Minimalismus mit Familie – 7 Tipps für ein minimalistisches Familienleben

Minimalismus mit Familie

Minimalismus – das ist etwas für Singles in der Großstadt, aber nichts für Familien mit Kindern? Unsinn! Gerade Familien profitieren von einem minimalistischen Lebensstil, denn weniger Zeug bedeutet immer auch mehr Zeit und Energie. Ich gebe dir sieben Tipps, um Minimalismus mit Familie umzusetzen.

1. Fahrrad statt Auto

Eine Familie ohne Auto – für viele undenkbar.

Am Auto hängen aber eine Menge Dinge, die Zeit, Geld und Energie kosten:
Kfz-Versichcherung, TÜF, Reinigung, Reparaturen und Ersatzteile. Nicht zu vergessen die Panik, die dich befällt, wenn das Auto mal kaputt ist.

Hinzu kommt: Gerade in städtischen Gegenden ist man mit dem Auto nicht schneller als mit dem Fahrrad unterwegs. Der einzige Vorteil: Es ist bequem und trocken im Pkw. Aber hey, hast du dafür nicht eine Wohnung?

Ein riesiger Schritt für mehr Minimalismus mit Familie ist, das Auto gegen ein Fahrrad (und ein Abo für den öffentlichen Nahverkehr) zu tauschen. Wenn du täglich lange Wege mit deinen Kindern zurücklegst, lohnt sich eventuell die Anschaffung eines elektrischen Fahrrads. Der Gebrauchtmarkt für Elektroräder ist mittlerweile riesig, sodass du kein Vermögen für den Drahtesel auszugeben brauchst.

Ich habe ein Rennrad zum Familienfiets umgebaut und überhole damit so manchen Elektroradler. ⚡

Mit Fahrrad statt Auto zu mehr Minimalismus mit Familie

2. Vorkochen

Seitdem ich Minimalismus auch beim Kochen praktiziere, ist mein Alltag so viel einfacher geworden!
Um minimalistisch mit Familie zu leben und weniger Zeit mit Kochen, Geschirrspülen, Abtrocknen und Herumräumen zu verbringen, ist Vorkochen eine fantastische Sache.

Und so einfach geht’s:

Koche Grundkomponenten wie Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte und Gemüse vor und kombiniere sie mit frischen Komponenten (Kräuter, Rohkost, Obst) und Toppings (Kerne, Nüsse, Nussmuse, Soßen, Pflanzenjoghurt).

3. Capsule Wardrobe

Die Kleiderschränke sind bis obenhin voll, aber nichts passt so richtig zusammen? Du weißt nie, was du anziehen sollst und deine Kinder möchten tagelang in denselben Sachen herumlaufen?

Dann ist eine Capsule Wardrobe genau das Richtige für dich!

Eine Capsule Wardrobe beinhaltet hauptsächlich Basics, die farblich so aufeinander abgestimmt sind, dass alles zu allem passt.

Wie du eine Capsule Wardrobe für Kinder erstellst, habe ich hier beschrieben. An einer Anleitung für Erwachsene arbeite ich momentan. 🙂

Eine minimalistische Garderobe schafft nicht nur eine Menge Platz, sie reduziert auch die Zeit, die du mit Waschen, Aufhängen, Bügeln und Falten verbringst.

4. Weniger Spielsachen sind mehr

Auf Nics Blog habe ich die Faustformel gefunden, dass Spielzeug nicht mehr als 20 % der Bodenfläche einnehmen sollte, damit das Kind noch genug Platz zum Rennen und Herumtoben hat.

Für mehr Minimalismus in der Familie ist eine Reduzierung der Spielsachen ein wichtiger Schritt: Ihr braucht weniger Zeit zum Aufräumen und deinen Kinder fällt es leichter, ihre Fantasie zu benutzen und sich auf eine Sache zu fokussieren.

Eine schöne Anleitung zum Ausmisten im Kinderzimmer findest du auf Mamaskind. Wie du es schaffst, dass deine Kinder weniger Geschenke bekommen, beschreibe ich hier.

Weniger Spielsachen und mehr Minimalismus mit Familie

5. Weg mit der Dekoration

Mir hat sich der Sinn von Dekorationsgegenständen nie so recht erschlossen.

Warum sollte man sich Figürchen oder Vasen aufstellen, die nicht nur völlig funktionslos sind, sondern auch noch beim Putzen stören?

Spätestens, wenn Kinder den Haushalt aufmischen, ist Dekoration in jeglicher Form – Porzellanfiguren, Bilderrahmen, Teelichthalter, Schalen mit Klimbim – überflüssig und gefährlich.

Denn nun putzt du nicht nur um die Teile herum, sondern bist auch permanent damit beschäftigt, sie vor den neugierigen Fingerchen deiner Kleinen in Sicherheit zu bringen.

Warum also nicht einfach mal alle Deko-Stücke aus dem Weg räumen? Das erspart dir eine Menge Zeit und Energie, versprochen.

6. Mehr Pflanzen essen

Minimalismus hat nicht nur mit materiellem Besitz zu tun. Gerade im Bereich der Ernährung machen wir uns das Leben oft sehr kompliziert.

Anstatt deine freie Zeit im Supermarkt zu verbringen und den Kühlschrank mit schnell verderblichen Lebensmitteln tierischer Herkunft zu füllen, die nach zwei Tagen schon wieder aufgegessen sind und eine ganze Tüte voller Verpackungsmüll hinterlassen, könntest du mehr Getreide, Hülsenfrüchte, Nüsse und Obst und Gemüse essen.

Das hat gleich mehrere Vorteile:

  • Weniger Zeit, die du mit Einkaufen verbringst.
  • Weniger Gedanken, die du dir um die nächste Mahlzeit machst.
  • Du hast immer Zutaten zuhause, um ein schnelles Gericht zuzubereiten.
  • Weniger Lebensmittelabfälle, da Gerichte (und deren Reste) aus pflanzlichen Zutaten länger haltbar sind.
  • Weniger Tierleid.
  • Besser für die Umwelt und das Klima.
  • Du fühlst dich energiegeladen.
  • Du hast mehr Zeit für deine Kinder.
Dieser Kartoffel-Gemüse-Topf kocht sich fast von selbst.

7. Minimalismus in der Küche

Deine Schränke sind voller selten genutzter Kleinelektrogeräte, in der Spüle oder Spülmaschine stapelt sich täglich ein Riesenberg Geschirr? Du besitzt zehn Messer, von denen keines richtig schneidet?

Das nervt und kostet Energie, die du an anderer Stelle gut gebrauchen kannst.

Deswegen: Raus mit den überflüssigen Tellern, Tupperdosen und Küchenhelfern. Konkrete Tipps zum Ausmisten deiner Küche findest du in meiner Anleitung für Minimalismus in der Küche.

Bonustipp

Dir fällt es schwer, Sachen wegzugeben?

Mir hilft es, im Internet auf Gebrauchtbörsen nachzuschauen, ob es die Dinge dort zu kaufen gibt. Dann kannst du dir immer sagen: Im Notfall kann ich es einfach noch einmal kaufen.

In Wirklichkeit vergisst du Dinge, die nicht mehr um dich herum sind, schneller, als du dir vorstellen kannst:

Aus den Augen, aus dem Sinn.


Ich habe zumindest noch kein einziges Teil wiederkaufen wollen.

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Was ist deine größte Herausforderung, um euer Familienleben minimalistischer zu gestalten? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

4 Kommentare

  1. Sabiene says:

    Ich kann mir prima vorstellen, dass in der Stadt ein Auto eher hinderlich ist. Bei uns auf dem Land sieht es schon leider etwas anders aus.
    Aber auch so gebe ich dir in allen Punkten recht. Ich habe auch schon viel ausgemistet und tue es immer noch. Und habe noch nie ein entsorgtes Teil vermisst.
    LG
    Sabiene

    Antworten
    1. Marion says:

      Hallo Sabiene,

      danke für deinen Kommentar.
      Ausmisten ist auch bei mir ein Prozess, ich finde immer etwas, das ich nicht mehr brauche. 🙂
      Ich habe die Erfahrung gemacht, dass der öffentliche Nahverkehr oft ineffizient und teuer ist, gerade auf dem Land. Da muss von den Städten und Gemeinden einiges getan werden, damit sich Autofahren einfach nicht mehr lohnt.

      Herzliche Grüße
      Marion

      Antworten
  2. Stephanie says:

    Hallo Marion,wir leben auf dem Land und um zu meiner Arbeitsstelle zu kommen brauch ich das Auto.
    Mit dem E-Bike wäre ich über eine Stunde unterwegs( in einer fahrradfeindlichen Stadt).
    Aber alle Wege bei uns im Dorf erledige ich mit dem Rad.
    Das mit dem ,,Kleidung ausmisten“ habe ich auch ,Dank meiner Tochter,schon hinter mir.
    Alles was weg kann ,wird im Keller zwischen gelagert.Ich habe noch nie etwas wiedergeholt.
    Da das Einkaufen in Coronazeiten mit Maske nicht so meins ist,habe ich seit etwa einem halben Jahr nichts neues an Klamotten gekauft.
    Es klappt,der Schrank gibt immer noch einiges her.
    Alles Gute für Dich!

    Antworten
    1. Marion says:

      Hallo Stephanie,

      eine Stunde mit dem E-Bike zur Arbeit, und das auch noch auf nicht gut ausgebauten Radwegen – das ist nicht schön. Schade, dass die Infrastruktur in Deutschland auf Autos, und nicht auf Fahrräder ausgerichtet ist.
      Toll, dass deine Tochter dich zum Ausmisten inspiriert hat! Es ist doch ein interessantes Phänomen: Solange die Sachen in unseren Schränken sind, haben wir das Gefühl, nicht auf sie verzichten zu können. Und kaum haben sie die Wohnung verlassen, kräht kein Hahn mehr nach ihnen.
      Corona als Konsumdiät – gefällt mir. 😀

      Herzliche Grüße
      Marion

      Antworten

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