparatur noch lohnt und du noch lange Freude an deinen Lieblingsteilen hast.

Mein Freund trägt seine Jeans so lange, bis sie zwischen den Beinen völlig durchgescheuert sind. Der Schneider meines Vertrauens warf einen Blick auf die Hose und meinte, es sei billiger, eine neue zu kaufen, als die alte reparieren zu lassen. Deshalb: Warte nicht zu lange mit dem Gang zum Schneider!

Auch Kleidungsstücke, die dir zu weit geworden sind, kann ein Schneider enger nähen. Aufgrund meiner Abnahme zu Beginn der Schwangerschaft waren die beiden elastischen Schwangerschaftshosen, die ich mir gekauft hatte, bereits in der 16. Schwangerschaftswoche zu groß. Mein Schneider verkleinerte sie um zwei Größen, sodass ich sie bis zur Geburt und darüber hinaus tragen konnte.

6. Alle Vorteile auf einen Blick

Welche Vorteile bringt es dir, auf Fast Fashion zu verzichten?

  • Du sparst Zeit und Energie. Deine Samstage verbringst du nicht mehr in stickigen Einkaufszentren, sondern mit Dingen, die dir wirklich Freude bereiten.
  • Du sparst Geld. Selbst wenn du deine Kleidung bisher nur bei Primark gekauft hast: Nichts kaufen ist immer noch billiger als billig kaufen. 😉
  • Du bist frei. Moden und Trends lassen dich kalt.
  • Du wählst deine Kleidung sorgsam aus. Fehlkäufe gehören der Vergangenheit an.
  • Du lernst, zu warten. Findest du im Internet oder im Second Hand Shop nicht sofort, wonach du suchst, schaust du nach einiger Zeit noch einmal nach. Womöglich vergisst du aber auch, dass du etwas kaufen wolltest. Auf diese Weise erwirbst du vieles nicht, was sonst mit einem Klick im Warenkorb gelandet wäre. Ade, Impulskäufe!
  • Und nicht zu vergessen: Indem du Schluss mit Fast Fashion machst, trägst du nicht mehr zum Wegwerfmode-Wahnsinn bei.

Bildquellen: © pixabay.com: analogicus (Beitragsbild)


Wie ist deine Meinung zu Fast Fashion? Kaufst du deine Kleidung neu oder gebraucht? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

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