Das fröhliche* Minimalismus-ABC

Das fröhliche Minimalismus-ABC

Christof Herrmann von Einfach bewusst hat das Abc des Minimalismus ins Leben gerufen, bisher haben 14 Blogger mitgemacht und ihr eigenes Minimalismus-ABC erstellt. Hier kommen meine Basics des Minimalismus, verpackt in 26 Buchstaben.

A – Alles auf Anfang

Neu anfangen ist toll. Du lebst nur einmal. Warum nicht in eine neue Stadt oder in ein anderes Land ziehen? Oder etwas Neues lernen, ein Instrument, einen Sport oder eine Sprache?

B – Barfußlaufen

Enge Schuhe, harte Sohlen und luftundurchlässige Materialien führen zu Fehlstellungen, Knie- und Rückenbeschwerden. Barfußlaufen ist nicht nur gesund, sondern macht auch Spaß. Wenn du in Barfußschuhen unterwegs bist, kannst du jederzeit losrennen. Mit hochhackigen Stiefeletten oder engen Lederboots gar nicht so einfach.

C – Chaos

Ordnung ist toll, aber Chaos ist manchmal noch besser – besonders für den Ordnungsfanatiker.

D – Dankbarkeit

Ich bin umgeben von wunderbaren Menschen. Wenn ich den Wasserhahn öffne, kommt Wasser heraus, das sogar trinkbar ist. Ich kann sehen, hören, riechen, schmecken. Ich kann laufen! Ich bin gesund.
Wofür bist du dankbar, woran denkst du als erstes?

E – Einzimmerwohnung

Ich wohne mit meiner kleinen Familie in einem Zimmer und mir fehlt es an nichts. (Meiner Familie hoffentlich auch nicht.)

F – Frugal

Frugal heißt für mich: Bescheiden und rücksichtnehmend im Außen, dafür umso glücklicher und reicher in mir selbst. Ich verzichte auf (viele) materielle Annehmlichkeiten (Auto, eigene Wohnung, Einwegprodukte) und gewinne an Freiheit (Arbeit, die mir Spaß macht), Energie (Radfahren und Zufußgehen), Geld (Zufriedenheit mit dem, was ich habe), Zeit (für Familie, Freunde und mich selbst) und Glück.

G – Geduld

Vieles erledigt sich von selbst. Das gilt insbesondere für Konsumwünsche. Wenn ich etwas kaufen möchte, mache ich mir eine Notiz in meinem Handy. Nach ein paar Tagen habe ich meinen Wunsch meist vergessen.

H – Hungrig sein

Wer physischen Hunger eine Weile aushalten kann, wird mit erhöhtem Energielevel belohnt. Moderat hungern reduziert außerdem die Menge an Nahrungsmitteln, die du brauchst, sowie die Gedanken, die du dir um Kochen, Einkaufen und Essen machst.

I – Ideal

Variante 1: Es muss nicht immer alles perfekt sein. Halbperfekt reicht auch.

Variante 2: Glücklich sein im Moment und Ziele für die Zukunft haben schließen sich nicht aus.

J – Ja

Nichts in meinem Leben hat mich so weit gebracht wie das Verlassen meiner Komfortzone. Ich habe ja gesagt zum Snowboardfahren trotz Höhenangst, zum Singenlernen trotz Schüchternheit, zum Kinderkriegen trotz Arbeitslosigkeit, zum Jahresabo Yoga trotz Corona – bereut habe ich nichts davon.

K – Kochen

Reis, Linsen, Kürbis und Brokkoli, dazu Sonnenblumenkerne und Olivenöl – ich liebe einfache Gerichte aus unverarbeiteten und vollwertigen Zutaten, die sich gut miteinander kombinieren und vorkochen lassen. So verbringe ich in der Woche weniger als eine Stunde mit Kochen, gebe pro Gericht nur 1 € aus und bin immer satt und zufrieden.

L – Laufen

Laufen, Joggen, Wandern, Spazierengehen – auf den eigenen Füßen sportlich aktiv oder unterwegs zu sein ist eine perfekte minimalistische Art der Fortbewegung und der sportlichen Betätigung.

M – Meditieren

Still sitzen, auf den Atem hören und einfach sein.
Meditieren hilft, zu spüren, was in mir vorgeht. Meditieren macht mich dankbar für das, was ich habe. Meditieren reduziert Stress. Meditieren macht glücklich!

N – Nähkästchen

Von meinem Nähkasten habe ich bereits vor Jahren getrennt. Was bleibt, ist ein Geschenk meiner Großeltern:

O – Ortsunabhängig

Anstatt die Hälfte meines Einkommens in eine überteuerte Wohnung zu stecken, möchte ich reisen, die Welt sehen (und sie dem Kind zeigen) und ortsunabhängig arbeiten.

P – Plastikfrei

Seitdem ich überwiegend plastik- und verpackungsfrei lebe, …

  • …gebe ich weniger Geld für Lebensmittel aus,
  • …kaufe ich Lebensmittel höherer Qualität,
  • …gehe ich nur noch einmal in der Woche einkaufen,
  • …habe ich viel Zeit und Energie für andere Dinge.

Q – Qualle

Urlaub an der Nordsee kann auch schön sein! Spart Stress, Ressourcen, Geld. Und die meisten Quallen in meinem Leben habe ich am Katsuma-Strand in Japan gesehen.

R – Regen

Sich über das Wetter zu ärgern ist sinnlos. Zieh die Regensachen an, geh nach draußen und pfeif ein Liedchen. Oder mach es dir zuhause gemütlich und trinke einen heißen Tee. Wie schön, ein Dach über dem Kopf zu haben!

S – Sein

Erich Fromm schreibt in Haben oder Sein: „Der moderne Mensch hat viele Dinge und gebraucht viele Gegenstände, aber er ist sehr wenig. Seine Gefühle, seine Denkvorgänge sind zurückgebildet wie untrainierte Muskeln.“

T – Teilzeitjob

Anstatt meine Lebenszeit mit Arbeiten und Geldverdienen zu verbringen und mich am Samstag darüber zu ärgern, dass bald schon wieder Montag ist, ziehe ich es vor, weniger zu arbeiten und mehr zu leben. Mit einem minimalistischen, genügsamen Lebensstil ist das leicht umsetzbar.

U – Unterwegssein

Ob in der eigenen Stadt oder in der Welt – Unterwegssein hilft, dein alltägliches Leben einmal aus einer anderen Perspektive zu sehen.

V – Vegan für alle

Es ist sinnlos, Tiere und tierische Produkte zu essen, wenn es genauso gut ohne geht.

W – Weniger ist immer besser

Ausnahmen bestätigen die Regel. Von Liebe, dunkler Schokolade und Kindern kann es nicht genug geben.

X – Xylophon

Stellvertretend für Musik. Erstes Instrument für viele Kinder und schönes Spielzeug.

Fünf meiner allerliebsten Lieblingslieder:

Y – Yelling

Zu Deutsch: Schreien.
Gefühle sind weder gut noch schlecht, die Handlungen, zu denen sie führen, sehr wohl. Schreien hilft niemandem. Stattdessen: Fünfmal tief ein- und ausatmen. Wenn das nicht hilft: Mit voller Kraft auf ein Kissen einschlagen. Solange wiederholen, bis du niemanden mehr anschreien willst (auch dich selber nicht).

Z – Zusammen

Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint: Zusammen geht vieles einfacher, Wäscheaufhängen, Kleinkinderbeschäftigen und sogar Traurigsein. Trau dich zu fragen und probier es aus!

*Mein Minimalismus-ABC heißt fröhlich, um es von seinem Kann-weg-Bruder unterscheiden zu können. 👻

Bildquellen: © UnsplashSusan Holt Simpson (Beitragsbild)

Was sind deine As und Os des Minimalismus? Ich bin gespannt auf deinen Kommentar!

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