Möbelfrei leben, geht das überhaupt?
Keine Ahnung, ich schätze Schränke und Tischchen immer noch sehr. Besser, der Kram versinkt im Schrank, als dass ich ihn ständig vor Augen habe.
Aber seitdem ich vor vier Jahren meinen Arbeitsplatz auf den Boden verlegt und mein Bett verkauft habe, lebe ich zwar nicht ohne Möbel, aber doch mit weniger Möbeln als die meisten.
Wie auch du mit weniger Möbeln wohnen kannst, erfährst du in dieser Folge! 🛋️🪑🛏️
1. Was ist „furniture free“ bzw. möbelfrei?
Naja, „frei“ bzw. „free“ ist ein wenig irreführend, denn es gibt wohl nur sehr wenige Menschen, die ganz ohne Möbel leben.
Mit möbelfrei verhält es sich wie mit Zero Waste: Es geht eigentlich darum, weniger Müll zu produzieren und weniger Möbel zu haben.
Oder willst du dich jedes Mal geißeln, wenn du doch einen Kinderriegel am Bahnhof gekauft hast?
Hinter möbelfrei steckt eine Haltung, die ich generell am Minimalismus schätze:
Das zu hinterfragen, was beim Durchschnittsdeutschen als Standard gilt.
Zum Beispiel:
- Brauche ich eigentlich einen Kühlschrank?
- Muss ich mit dem Flugzeug verreisen?
- Sollte ich ein Haus kaufen?
- Muss ich mich als Frau schminken?
Hierzu zitiere ich noch einmal Mark Twain:
Immer, wenn du dich auf der Seite der Mehrheit befindest, wird es Zeit, innezuhalten und nachzudenken.
Und dazu gehören auch Möbel. In diesem Beitrag habe ich es abgesehen auf
- Tische (Schreibtisch, Esstisch) und Stühle
- Sofa
- Bett
Natürlich gibt es noch mehr Arten von Möbeln: Schränke, Kommoden, Nachtische, Fernsehschrank, (Bücher-) Regale etc.
Aber selbst der größte Minimalist hat ja irgendeinen Kram – und der muss irgendwo hin.
Mir fallen spontan Mückenstecker-Ersatztabletten, Fusselrollen (nur nötig bei Haustieren), Lampen für „Wintertag“, wie meine Oma sagen würde, Medikamente und Ersatzrasierklingen ein.
Soll man das alles in dekorativen Bastkörben drapieren?
Und ob meine Kleidung auf der Kleiderstange hängt oder im Schrank liegt, ist eigentlich auch egal. Die Hauskleidung würde nur auf der Stange nicht ganz so schick aussehen.
2. Warum machen weniger Möbel Sinn?
2.1. Mehr Möbel – mehr Wohnraum
Mit weniger Möbeln zu wohnen hat einen ganz pragmatischen Vorteil:
Je weniger Möbel du hast, desto weniger Platz brauchst du und desto weniger Geld musst du für Wohnen ausgeben.
Am deutlichsten wird das am Schlafzimmer. Stell dir vor, du hast ein Bett mit Bettgestellt, Lattenrost und Matratze. Das stellst du dir wahrscheinlich nicht in deine Wohnküche, sondern – erraten! – in dein Schlafzimmer.
Gleichzeitig wird das Schlafzimmer zu einem Raum, den du nur zu einem Zweck nutzen kannst – zum Schlafen. Du kannst dort natürlich auch Gewichte stemmen oder bügeln oder fernsehen, aber aus verschiedenen Gründen würde ich dir davon abraten.
Ein separates Schlafzimmer kostet im Schnitt 15 Prozent der Wohnfläche – und damit auch 15 Prozent deiner Miete oder deines Kaufpreises. Bei 12 Quadratmetern und 12 €/m² zahlst du rund 144 € im Monat nur fürs Schlafen. Wenn du darauf verzichten kannst, sparst du über 40.000 € beim Kauf oder mehrere tausend Euro Miete im Jahr. 🤑
2.2. Möbel erschweren den Umzug
Ich bin in den letzten Jahren dreimal umgezogen. Das maximale Umzugvolumen waren zwei Autoladungen (Mittelklassewagen, weder Bulli noch Smart).
- 2021: Umzug vom Zimmer mit Freund und Tochter in möbliertes Studio: eine Autoladung 🚗
- 2021: Umzug vom möbliertem Studio in Zweizimmerwohnung: Umzug mit dem Fahrrad 🚲
- 2024: Umzug von Zweizimmerwohnung zurück ins Zimmer: zwei Autoladungen 🚗🚗 (die Verdoppelung ist den Teppichen, Pflanzen und Büchern meiner Tochter geschuldet)
Beim letzten Umzug hatte ich als „echtes Möbelstück“ nur ein Kallaxregal mit vier Fächern, das ein Freund auf seinem Fahrrad transportiert hat.
Mit (vielen) Möbeln wäre so eine minimalistische und unbeschwerte Umzieherei unmöglich gewesen!
Und ich hätte vermutlich länger darüber nachgedacht, ob ich wirklich umziehen will – und es vielleicht nicht getan wegen der Möbel-Last.
2.3. Möbel ziehen Dinge an
Ich habe die Geschichte schon einmal erzählt: Eine Freundin hatte ein Haus mit lauter praktischen Einbauschränken gekauft. Beim Umzug rätselten sie und ihr Mann, was sie bloß alles in die Schränke reintun sollten.
Ein paar Jahre später trennten sie sich und zogen aus. Sämtliche Schränke waren bis oben hin voll mit Sachen.
Mir scheint, es handelt sich hier um eine Art Naturgesetz: Platz, der zum Verstauen da ist, wird auch genutzt. Regale, Schränke, Verstaumöglichkeiten wirst du füllen, auch wenn du dir jetzt noch nicht vorstellen kannst, mit was.
(Um das zu vermeiden, habe ich mir den Puffertrick ausgedacht – was es damit auf sich hat, kannst du hier nachhören.)
Es gibt ja viele Gründe, weniger zu kaufen. Ein wenig bekannter Grund ist, dass Dinge Dinge anziehen.
Das ist nicht nur bei Sportsachen, Küchenartikeln und Hobbykram der Fall, sondern eben auch bei Möbeln.
Möbel erfordern den Kauf immer neuer Möbel:
- Mein Rücken tut weh – ich brauche eine neue Matratze.
- Die Kinder sind aus dem Haus (oder der Hund ist gestorben) – wir kaufen uns ein neues Sofa.
- Im neuen Job arbeite ich öfter im Homeoffice – ein neuer ergonomischer Schreibtisch und Bürostuhl wären schön.
Ich bin selbst fast in diese Falle getappt: Nach dem Umzug hatten wir ein echtes Bett in unserer Wohnung (von meinem Mann). Nach zwei Monaten im echten Bett schlafen tat mein Rücken weh – ich dachte, es kommt daher, dass ich weniger Yoga mache. Bis mir klar wurde, dass die Matratze des echten Bettes zu weich war und in der Mitte durchhing.
Logische Schlussfolgerung: neue Matratze kaufen.
In einem Airbnb in der nordwestdeutschen Provinz hatten wir auf perfekten italienischen Matratzen geschlafen. SO eine Matratze wäre toll!
Beim schwedischen Möbeldiscounter gibt es Matratzen in allen Preisklassen, leider finden sich auch in der höchsten negativen Bewertungen à la Am Anfang war die Matratze toll, aber nach einem halben Jahr hing sie in der Mitte durch und ich habe Rückenschmerzen bekommen.
Vielleicht dann besser ein Futon?
Hmm, aber auch hier kostet gute Qualität mehrere hundert Euro…
Bis ich die Kauffalle-Gedankenkette unterbrach und mir sagte:
Schluss mit dem Unsinn, zurück zum Bodenbett!
2.4. Möbel machen uns unbeweglich (im doppelten Sinn)
Ein weiterer Grund, ein paar Möbel rauszuwerfen, ist die eigene Beweglichkeit und Gesundheit:
a) Möbel machen uns ungesund
Hast du schon einmal etwas von dem Buch Sitzen ist das neue Rauchen* gehört?
Eigentlich müsste es Auf Stühlen sitzen ist das neue Rauchen heißen, aber das klingt wohl weniger elegant.
Warum ist Sitzen ungesund?
- Stühle passen nicht zu unserem natürlichen Bewegungsapparat.
- Unser Skelett ist fürs freie, dynamische Bewegen gemacht: Hocken, Knien, Sitzen im Schneidersitz, Stehen, Gehen.
- Auf einem klassischen Stuhl dagegen:
- kippt das Becken nach hinten, was zu einem Rundrücken führt
- die Hüfte ist unbeweglich, obwohl sie eigentlich sehr mobil sein sollte
- die Beinmuskulatur wird kaum beansprucht
- die Wirbelsäule wird einseitig belastet, besonders in der Lendenwirbelsäule
- der Blutfluss wird gestört, z. B. durch abgeklemmte Oberschenkelvenen
Kurzum: Das Sitzen auf dem Boden fördern eine aufrechte Haltung und aktivere Muskulatur und sind damit oft gesünder als der klassische Stuhl.
Sogar Hocker ohne Lehne sind gewöhnlichen Stühlen vorzuziehen.
b) Möbel machen uns geistig unflexibel
Möbel machen uns nicht nur körperlich, sondern auch geistig unflexibel.
Kommen dir diese Gedanken bekannt vor?
- „Ich brauche meinen Bürostuhl, sonst kann ich nicht schreiben.“
- „Im Urlaub kann ich nicht arbeiten, weil der Tisch (oder Stuhl) unbequem ist.“
- „In fremden Betten schlafe ich schlecht.“
- „Zelten geht ab mit dreißig / vierzig / fünfzig (passendes Alter einsetzen) nicht mehr.“
- „Das Sofa ist unbequem, da kann ich mich nicht entspannen.“
Wenn du aber daran gewöhnt bist, auf dem Boden zu schlafen, zu sitzen und zu arbeiten, ist dir egal, wie das Hotelzimmer, der Zug oder das Zelt ausgestattet sind.
Der Boden ist halt überall (mehr oder weniger) gleich hart. 🤷♀️
3. Möbelfrei-Anleitung: Mit weniger Möbeln besser leben
3.1. Bodenschreibtisch: Teppich und Beistelltisch statt Schreibtisch und Bürostuhl
Umsetzung
Du brauchst:
- zwei Ebenen, eine höhere für deinen PC bzw. Laptop, eine niedrigere für Tastatur und Maus (für eine gute Rücken- und Nackenhaltung sollte eine horizontale Linie zwischen deinen Augen und oberem Teil des Bildschirms bestehen)
- externe Tastatur und Maus
- etwas, auf dem du deine Beine ablegen kannst (Decke, dickes Handtuch, Matte, Teppich)
- idealerweise ein dünnes Kissen (um den Po zu stützen, damit du im Rücken nicht einsackst)
Das sind meine zwei Ebenen:

Bevor ich die Luxusversion Teppich und Beistelltisch hatte, habe ich vor dem Kleinkindbett meiner Tochter auf dem Boden auf einem dicken Handtuch gesessen.
In der nächste Wohnung habe ich das Sofa zum Bodenschreibtisch umfunktioniert.
Auf Reisen stelle ich meinen Laptop einfach auf einen Stuhl oder auf einen Nachttisch.
Vorteile eines Bodenschreibtisches
Ich bin ja nicht so für Schwarz-Weiß-Denken, aber beim Bodenschreibtisch fallen mir nur Vorteile ein:
- Du kannst überall arbeiten: in jedem Zimmer, an jedem Ort
- Du bist nicht auf eine bestimmte Kombination von Tisch und Schreibtischstuhl angewiesen.
- Du musst dir kein Büro einrichten und sparst dir so eins der eher weniger schönen Zimmer.
- Du bewegst dich, auch wenn du sitzt.
- Du verbesserst deine Hüftbeweglichkeit und kannst dir hoffentlich all die Bequemlichkeitsupgrades im Alter (tiefe Einstieg für Dusche, Fahrrad, Auto) sparen.
Wie lange dauert die Umstellung auf einen Bodenschreibtisch?
Bist du in einer westlichen Gesellschaft aufgewachsen? Dann darfst du dich langsam an das Sitzen auf dem Boden gewöhnen.
Als ich im März 2021 damit anfing, konnte ich nur fünf oder zehn Minuten am Stück auf dem Boden sitzen, danach tat mir alles weh.
Heute sitze ich bis zu sechs Stunden am Tag auf dem Boden und fühle mich prima, es ist bequem und angenehm. 😊
Mittlerweile ist es eher umgekehrt: Wenn ich mal ein paar Tage lang nicht oder nicht so häufig auf dem Boden sitze, fehlt es mir, ich fühle mich unbeweglicher und steifer.
Alternativen zum Bodenschreibtisch
Stehschreibtisch
Das könntest du an einem Regal oder an der Küchentheke umsetzen, vorausgesetzt, sie haben die richtige Höhe. Ich mache das eher selten, aber es ist eine gute Abwechslung zum Sitzen. Und du brauchst dafür keinen höhenverstellbaren Schreibtisch für tausende Euro zu kaufen. 😉
Gehschreibtisch
Ich hatte mal überlegt, mir ein Laufband (eigentlich eher ein Gehband) zu kaufen, um im Gehen zu arbeiten, habe es dann aber wieder von meiner Liste gestrichen. Spitzenstrategie mit der Liste! 🤩
Für Menschen, deren Job viele Telefonate oder Meetings beinhaltet, kann das super sein, aber da ich viel schreibe, passt ein Gehschreibtisch für mich nicht so gut.
3.2. Bodenbett statt Bett mit Bettgestell, Lattenrost und Matratze
Umsetzung
Du brauchst:
- einen dicken Teppich
- ein dickes Oberbett
- ein Bettlaken ohne Gummizug
Für die ganz Radikalen geht auch:
- eine dicke Yogamatte
- eine Decke
- ein Bettlaken
Der Vorteil an der Yogamatten-Variante: Du musst keinen Teppich kaufen (praktisch, wenn du keinen Staubsauger besitzt oder dir schlicht keinen anschaffen willst) und kannst die Matte direkt – Überraschung! – fürs Yoga verwenden. Außerdem ist diese Konstruktion günstiger als die mit Teppich.
Ich selbst habe am Anfang noch gar kein Oberbett als Unterlage benutzt, sondern nur Wolldecken. Das war allerdings weniger praktisch und sah auch irgendwie ärmlich aus. Also habe ich mir ein Oberbett für ein paar Euro bei Vinted besorgt.
Der Teppich war teurer: „Vindum“ kostet rund 200 Euro (gibt es inzwischen nicht mehr bei Ikea). Ich habe ihn gleich in zwei Größen gekauft, auf der kleineren schlafen wir, die größere liegt im Wohnzimmer und dient zum Teil als Unterlage für den Bodenschreibtisch.
So sieht unser Bodenbett aus:





Vorteile eines Bodenbettes
- Du kannst nicht aus dem Bett fallen 😄
- Du musst dir keine Gedanken über Matratzenqualität, Härtegrad oder teure Upgrades machen.
- Du brauchst keine Wohnung mit extra Schlafzimmer zu mieten, sondern kannst theoretisch überall schlafen. Tagsüber lässt sich der Raum als Spiel-, Sport- oder Arbeitszimmer nutzen.
- Ohne meine Tochter könnten mein Mann und ich problemlos in einer Einzimmerwohnung oder sogar in einem Studio mit Wohnküche leben. (Dass er tagsüber arbeitet und nicht zu Hause ist, macht es natürlich leichter – wenn beide im Homeoffice sind, wäre mir das zu beengt. Ich genieße es, auch mal alleine zu sein.)
- Du bist superflexibel: Wenn dein Körper sich einmal ans Schlafen auf dem Boden gewöhnt hat, wirst du überall zurechtkommen. Nichts ist dir mehr zu hart oder zu unbequem – Parkbank, Holzboden, Waldboden, alles kann sich anfühlen wie dein persönliches Himmelbett.
- „Grounding“: Ich mag das Gefühl, direkt auf dem Boden zu schlafen. Das hat etwas Erdendes, selbst wenn du nicht im Erdgeschoss wohnst.


Wie lange dauert die Umstellung auf ein Bodenbett?
Ich mach dir nichts vor: Bei mir hat es zwei Monate gedauert, in denen mir alles wehgetan hat. Dann war das Bodenbett plötzlich bequem und gemütlich. Heute schlafe ich sogar lieber auf dem Boden als auf einer Matratze.
Aber Achtung: Der Körper braucht Zeit, um sich an das Schlafen auf hartem Untergrund zu gewöhnen. Es ist ein radikaler Schritt, der nicht für jeden passt. Und ja, der Boden ist wirklich hart – härter, als man denkt!
Alternativen zum Bodenbett
- Futon: klassisch auf dem Boden, manchmal auch mit Lattenrost kombiniert.
- Shikibuton: eine dünnere Variante des Futons, traditionell zusammen mit einer Tatami-Matte genutzt.
- Pappbett: Michael von Minimalistisch leben hat ein Pappbett.
- Isomatte & Schlafsack
- Luftmatratze
- Poef – Klappmatratze von Ikea: Für mich persönlich nichts, da der Boden bequemer ist. Aber praktisch für Gäste, super als Schalldämpfer bei Podcastaufnahmen, und meine Tochter liebt sie zum Bauen von Höhlen.
In einigen Blogs berichten Menschen davon, wie sie ihr Bett gegen einen Futon getauscht haben:
- Achtsamer Minimalismus: Auf einem Futon schlafen – Futon statt Bett
- bevegt: Warum wir unser Bett verkauft haben – und jetzt auf einem Futon schlafen
- Galaxus: Bett weg, Tatami her
Ich finde: Die meisten schlafen ja in einem Bett, das bequem ist. Da erscheint es mir etwas verrückt, ein funktionierendes Bett wegzugeben, nur um einen (oft teureren) Futon zu kaufen.
Andererseits – wenn man durch den Bett-Futon-Tausch ein zusätzliches Zimmer frei bekommt, kann sich das durchaus lohnen.
3.3. Bodensofa: Teppich und Kissen statt Couch
Umsetzung
Du brauchst:
- einen Teppich (haben die meisten sowieso, oft steht das Sofa samt Sofatisch darauf; für Radikale reicht auch eine dicke Decke, Yogamatte oder Isomatte)
- Kissen in verschiedenen Größen (kleine zum Draufsitzen, größere weiche zum Anlehnen oder für Seitenlage beim Lesen, evtl. spezielle Bodenkissen)
- eine Wand zum Anlehnen 🧱
Vorteile eines Bodensofas
- Du sparst eine Menge Geld für Sofa und Sessel.
- Du musst dir keine Sorgen machen, dass sich das Sofa abnutzt (meine Großeltern hatten immer Decken drübergelegt 🤔).
- Du musst deine Kinder nicht dauernd ermahnen, nicht auf dem Sofa zu hüpfen.
- Du sparst nicht nur das Sofa, sondern meist auch gleich den Sofatisch.
- Ein Bodensofa ist nicht automatisch auf den Fernseher ausgerichtet, das macht die Atmosphäre irgendwie … sozialer.
- Du liegst öfter auf dem Rücken, entspannst mehr und besser. (Ein kuscheliger Teppich fördert den Automatismus Nach Hause kommen – erstmal hinlegen. Aus meiner Arbeit mit Menschen, die dazu neigen, zu viel zu essen, weiß ich, dass echte, gute Pausen und ein Unterbrechen des „Ich muss von morgens bis abend funktionieren“-Schemas dabei helfen, weniger zu essen (bzw. nicht mehr zu überessen))
- Gesundheit: Eine Runde auf dem Rücken auf dem Boden zu liegen ist gut für die Wirbelsäule. Und es ist eine bessere Art von Pause als auf dem Sofa oder im Bett, schließlich ist das Sofa ist oft mit ungesundem Snacken und Fernsehen verknüpft, das Bett mit Schlafen.
Wie lange dauert die Umstellung auf ein Bodensofa?
Nicht so lange wie beim Bodenschreibtisch oder Bodenbett, weil du dich auf einem Bodensofa auch einfach hinlegen kannst. Das erfordert für deinen Körper keine große Umgewöhnung.
Alternativen zum Bodensofa
- Paletten mit Kissen: Finde ich schrecklich – sperrig und unschöner als ein normales Sofa.
- Klappmatratze (z. B. der erwähnte Poef): Ohne Teppich direkt auf dem Boden finde ich das weniger gemütlich, für eine Person aber ok. Nimmt allerdings die Härte des Bodens weg, was ich ein bisschen schade finde.
- Klappkissen / klappbare Bodensessel: Eher eine Alternative zum Stuhl, deswegen hier nur am Rande erwähnt.
4. Welche Möbel habe ich noch?
- Sofa: gebraucht gekauft für die Wohnung meines Mannes, ist dann mit umgezogen.
- Esstisch mit vier Stühlen: vor allem für Gäste, hatte ich schon in meiner Zweizimmerwohnung, als ich noch allein gelebt habe.
- Schreibtisch und Bürostuhl für meinen Mann: er schläft zwar mit mir auf dem Boden, aber auf dem Boden arbeiten ist nicht sein Ding.
- Hochbett für meine Tochter: hat ihr Vater ihr gekauft. Sie schläft aber auch gern mit uns auf dem Boden.
- Kleiderschrank: vom Vermieter übernommen, weil er perfekt in die Ecke passt. Ich habe gar nichts gegen Schränke, im Gegenteil. Ich finde es praktischer, Dinge in einen Schrank werfen zu können, als sie auf einer offenen Kleiderstange hängen zu haben.
5. Fazit möbelfrei
Als ich mit Minimalismus angefangen habe, hatte ich das Thema Möbelreduktion, geschweige denn möbelfrei, überhaupt nicht auf dem Schirm.
Ich wäre nie auf die Idee gekommen, mein Bett mit meiner guten Kindermatratze und dem eisernen Gestell wegzugeben und stattdessen auf dem Boden zu schlafen. Wenn Kommilitonen einfach nur auf einer Matratze geschlafen haben, fand ich das vor allem hässlich. 😉
Seit ich 2021 angefangen habe, auf dem Boden zu arbeiten und zu schlafen, hat sich mein Leben zum Positiven verändert:
- Ich brauche weniger Platz.
- Ich schlafe besser.
- Ich bewege mich, während ich sitze und arbeite.
- Meine Hüfte ist viel beweglicher geworden (Lotussitz? Heute kein Problem mehr, vor vier Jahren undenkbar).
- Ich bin genügsamer geworden.
- Und mir gefällt der Gedanken, Möbel zu haben, aber nicht auf sie angewiesen zu sein.
Daher meine Empfehlung: Probier möbelfrei doch einfach mal aus! Zurück zu Schreibtisch, Bett und Sofa kannst du schließlich jederzeit.
Was sind deine Erfahrungen mit möbelfrei bzw. was würdest du gern ausprobieren? Ich bin gespannt auf deinen Kommentar!




