Weniger Geld ausgeben: 8 wunderbare Tipps für ein sparsames Leben ohne Verzicht

Weniger Geld ausgeben: 8 wunderbare Tipps für ein sparsames Leben ohne Verzicht

Ein Berliner* für 1,80 Euro? Kosteten die Dinger nicht immer halb so viel?

Alles wird ständig teurer, nur deine Arbeitskraft nicht.

Du hast keine Lust, immer am Monatsende blank zu sein?
Weniger Geld ausgeben ist ganz einfach – mit der richtigen Strategie und dem passenden Mindset führst du ein sparsames Leben, ohne auf etwas verzichten zu müssen.

*anderswo auch Krapfen oder Pfannkuchen genannt

Jetzt auch als Folge 72 des Frugales-Glück-Podcasts!

1. Verschaffe dir einen Überblick

Der erste Schritt, um weniger Geld auszugeben, besteht darin, dir einen Überblick über deine Einnahmen und Ausgaben zu verschaffen.

Jaja, ich weiß, laaaangweilig!

Aber hey, wenn du abnehmen willst, musst du auch wissen, was du dir den ganzen Tag über so in den Mund steckst.

Was das Ernährungstagebuch für die schlanke Linie ist, ist das Haushaltsbuch für das sparsame Leben.

Du brauchst dafür kein echtes Buch, mittlerweile gibt es praktische digitale Lösungen. Ich nutze Google Formulare und Google Tabellen zur Erfassung meiner Einnahmen und Ausgaben. Wie das genau funktioniert, kannst du hier nachlesen: Einfache Haushaltsbuch-Vorlage für PC und Handy erstellen

Nimm dir für die Bestandsaufnahme deiner Finanzen ein bis zwei Monate Zeit. Im nächsten Schritt identifizierst du die Kostenfresser. Wofür gibst du am meisten Geld aus? Welche Posten überraschen dich?

Schließlich überlegst du dir, in welchen Bereichen du weniger Geld ausgeben könntest.

2. Mindset: Sparsam leben ohne Verzicht

Wie denkst du über sparen und weniger Geld ausgeben?

Schießen dir sogleich die schönen Modalverben „müssen“ und „(nicht) dürfen“ in den Kopf?

Puh, dann ist Sparen anstrengend und macht keinen Spaß.

Stell dir vor, jemand möchte abnehmen und beschwert sich darüber, dass er nicht jeden Tag Pizza essen kann. Wie erfolgreich wird diese Person sein?

Wenn du sparsamer oder, positiv formuliert, minimalistischer leben möchtest, richtest du den Fokus vom Mangel auf die Fülle.

Statt dich zu beschweren: Menno, jetzt kann ich nicht mit dem Auto fahren und werde nass denkst du: Ich bin so dankbar, dass ich ein funktionierendes Fahrrad habe und mich bewegen kann.

Oder kleiner: Ich werfe zuhause schnell Reste in die Pfanne, statt mir was zu bestellen. Das ist gesünder und viel günstiger.

Anders gesagt, mit dem richtigen Mindset hast du gar keine Lust, jeden Tag Pizza zu essen, weil es dir mit Brokkoli, Reis und Tofu besser geht.

Mach dir deine Gründe klar, warum willst du eigentlich weniger Geld ausgeben?

  • Um mehr Geld zu haben;
  • um unabhängiger zu sein;
  • um mehr Zeit zu haben;
  • um weniger Kram zu besitzen;
  • um neue Dinge zu lernen (kochen, reparieren, …)

Dann ist Verzicht auf Materielles nichts Negatives mehr, stellt keinen Mangel dar, sondern ist Ausdruck von (innerer) Fülle.

Erfahre mehr über Minimalismus, Verzicht und inneren Reichtum: Minimalismus macht glücklich! Zweites Manifest des Minimalismus

3. Lebensmittel

Wirf weniger Lebensmittel weg

Altes Brot, gammlige Äpfel und abgelaufene Joghurts im Müll = Geld im Müll.

Achte darauf, was du regelmäßig wegwirfst. Bei vielen sind das Brot und Milchprodukte.

Friere die Hälfte des frischen Brots ein und entnehme Portionen nach Bedarf. Greife zu Brot vom Vortrag, um (noch) weniger Geld auszugeben.

Stelle Lebensmittel mit kurzem Haltbarkeitsdatum im Kühlschrank nach vorn, um sie nicht zu vergessen. Lagere Käse und Aufschnitt nicht im Bürokühlschrank, dort sterben sie eines sicheren Todes.

Habe einen Plan beim Einkaufen

Planlos einkaufen ist Gift fürs sparsame Leben. Getoppt nur noch vom hungrigen Einkaufen.

Daher: Erledige deine Einkäufe mit Liste und vollem Magen. Lass dich nicht ein auf süße Verführungen und Angebote. Greife zu Eigenmarken statt zu Markenprodukten.

Tofu, Sojasoße, Tahini und Gewürze sind im Asialaden und im türkischen / arabischen Supermarkt günstiger und oft von höherer Qualität. (Ist nur ein Spartipp, wenn du solche Läden in der Nähe hast.)

Reduziere Luxus- und Spaßessen

Wie groß ist der Anteil von Luxus- und Spaßessen an deinen Lebensmittelausgaben?

Zu Luxusessen gehören die Dezember-Blaubeeren im Angebot ebenso wie die beim Lieferdienst bestellte Bowl.

Und Spaßessen?

Ist alles, wovon du nicht groß und stark wirst (so erkläre ich es meiner Tochter). Chips, Kekse, Eis, Schokolade, Milchbrötchen und so.

Kauf Spaßessen nur, wenn du es wirklich brauchst oder willst – dann ernährst du dich automatisch gesünder.

Kaufe saisonales Obst und Gemüse

Greife zu saisonalem und regionalem Obst und Gemüse, um weniger Geld auszugeben.

Heimische Birnen, Beeren, Salate und Knollen der Saison sind nicht nur günstiger, sondern schmecken auch besser und haben eine vorteilhaftere CO2-Bilanz.

Bereite günstige Gerichte zu

Entwickle Standardzusammenstellungen von Lebensmittel, aus denen du simple, leckere und schnelle Gerichte kochen kannst.

Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte und saisonales Gemüse sind nährstoffreich und lassen sich immer wieder neu kombinieren, sodass du sparsam leben (und essen) kannst, ohne auf etwas zu verzichten.

Und ob rote Linsen nun 2 oder 2,50 Euro das Kilo kosten, macht den Wirsingkohl auch nicht fett.

Trink Leitungswasser

Deutsches Leitungswasser ist von herausragender Qualität!
Du brauchst weder einen Filter noch einen Sprudler.

In anderen Ländern trinkt kaum jemand Sprudelwasser, das scheint eine typisch deutsche Sache zu sein.

Leitungswasser ohne Bohai zu trinken spart nicht nur Geld für Filter und Gaskartuschen, sondern auch Zeit und Nerven (wann habe ich das letzte Mal den Filter gewechselt? wann muss ich neue Kartuschen bestellen?).

4. Wasser, Gas und Strom

Warmwasser, Gas und Elektrizität machen mittlerweile einen großen Teil der monatlichen Ausgaben aus. Senkst du deinen Verbrauch, gibst du automatisch weniger Geld aus.

  • Dusche kurz zuhause und erledige Aufwändigeres wie Rasieren und Haarewaschen im Sportclub oder Yogastudio.
  • Lass das Wasser beim Duschen und Zähneputzen nicht laufen.
  • Du hast keinen Geschirrspüler? Mach den Abwasch in einem Rutsch, zum Beispiel immer nach dem Abendessen.
  • Erhitze Wasser im Wasserkocher, nicht auf dem Herd. Das geht nicht nur schneller, sondern verbraucht auch weniger Energie.
  • Bewege dich regelmäßig, um Heizkosten zu sparen. Kurze Spaziergänge, Seilspringen, Tanzen und Yoga tun gut und wärmen von innen.

Mehr Tipps zum Stromsparen findest du hier: Stromverbrauch senken – 9 originelle Energiespartipps für 2022/23

5. Kinder

Kinder können ein Vermögen kosten oder im Budget gar nicht weiter auffallen.

Nicht Kinder an sich sind teuer. Deine Gewohnheiten und regelmäßigen Ausgaben für deine Kinder machen sie teuer.

Und hey, dass du wenig(er) Geld für deine Kinder ausgibst, heißt nicht, dass du sie weniger liebst, oder?

Sparsam leben mit Kindern könnte so aussehen:

  • Neue Kinderkleidung zu kaufen macht finanziell so viel Sinn wie der Erwerb eines Neuwagens. Greif zu gebrauchter Kleidung, um weniger Geld auszugeben.
  • Lass deine Kinder essen, was du isst: Weitestgehend unverarbeitete und frische Nahrungsmittel. Vielfach verpackte Kinderlebensmittel mit buntem Aufdruck braucht niemand.
  • Gestalte die Freizeit mit deinen Kindern sparsam. Wald, Bücherei und Picknick machen genauso viel Spaß wie Themenpark, Kino und Café.
  • Feiere Kindergeburtstage bei dir zuhause. Fantakuchen und Apfelsaft sind günstiger als Schnellrestaurant oder Indoorabenteuerlandschaft.

6. Mobilität

Autos sind teuer, machen Lärm, verpesten die Umwelt, nehmen viel Platz weg, sehen doof aus und machen lethargisch.*

Fahrräder sind vergleichsweise günstig, geräuschlos, umweltfreundlich, platzsparend, (je nach Modell) hübsch anzusehen, machen fit und gute Laune.

*An alle Autoliebhaber:innen: Bitte keine Nachrichten schreiben à la „Das ist ja nur deine subjektive Meinung!“ Dies ist ein Blog, keine Enzyklopädie, daher – Überraschung! – ist (fast) alles nur meine subjektive Meinung. Mit gelegentlichem Anspruch auf objektive Wahrheit. Zumindest bei Autos. 😛

Auch auf dem Land brauchst du nicht einmal ein Elektrorad, bis 10 Kilometer lässt sich alles mit einem sportlichen Fahrrad bewältigen. Fitnessräder, Mountainbikes, Rennräder von guter Qualität gibt es gebraucht ab 150 Euro.

Dazu eine gepolsterte Hose (falls du einen langen Arbeitsweg hast) und eine Regenausstattung für dich (und dein(e) Kind(er)).

Fürs Einkaufen einen größeren Rucksack und evtl. Satteltaschen.

Schaff das Auto ab und gib auf einen Rutsch weniger Geld aus als mit kaltem Duschen, Selberkochen und Picknicken zusammen.

So bist du nicht nur lästige Ausgaben für Benzin, Versicherungen, Parkgebühren und TÜV los, sondern sparst dir auch die Beschäftigung damit (Spritpreise schon wieder gestiegen!).

Und ohne Auto stehst du nie wieder im Stau!

Mehr Kritik an unserer auto-zentrierten Mobilität: Katja Diehl, Autokorrektur – Mobilität für eine lebenswerte Welt*

7. Abos und Verträge

Sind ja nur 5 Euro im Monat!

Hier 5 Euro, da 8, hier 10 – da kommen in einem Jahr schnell mehrere hundert Euro zusammen.

Spendiere deinen Mitgliedschaften, Abos und Verträgen doch mal einen regnerischen Sonntag und sortiere alles aus, was du nicht nutzt oder nicht unbedingt brauchst:

  • Abos für Fitnessstudios und Sportclubs
  • Streamingdienste für Musik, Filme, Serien und Konsum (Top 3: Netflix, Spotify, Amazon Prime)
  • Kostenpflichtige Apps
  • Miete für Speicherplatz (iCloud, Google Photos)
  • Mitgliedschaften auf Webseiten
  • und ganz oldschool: Versicherungen

8. Gebraucht Qualität kaufen

Du kannst ohne große Mühe sparsam(er) leben, indem du Dinge gebraucht kaufst (und wieder verkaufst, wenn du sie nicht mehr brauchst).

Damit sparst du 30-70 Prozent gegenüber dem Neupreis, bekommst vielleicht sogar bessere Qualität und tust der Umwelt etwas Gutes.

Ich sitze gerade im meinem Wohnzimmer und nenne dir willkürlich 10 Dinge, die ich gebraucht gekauft habe:

  • Yogamatte
  • Stehlampe
  • Bodenkissen
  • Kuscheldecke
  • Frozen-Schloss
  • Kinderfahrrad
  • Kopfhörer für die Toniebox
  • Beistelltische
  • Bilderrahmen
  • Wintermantel

Ersparnis: Rund 500 Euro.

Was tust du, um weniger Geld auszugeben? Ich bin gespannt auf deinen Kommentar!

Marion

Marion

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